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Lauf-Apps oder: Warum eierlegende Wollschweine nicht rennen können

Laufen kön­nte der ein­fach­ste und unkom­plizierteste Sport der Welt sein. Eine Lauf­strecke hat jede_r vor der Tür, ein paar Turn­schuhe im Schrank wohl die Meis­ten, also würde es in vie­len Fällen nur die eigene Moti­va­tion brauchen, son­st nichts. Wären da nicht all die Erfahrun­gen, die diejeni­gen, die laufen, schon seit Jahrzehn­ten gemacht haben und machen. So ist es dur­chaus sin­nvoll, über ein hochw­er­tiges paar Schuhe oder sog­ar zwei nachzu­denken, Funk­tion­sklei­dung — ger­ade bei beson­ders kaltem oder heißem Wet­ter — hat sich eben­falls bewährt, und auch das grobe Wis­sen über die eigene Leis­tung beziehungsweise die eige­nen Ziele und den Weg dahin kann nicht schaden. Und genau hier kom­men die vie­len Lauf-Apps ins Spiel, die es mit­tler­weile für das iPhone, Android und manch­mal auch Win­dows Phone gibt. Sie zeich­nen für Läufer_innen Dis­tanz und Tem­po auf, spe­ich­ern die GPS-Dat­en der Strecke und geben meist auch Infor­ma­tio­nen wie den unge­fähren Kalo­rien­ver­brauch und einiges mehr an — einige erlauben sog­ar die Kop­pelung mit einem Pulsmess­er. All das nicht auf dem Niveau von Profigeräten, doch selb­st für ambi­tion­ierte Läufer_innen, die etwa …

Go East?

Leipzig — aus­gerech­net! Das macht es noch schw­er­er, sich im Sep­tem­ber nicht auf meine geliebte Paula zu schwin­gen und in die wahrschein­lich zweitschön­ste Stadt Deutsch­lands zu fahren. Zwar habe ich sechs Jahre nicht mehr so richtig im Sat­tel gesessen und auf den Muskelkater freue ich mich jet­zt schon wie Bolle, aber die Veranstalter_innen der »Deutschen Meis­ter­schaft der Fahrrad­kuriere 2012« (inzwis­chen offline) schreiben (und das ist bis jet­zt so ziem­lich das Einzige, was sie schreiben) wohl nicht umson­st in ihrem Blog: »Nicht nur Kuriere und Ex-Kuriere sind her­zlich ein­ge­laden — die Diszi­plinen sind offen für alle, die gern auf dem Rad sitzen.« Außer­dem schreiben sie auch noch, mann könne da viele alte Bekan­nte tre­f­fen und neue Gesichter ken­nen­ler­nen. So richtig üppig sind all die Infor­ma­tio­nen zwar bis­lang noch nicht (Vor allem würde ich gerne wis­sen, wo in Leipzig die DMFK geplant ist), aber immer­hin eine Face­­book-Seite gibt es zu dieser zwölften deutschen Meis­ter­schaft. Da klick ich schon­mal auf »Gefällt mir«.

Ithaka reloaded oder: Brichst du auf gen Bernabéu

Brichst du auf gen Bern­abéu, wün­sch dir eine lange Par­tie, voller Dop­pelpässe und schneller Angriffe. Die Eto’os und Snei­jders, den zorni­gen Lucio fürchte nicht, solcher­lei wirst du auf dein­er Fahrt nie find­en, wenn dein Denken hochges­pan­nt, wenn edle Regung deinen Geist und Kör­p­er anrührt. Den Eto’os und Snei­jders, dem wüten­den Lucio wirst du nicht begeg­nen, falls du sie nicht in dein­er Seele mit dir trägst, falls deine Seele sie nicht vor dir auf­baut. Wün­sch dir eine lange Par­tie. Der Som­mer­abende möcht­en viele sein, da du, mit welch­er Freude und Zufrieden­heit! in nie zuvor gese­hene Sta­di­en ein­fährst; halte ein bei den Are­nen der Fran­zosen und erziel die schön­sten Tore, Eck­en und Flanken, Abseits­fall­en, Hack­en­tricks und erre­gende Spielzüge aller Art, so reich­lich du ver­magst, erre­gende Spielzüge; besuche viele Sta­di­en in Ital­ien, damit du von den Eingewei­ht­en lernst und wieder lernst. Immer halte Madrid im Sinn. Dort anzukom­men, ist dir vorbes­timmt. Doch beeile nur nicht deine Reise. Bess­er ist, sie dauere viele Minuten; und alt gewor­den lege am Esta­dio San­ti­a­go Bern­abéu an, reich an dem, was du auf dein­er Fahrt gewannst, und hoffe nicht, dass …

Nicht nach vorne, nach oben!

Ver­trauen Sie sich selb­st? Ich frage deshalb, weil ich seit einiger Zeit immer wieder vor dem sel­ben Prob­lem ste­he. Zum ersten Mal vor vielle­icht sechs Wochen, in 15 Metern Höhe, hän­gend in der Wand. Am Klet­ter­gurt: Mein erster eigen­er Knoten. Selb­st zusam­menge­frimelt, auf den ersten Blick solide. Auf den zweit­en auch. (Selbst)Vertrauen? Nicht die einzige Frage, die man sich zwis­chen Boden und Hal­len­decke, in diesen vielle­icht drei, vier Minuten stellen kann. Und doch, der Spiel­raum im Kopf ist begren­zt. Auf den näch­sten Griff, den näch­sten Tritt, die langsam über­säuern­den Muskeln, die schmerzen­den Füße. Kein Gedanke wird da ver­schwen­det an die Redak­tion, den noch unfer­ti­gen Artikel, das vollgestellte Spül­beck­en und den unerledigten Anruf. Stattdessen: die Wand im Kopf. Freiheit.