Monate: Dezember 2010

Anstelle eines Jahresrückblicks

Spruch für die Silvesternacht Erich Kästner (1899–1974) Man soll das Jahr nicht mit Programmen beladen wie ein krankes Pferd. Wenn man es allzu sehr beschwert, bricht es zu guter Letzt zusammen. Je üppiger die Pläne blühen, um so verzwickter wird die Tat. Man nimmt sich vor, sich zu bemühen, und schließlich hat man den Salat! Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen. Es nützt nichts, und es schadet bloß, sich tausend Dinge vorzunehmen. Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos! Zum Schutz deiner persönlichen Daten wurde die Verbindung zu Vimeo blockiert. Wenn du diese Inhalte anzeigen lassen willst, klick bitte auf Inhalt laden, um die Blockierung aufzuheben. Damit akzeptierst du die Datenschutz- und Privatsphäre-Vereinbarungen von Vimeo.Weitere Informationen dazu kannst du hier finden. Vimeo-Inhalte zukünftig nicht mehr blockieren. Inhalt laden

Trotzendorff goes Uberspace

Irgendwo in einem nicht näher benannten Rechenzentrum in München steht ein Server mit dem prosaischen Namen »sv13«. Zwei Jahre lang war sv13 die Heimat von trotzendorff.de, immer wieder mal hatte er einen Ausfall, immer wieder mal reagierte er träge, doch die meiste Zeit verrichtete er seinen Dienst so zuverlässig, wie das Maschinen eben tun, und dieses Blog hat nicht gemurrt, auf sv13 abgelegt worden zu sein. Bis vor kurzem. Da gab es ein wenig Knatsch zwischen sv13 und WordPress, es ging um Speicher und SQL-Datenbanken, recht einig werden wollten die beiden sich nicht, und so beschloss ich, auch meinem Blog dieses Jahr ein Weihnachtsgeschenk zu machen: mehr Platz. Nun gibt es eine unüberschaubare Anzahl von Webhosting-Anbietern, von denen der eine so unpersönlich ist wie der andere, und so war es auch nicht Sympathie, sondern schlichtes Buchhalterdenken, das mich in die Arme eines Alphahosters trieb — für 25 Minuten, dann kamen die Ubernauten dazwischen.

Yahoo! macht Delicious platt

Inzwischen scheint sich zu bestätigen, was ein paar Stunden lang nur ein Gerücht war: Yahoo! schließt den Social-Bookmarking-Dienst Delicious. Nun ist das auf der einen Seite kein Drama und so mancher, der das bedauert, wird auf Twitter nur mitleidig belächelt. Es gibt ja auch genügend Alternativen zu Delicious, so manche davon ist sogar ausgereifter, schöner, whatever. Für mich aber hat Delicious einen unschlagbaren Vorteil gehabt, den ich bei den in Frage kommenden Diensten jetzt erstmal wieder suchen darf: Ich konnte meine Bookmarks automatisch hier im Blog als Artikel posten lassen. Vielleicht hat das den ein oder anderen auch genervt, die Zugriffszahlen aber sprechen dafür, dass diese kommentierten Linksammlungen gerne gelesen werden. Dass ich mich nun wohl nach einer neuen Lösung umsehen muss, ärgert mich insbesondere, weil mich das Prozedere, WordPress und Delicious zusammenzubringen, im Sommer 2009 einige Zeit und Nerven gekostet hat. Wer also Tipps und Hinweise für mich hat, wie man für Zootool, Diigo oder Instapaper ein ähnlich komfortables Auto-Posting aufsetzen kann: immer her damit.

Ahoi, Schwester!

Manufactum, Verkäufer des Wahren, Guten und Schönen, ist immer wieder mal für eine Überraschung gut. Erst kürzlich berichtete man mir von einer Ordensschwester, die in der Kölner Dependance seit einiger Zeit Waren an Mann und Frau zu bringen versucht, das allein aber verwundert noch nicht, gehört Klosterkultur doch für Marketer in eine Reihe mit Handarbeit, echten Werten und Rückbesinnung. Nun aber setzt das Waltroper Unternehmen (eine Tochter des Heine-Versands und damit der Otto-Gruppe) mit seinem Monatsbrief Dezember noch einen drauf. Unter der Überschrift »Mit kindlicher Freude, aber ohne Naivität« wird da auf den Seiten 16 und 17 eben jene Schwester Anne-Claire aus der klösterlichen Gemeinschaft von Jerusalem vorgestellt, die seit einigen Monaten in Köln für Manufactum arbeitet. Verwundert hat mich dabei nicht, dass sie einmal Jura studiert hat, verwundert hat mich auch nicht, dass sie ausgerechnet nach Köln wollte. Verwundert hat mich, was Manufactum als »Die Lieblingsprodukte von Sr. Anne-Claire« angibt. Als da wären: ein Garten-Sessel aus Aluminium (rot), für die Bestuhlung des Pariser »Jardin du Luxembourg« konzipiert, ein satiniertes Stahlmesser mit Olivenholzgriff, und, halten …

»Ich hoffe, wir haben die Pubertät hinter uns«

Gestern Abend haben sich die Macher des Gesellschafts-Magazins FROH! in Essen ihren Red-Dot-Award abgeholt. Nur ein Zeichen von vielen, das zeigt: Dieses Projekt wird wahrgenommen. Erst kürzlich wurde in Köln die fünfte Ausgabe des werbefreien non-profit-Magazins vorgestellt, das für mich zu den großartigsten journalistischen Projekten gehört, die es in den vergangenen Jahren gegeben hat. Und weil ich mich jedes Mal wieder freue, wenn die Herausgeber Dirk Brall und Michael Schmidt, Chefredakteur Sebastian Pranz und Art-Direktor Klaus Neuburg eine neue Ausgabe machen (obwohl sie eigentlich nach der ersten gleich wieder aufhören wollten), habe ich Michael und Sebastian einige Fragen zu FROH! gestellt. Herausgekommen ist ein Interview über Geld und Ideale, Credibility und christliche Werte, Angela Merkel und David Hasselhoff. Und eines, das mit einer offenen Frage endet.