Zwischen den Toten Hosen und Deichkind, irgendwann nach Mitternacht, schickte die ARD gestern einen Reporter für ihren Spartensender EinsPlus über das Gelände von Rock am Ring, der die Aufgabe hatte, zehn Frauen zu finden, die ihm ihre Brüste zeigen. Absatz. Ich habe keine rechte Lust, an dieser Stelle die Frage zu diskutieren, warum die Frauen freiwillig vor laufender Kamera blankgezogen haben und ob das einen Unterschied macht. Noch weniger will ich zu Gunsten des Senders und seines Reporters ins Feld führen, dass unter den zehn Frauen auch ein Mann gewesen ist — Sexismus wird nicht dadurch besser, dass er als Witz gemeint ist. Und überhaupt keine Lust habe ich, mir zu überlegen, ob es denkbar gewesen wäre, dass eine Reporterin auf die Suche nach Männern geht, die bei diesem Festival intime Körperteile in die Kamera halten — ganz zu schweigen von der Frage, ob ich verwundert gewesen wäre, einen solchen Einspieler nicht bei der ARD, sondern bei Sport 1 oder RTL 2 zu sehen — oder bei ARTE. All das nämlich führt nur zu billigen …