Author: Trotzendorff

Das Internet? Egal …!

(Update) Um es vor­weg zu sagen: Dies kann noch kein Faz­it sein. Nur ein erster Ein­druck, vom ersten Tag beim Medi­en­t­age Mit­teldeutsch­land. «Verän­dern und Ver­ant­worten» heißt das Mot­to, von Verän­derung habe ich heute noch nicht viel gehört, lediglich das Wort «Bedro­hung» fiel im Zusam­men­hang mit dem Inter­net des Öfteren. Doch wenn «Ver­ant­worten» in diesem Fall etwas mit Bewahren des Sta­tus Quo zu tun hat, gibt es nicht wenige, die das Ziel der drei Tage wohl schon erre­icht haben. Zwei Pan­els, in Leipzig heißt das noch «Diskus­sio­nen», habe ich mir ange­hört («Poli­tik­er und Jour­nal­is­ten — Wie wirken Zahlen und Stim­mungen in der Krise?» und «Jugendliche in neuen Medi­en­wel­ten — Wohin geht die Jugend?»), vielver­sprechende Titel bei bei­den inklu­sive, einen muf­fi­gen Nachgeschmack auch.

50 zu 37 für das Böse

Vor knapp drei Monat­en habe ich einen Artikel zum nofol­low-Attrib­ut geschrieben, der sich seit­dem zu einem der meist­ge­le­se­nen dieses Blogs entwick­elt hat. Doch das Attrib­ut hat promi­nente Unter­stützer und dass der Kampf dage­gen kein­er der Sorte «Quick & Dirty» ist, war mir dur­chaus klar. Auf die Frage, für welche Links das Attrib­ut genutzt wer­den sollte, antwortet etwa das offizielle Google-Blog: Da darf man sich nicht wun­dern, dass nofol­low immer noch durch einen Großteil der Blo­gosphäre geis­tert. Ich habe mir ein­fach mal die Mühe gemacht, die laut Blogcharts 100 pop­ulärsten Blogs zu durch­suchen und eine Sta­tis­tik aufzustellen. Das Ergeb­nis ist zwar bess­er, als ich dachte, aber immer noch ernüchternd: Die übri­gen 13 Blogs lassen entwed­er gar keine Kom­mentare zu, ver­linken sie prinzip­iell nicht oder lassen sich aus anderen Grün­den nicht in ein­er solchen Sta­tis­tik führen. Obwohl sich inzwis­chen vielerorts die Ansicht durchge­set­zt hat, dass sich ins eigene Fleisch schnei­det, wer nicht ver­linkt, ist hier offen­sichtlich noch eine Menge Aufk­lärungsar­beit zu leisten.

«Nein, das ist Lenin»

»Der Weg in die Selb­stzufrieden­heit ist genau­so weit wie der in die Kneipe um die Ecke.« // »Herr Zwe­gat, hat Sie eigentlich schon­mal die Bun­desregierung angerufen?« // »Zieh ‹ne Hose an, wenn Du aus dem Haus gehst, damit liegt man immer richtig. Ach ja, und: Gnampf.« // »Das wird Dich vielle­icht nicht freuen, aber ich werde näch­stes Jahr unge­fähr 700 Tage unter­wegs sein.« // »Real Life ist da, wo der Piz­z­abote herkommt.« // »Net­zhautim­plan­tate? Da hat die Kirche doch bes­timmt was dage­gen, oder? Sagen die nicht, der Job, Blinde sehend zu machen, ist schon vergeben?» // «Wer ist denn das da auf dem Bild an der Wand? Dein Opa?« — »Nein, das ist Lenin.« // »Guten Mor­gen, es ist eins nach dreivier­tel sieben.« // »Ich hab bei diesem Vanilleeis noch nie den Bour­bon raus­geschmeckt.« // »›Die Linke‹ ist recht­si­den­tisch mit der ›Linkspartei.PDS‹, die es seit 2005 gab, und der PDS, die es vorher gab, und der SED, die es vorher gab.« // »Die Schweine­grippe ist auch nicht kosch­er, oder?« // »Selt­sames Gefühl, wenn man im Super­markt Kon­dome kauft und an der Kasse gefragt wird, ob man Treuepunk­te sam­melt.« Das Orig­i­nal dieser Rubrik find­en Sie als »Dialogfet­zen« bei …

Pioniere, Vorreiter, Avantgardisten

Ich bin immer wieder über­rascht, wie alt das Inter­net eigentlich ist. Oder bess­er: wie alt die Idee des Inter­nets eigentlich ist. War wohl ein Spätzün­der — 1992 den ersten Com­put­er bekom­men, 2000 die erste E‑Mail-Adresse. In diesem Doku­men­tarfilm von 1972 mit dem Titel «Com­put­er Net­works: The Her­alds Of Resource Shar­ing» kom­men all die wichti­gen Pro­tag­o­nis­ten zu Wort, die damals an der Entwick­lung von Net­zw­erken wie Arpanet beteiligt waren: Fer­nan­do José Cor­bató, Joseph Carl Rob­nett Lick­lid­er, Lawrence Roberts, Robert Elliot Kahn, Frank Heart, William R. Suther­land, Richard W. Wat­son, John R. Pas­ta, Don­ald Watts Davies und George W. Mitchell. Ein wun­der­bares Stück Zeitgeschichte.

Die drei Baustellen des FC Bayern

Jür­gen Klins­mann ist weg, Jupp Heynck­es kommt, geht es nach dem Kul­tur­an­thro­polo­gen René Girard, haben wir nun unseren Sün­den­bock gefun­den und kön­nen wieder fried­voll zusam­men­leben. Wenn es mal nur so ein­fach wäre. Der FC Bay­ern München hat­te Jür­gen Klins­mann geholt, weil er eine bes­timmte Philoso­phie ver­tritt, weil er bes­timmte Train­ingsmeth­o­d­en nutzt. Eine Philoso­phie und Meth­o­d­en, die im inter­na­tionalen Fußball eigentlich Stan­dard sind, zumin­d­est an der Spitze. Nun hat sich der Vere­in selb­st ein Beinchen gestellt, denn für die kom­mende Sai­son muss der FC Bay­ern, will er inter­na­tion­al beste­hen, nicht nur einen geeigneten Nach­fol­ger find­en, son­dern auch noch zwei weit­ere, ältere Prob­leme bei­seite räu­men. Doch fan­gen wir vorne an: