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»Damit sind wir wieder bei gelebter Demokratie«

Im Leipziger Gewand­haus gab es gestern eine Diskus­sion mit Ursu­la von der Leyen, während der auch einige Zen­surgeg­n­er protestiert haben, teil­weise mit Erfolg, teil­weise mit Mühe. Beson­ders inter­es­sant dabei ist es zu sehen, mit welchen Schwierigkeit­en man zu kämpfen hat, wenn man Men­schen die Prob­lematik der Inter­netsper­ren näher­brin­gen möchte. Ich veröf­fentliche hier daher daher auszugsweise einen Text von Andreas Romeyke, der bei der Piraten­partei Sach­sen im Orig­i­nal zu find­en ist. Dieser Text sowie das Orig­i­nal ste­hen unter CC-by-SA-Lizenz und dür­fen gerne weit­er­ver­bre­it­et werden.

This ain’t no game

Wikipedia notiert als Triv­ia zum Film «Super Mario Bros.» von 1993 unter anderem: «Den­nis Hop­per beze­ich­nete seine Mitwirkung in Super Mario Bros. als größten Fehler sein­er Kar­riere, Bob Hoskins wiederum nen­nt die Drehar­beit­en an dem Film ‹Einen Alb­traum› und den Film selb­st ‹Das schlimm­ste, was er je drehen musste›.» Wörtlich liest sich das beim Guardian dann so: «The worst thing I ever did? Super Mario Broth­ers. It was a fuckin’ night­mare. The whole expe­ri­ence was a night­mare. It had a hus­band-and-wife team direct­ing, whose arro­gance had been mis­tak­en for tal­ent. After so many weeks their own agent told them to get off the set! Fuckin’ night­mare. Fuckin’ idiots.» Was für ein Glück, dass der Film heute Abend auf Tele 5 läuft. Pflichtprogramm.

Jenseits von Eden ist das Paradies

Ich mag all diese — manch­mal etwas schiefen — Loblieder auf das Inter­net, die in let­zter Zeit gesun­gen wer­den, diese geblog­gten Parolen für dig­i­tale Demokratie, diese getwit­terten Slo­gans für unbändi­ge Kom­mu­nika­tion, für die all­ge­gen­wär­tige Ver­net­zung. Ich glaube an das Inter­net, schließlich lebe ich mit dem Inter­net, für das Inter­net, im Inter­net. Und doch mis­straue ich ihm. Das Prob­lem? Das Netz kann nicht selb­ständig denken, es han­delt nicht, eigentlich tut es sog­ar gar nichts. Das Inter­net wird, wenn schon nicht ges­teuert, so doch gefüt­tert, es wartet den lieben lan­gen Tag darauf, dass jemand kommt und mit ihm spielt. Das übernehmen Men­schen. Und denen mis­straue ich schon aus Prinzip. Diese Skep­sis rührt vor allem daher, dass Men­schen Schwierigkeit­en damit haben, die Kon­trolle zu behal­ten. Nein, sie sind sog­ar unfähig, die Kon­trolle zu behal­ten, erst recht, wenn es um etwas so Unkon­trol­lier­bares geht wie das Inter­net. Oder die inter­na­tionalen Märk­te. Oder, spätestens ab 80, den eige­nen Urin. Und: Men­schen sind selb­st in ein­er Demokratie nicht demokratisch. Wie soll es da das Inter­net sein?