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Gedreht, gewendet, gelandet

Mehr als 80 Seit­en ohne Wer­bung, alleine das sorgt bei mir schon für Verzück­en. Mehr als 80 Seit­en ohne Wer­bung und auch noch mit Inhalt hinge­gen, das ist in Zeit­en, in denen so viele die Medi­en gern an die Wand reden, ein dick­es Ding. Das FROH! Mag­a­zin hat das schon zum zweit­en Mal geschafft, ein drittes und viertes Mal sollen fol­gen. Nach dem Wei­h­­nachts-Heft 2008 ist seit Fre­ita­gnacht die Wen­­den-Aus­­gabe im Han­del käu­flich zu erwer­ben, bish­er nur im Online-Shop, glaube ich, die ver­suchen aber irgend­wie, in Köln noch Büd­chen aufzutreiben oder so. Doch zum Inhalt: Wen­den liegt ja nahe, 20 Jahre nach der Wende aller Wen­den. Diesen Begriff aber zu drehen, zu wen­den und auf sich selb­st anzuwen­den, das passiert sel­ten. Hier schon.

Zweimal werden wir noch wach …

Ich bin, das muss ich sagen, ein klitzek­leines biss­chen aufgeregt. Am Fre­itag näm­lich fahre ich nach Köln. Nun bin ich nicht wegen Köln aufgeregt, was wiederum nicht bedeuten soll, dass ich Köln nicht mag oder dass man wegen Köln nicht aufgeregt sein kön­nte. Im Gegen­teil. Ist ja auch ein Stück Heimat. Mir aber geht es um den Abend und eine kleine feine Ver­anstal­tung in Ehren­feld. Da näm­lich wird das neue FROH! Mag­a­zin vorgestellt. The­ma: Wen­den. Und zufäl­lig, rein zufäl­lig, habe ich einen Beitrag zu diesem Heft geleistet.

Lieber Stefan Niggemeier!

Wie das mit dem Musikver­bre­it­en ganz ohne Daten­träger gehen soll, von dem Du hier (inzwis­chen offline) schreib­st, würde mich ern­sthaft inter­essieren. Ich kratze schon­mal mein Erspartes zusam­men, das Kind schaukeln wir zu ein­er Kul­tur­rev­o­lu­tion! Doch zum Ern­sthaften: Ein wenig von dem Enthu­si­as­mus, dem Ärg­er, vielle­icht sog­ar der Wut, die in diesem Text steckt (bei dem ich ein­fach mal davon aus­ge­he, dass er weniger Zeit in Anspruch genom­men hat als das viel disku­tierte Inter­net-Man­i­fest), hät­ten sich viele glaube ich auch beim Man­i­fest gewünscht.

Kleine Gastrokritiker-Kritik

Ich liebe Essen. Und ich liebe es, das zu lesen, was andere über Essen schreiben. Ob Rezepte, Restau­ran­tkri­tiken oder Büch­er wie die von Antho­ny Bour­dain oder Bill Buf­ford. Unter anderem deshalb bin ich trotz aller Schwächen nach wie vor ein­er großer Fan der Mag­a­zine von Süd­deutsch­er Zeitung und Zeit. Eine Aus­gabe kann mich noch so sehr ent­täuschen — immer aber ste­ht etwas vom Essen darin. So auch im aktuellen Zeit-Mag­a­zin, das ich erst heute beim Früh­stück durch­blät­tern kon­nte. Nicht nur, dass Gün­ter Wall­raff darin unter dem Titel «Unfeine Küche» einen soli­den Text über die Arbeits- und Aus­bil­dungs­be­din­gun­gen eines Gourme­trestau­rants geschrieben hat, Wol­fram Siebeck find­et dort in sein­er Kolumne auch noch «viele Spitzenköche modisch und aus­tauschbar. Umso mehr freut er sich über eine Ent­deck­ung in Basel.» Das freut mich, denn ich mag Basel. Und obwohl ich Wol­fram Siebeck bish­er lei­der nicht ken­nen­ler­nen durfte, schätze ich ihn. Ich habe schon so manchen schö­nen Text von ihm gele­sen. Basel und Siebeck — also eine per­fek­te Kombination?

Who’s Bad?

Es gibt bei umstrit­te­nen The­men dieses furcht­bar wack­lige Totschla­gar­gu­ment von so manchem Chefredak­teur, die Leute woll­ten bes­timmte Dinge ein­fach lesen. Wack­lig deshalb, weil es jegliche jour­nal­is­tis­che Kom­pe­tenz verneint, selb­st zu entschei­den, was rel­e­vant ist. Genau darüber gibt es auch im Fall Michael Jack­son Diskus­sio­nen. Bericht­en die Medi­en zu viel? Schlacht­en sie den Tod des Stars lediglich aus? Schon am Fre­itag, einen Tag nach Jack­sons Tod, kon­nte man über­all im Netz lesen, wie lei­dig dieses The­ma für einige ist. Redak­tio­nen erhiel­ten Leser­briefe und Kom­mentare mit der Frage, ob denn dieser Mann wirk­lich so wichtig gewe­sen sein, dass man so einen Rum­mel ver­anstal­ten müsse. Ja, war er.