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Going home oder: Wieder Mädschenjournalist

Man kön­nte es ein kurzes Vergnü­gen nen­nen, tat­säch­lich aber haben sich die let­zten zehn Monate doch eher wie türkisches Eis in die Länge gezo­gen. Waren also dur­chaus leck­er. Sel­ten in so kurz­er Zeit so viel gel­ernt, gelit­ten, geflucht und ges­taunt. Jet­zt aber ist es auch mal gut, nun müssen Opel, die Rezes­sion und all die Bankman­ag­er dies­seits und jen­seits wieder ohne mich auskom­men. Ich kehre dem Mam­mon den Rück­en und heim in das Medi­en­res­sort. Bald darf ich wieder Abhand­lun­gen und Betra­ch­tun­gen über Geschriebe­nens, Geblog­gtes, Getwit­tertes und Gedreht­es ver­fassen, wozu hat man sowas son­st auch gel­ernt? Und ich dürfte mir das Wörtchen «Medi­en­jour­nal­ist» über mein Blog pin­nen. Das aber dann nicht nur ständig über mir schweben, son­dern auch immer und immer wieder von mein­er inneren Stimme rez­i­tiert zwis­chen linkem und recht­en Schläfen­lap­pen herum­sausen würde. Und da klingt das lei­der wie «Mäd­schen­jour­nal­ist». Soweit hat mich das säch­sis­che Exil schon versaubeutelt.

Patriot

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»Wenn man immer perfekt ist, dann ist man tot«

Schon vor mehr als zehn Jahren, in der Schule, wussten wir: Aus dem Roland, da wird mal was. Was ganz Großes, mit Kar­riere und Fans und allem Schnickschnack, der dazuge­hört. Denn Roland kon­nte sin­gen. Und heute? Heute hat er eine Band, die so heißt wie er (Voltaire), ein eigenes Plat­ten­la­bel und noch im März erscheint in Koop­er­a­tion mit PIAS («Play It Again Sam») das zweite Album «Das Let­zte Biss­chen Etikette». Dann gehen Voltaire auf Tour. Unser erstes Gespräch seit der Schulzeit. Ein Interview.

Das große Los?

Erin­nern Sie sich noch? Einen Monat ist Sascha Lobos Fol­low­erver­losung her, damals schrieb er: «Natür­lich ist die Zahl der Fol­low­er nur bed­ingt ein Maßstab für irgen­det­was Anderes außer eben der Zahl der Fol­low­er. Ich glaube aber, dass man an dieser Aktion able­sen kön­nen wird, welche Mobil­isierungskraft Twit­ter im deutschsprachi­gen Raum innewohnt.» Das klang span­nend. Da habe ich mit­gemacht. Wer­fen wir nun, einen Monat später einen Blick auf die Fak­ten: abo­tis, der «Gewin­ner» von Lobos Aktion, hat­te am 30. Jan­u­ar kurz nach 15 Uhr 745 Fol­low­er, nach Lobos Angaben waren es vor Bekan­nt­gabe des Ergeb­niss­es 737. Schon kurz danach kam abo­tis mit dem Zurück­fol­gen nicht mehr hin­ter­her. Zwis­chen­stand um 16:30 Uhr: 969 Fol­low­er. An der Aktion teilgenom­men hat­ten zwis­chen 750 und 1100 Twit­ter­er, rein rech­ner­isch hätte abo­tis heute also in etwa zwis­chen 1500 und 1850 Fol­low­er haben sollen, ein wenig Schwund oder zusät­zliche Neuankömm­linge mal ausgenom­men. Kurz nachgezählt: Es sind knapp über 1300.