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Kein ctrl+z

Das Ver­hält­nis zwis­chen Blog­gern und Zeitun­gen war und ist nicht immer das beste. Seit einiger Zeit aber hat die FAZ mit ihren Blogs ihren Teil dazu beige­tra­gen, das zu ändern. Eines der Blogs, das von Michael See­mann alias mspro, hat es nun erwis­cht. Es ist gelöscht wor­den, ver­mut­lich, weil sich die FAZ es nicht gefall­en lassen wollte, dass mspro einen Artikel, den die Redak­tion aus bil­drechtlichen Grü­nen offline genom­men hat, ohne Bilder eigen­mächtig wieder ins Netz gestellt hat (mspros Darstel­lun­gen find­et sich hier). Man kann nun darüber stre­it­en, ob das ver­hält­nis­mäßig war, man kann darüber spekulieren, ob hin­ter dem kleinen Eklat Frank Schirrma­ch­er steckt, man kann sich Sor­gen um die Texte machen, in denen See­mann vom Kon­trol­lver­lust im Netz geschrieben hat (und sich freuen, dass sie dank der Errun­gen­schaften des Inter­nets nicht ver­loren sind). Doch das alles ist nur halb so wild, denkt man an die Konsequenzen.

Als das Heute noch morgen war

Horst W. Opaschows­ki ist so etwas wie der Kurzzeit-Nos­­tradamus unser­er Tage. Man nen­nt ihn auch Mr. Zukun­ft, schlicht deshalb, weil er so gut wie alles voraus­sagt, was sich so voraus­sagen lässt. Natür­lich nicht mehr anhand eines Blicks in die Sterne oder irgendwelch­er Séan­cen, son­dern auf­grund von soli­den, wis­senschaftlichen Berech­nun­gen. 1997, vor 13 Jahren also, hat Opaschows­ki ein Buch geschrieben, das den Titel «Deutsch­land 2010: Wie wir mor­gen leben — Voraus­sagen der Wis­senschaft zur Zukun­ft unser­er Gesellschaft» trägt. Man darf sich nun nicht davon verun­sich­ern lassen, dass dieses Buch sein­erzeit die British Amer­i­can Tobac­co her­aus­gegeben hat, deren Stiftung unter­hält das Freizeit­­forschungs-Insti­­tut, für das Opaschows­ki damals gear­beit­et hat, so ein­fach ist das. Heute nun haben wir 2010, Zeit also, ein­mal nachzuschauen, was man 1997 alles gedacht hat über unser heutiges Heute. Was man erwarten darf und was nicht, schreibt Opaschows­ki schon in der Ein­leitung: «Große gesellschaftliche Ereignisse sind nicht prog­nos­tizier­bar, auch Kriege und Krisen nicht — voraus­sag­bar aber sind die Lebens­ge­wohn­heit­en der Men­schen.» Nun gut, dann eben die. Und neben der Arbeitswelt, der Konsum‑, Sport‑, Urlaubs‑, Kultur- …

Eifach e huere guete Zyt

Ich weiß noch gut, was ich geant­wortet habe, als ich vor zwei Jahren, die Vor­bere­itun­gen für das Buch «Graubün­den erlesen» liefen ger­ade auf Hoch­touren, gefragt wurde, mit welchen Worten ich meine Wochen in Graubün­den beschreiben würde: «Eifach e huere guete Zyt» habe ich gesagt, ein­fach eine ver­dammt gute Zeit. Und meine Antwort, sie würde heute noch genau so aus­fall­en wie vor zwei Jahren. Das Buch erschien sein­erzeit zum 10-jähri­­gen Jubiläum des «Graubün­den Nach­wuch­spreis für Reise­jour­nal­is­ten», ein­er Ver­anstal­tung, die in diesem Jahr, nach ein­er kleinen Pause, endlich wieder aufgelegt wird. Das Prinzip: «Auf Ein­ladung von Graubün­den Ferien sowie touris­tis­chen Part­nern weilen ein­mal pro Jahr um die 20 Nach­wuch­skräfte aus dem Reise-Jour­­nal­is­­mus — alle­samt unter 32 Jahren — zu einem ein­wöchi­gen Recherche-Sem­i­­nar in Graubün­den. Während dieser Woche recher­chieren sie zu einem vorher frei gewählten The­ma. Die Klam­mer bilden zwei Sem­i­nar­blöcke, in welchen Fach­dozent Peter Lin­den den Teil­nehmern Grund­la­gen der jour­nal­is­tis­chen Form ‹Reportage› ver­mit­telt und mith­il­ft, dem zusam­menge­tra­ge­nen ‹Roh­ma­te­r­i­al› Dra­maturgie und Struk­tur zu ver­lei­hen. Die danach inner­halb ein­er geset­zten Frist veröf­fentlicht­en Reporta­gen gelan­gen in die Wer­tung, die von …

Pssssssst …

Ging das schnell. Schon wieder liegt eine neue Aus­gabe von FROH! vor mir, irgend­wie eine Wei­h­nacht­snum­mer, zumin­d­est aber eine für den Win­ter, für die stille Jahreszeit oder all diejeni­gen, die sich mehr Stille wün­schen: «Eigentlich kann man ein Mag­a­zin nur lesen und betra­cht­en. Man kann darin blät­tern und sich daran satt sehen. Aber wenn man ganz leise ist, und sein Ohr auf das Papi­er legt, hört man Stim­men, die Geschicht­en erzählen, und Orte, die in der Ferne rauschen. Unsere Win­ter­aus­gabe ist ein sehr stilles Heft gewor­den, eines für das man selb­st still wer­den muss, um nichts zu überhören.»