Wort & Tat
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Überfluss

Ich weiß, ich werde nicht behaupten kön­nen, ich habe von nichts gewusst. Die Prü­fun­gen ste­hen an und das bedeutet Ler­nen. Ler­nen bedeutet Lesen und das tut man eben auch aus Büch­ern. Nun stapelt sich also vor mir Fach­lit­er­atur neben Lyrik, Romane neben Zeitschriften, Auf­sätze neben Noti­zen. Kür­zlich erst habe ich Bern­hard Schlinks »Vor­leser« begeis­tert been­det, es liegen da unter anderem noch Wielands »Agath­on«, Moritz’ »Anton Reis­er« oder die »Bud­den­brooks«. Dazu besitze ich seit gestern das zur Auf­frischung nüt­zliche, aber etwas schnar­chig klin­gende Werk »Roman­the­o­rie und Erzählforschung«, im Regal wartet die Gesam­taus­gabe Schillers auf mich und verzweifelt über­lege ich, warum zum Teufel ich mir aus der Uni­ver­sitäts­bib­lio­thek Band 5 ein­er Sim­mel-Aus­gabe bestellt habe. Selb­st beim Durch­blät­tern bin ich nicht mehr drauf gekommen.

Dafür aber habe ich mir eben­falls gestern — als seel­is­chen Aus­gle­ich — »Deutsch für Profis« von Wolf Schnei­der zugelegt. Irgend­wie bin ich dem Mann ohne­hin schon ver­fall­en, doch bere­its die Über­schrift des 1. Kapi­tels (»Der Duden hat kapit­uliert«) hat mich davon überzeugt, dass sich der Kauf gelohnt hat.

Neben alle­dem stapeln sich zu mein­er Linken etwa 20 Werke zur Architek­tur im Drit­ten Reich, einige kleinere Ergüsse zur Kun­st Ernst Bar­lachs sowie bish­er noch zu wenig Lit­er­atur zu Karolingis­ch­er Buch­malerei. Als Geschenk von lieben Men­schen dazugekom­men ist vorige Woche noch »Das schön­ste deutsche Wort«, das so erquick­liche Beiträge bein­hal­tet wie »Nachtviölken«, »Solooboist« oder »Eier­schalen­soll­bruch­stel­len­verur­sach­er«. Es sieht so aus, als hätte ich für mehrere Leben genug zu lesen, was gewiss nicht schaden kann. Denn wie sagte schon Herr Raabe so schön: »Erst durch das Lesen lernt man, wie viel man unge­le­sen lassen kann.« Sollte ich aber in näch­ster Zeit weniger zum Schreiben kom­men, so darf man mich ruhig rüf­feln. Rüf­feln übri­gens würde in meine engere Auswahl zum schön­sten deutschen Wort kommen.

3 Comments

  1. Handy orten kostenlos says

    Ach ich kenne das mit dem Lernstress!Hatte let­zte woche mein abitur und ich war nur am büffeln!!

    Mfg San­dra

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