Author: Trotzendorff

Big Brother 2006

Innen­min­is­ter Schi­ly hat heute in Stuttgart sein Sicher­heit­skonzept für die WM 2006 vorgestellt. Und das hat es in sich…! Sta­di­en und Innen­städte sollen mit Sicher­heit­skam­eras aus­ges­tat­tet wer­den, die nicht nur pro­fanes Bild­ma­te­r­i­al aufze­ich­nen, son­dern auch die bio­metrischen Gesichtsmerk­male anwe­sender Per­so­n­en erfassen sollen. Zudem wird die Polizei mit mobilen optis­chen Fin­ger­ab­drucksys­te­men (»Fast Iden­ti­fi­ca­tion«) aus­ges­tat­tet, meldet der Branchen­di­enst Heise. Daneben stellt Schi­ly Luftraumsper­run­gen und den Ein­satz von Son­dere­in­heit­en in Aus­sicht. Big Broth­er is watch­ing you.

Alternativdroge

Kaf­fee hil­ft schon nicht mehr? Die tra­di­tionellen Limo-Vertreter aus den Staat­en sind fad? Die Lösung kön­nte aus der schö­nen Hans­es­tadt Ham­burg kom­men. In schick gestal­teten Flaschen, die das Kon­ter­fei der bei­den Erfind­er ziert, kommt Fritz Kola beziehungsweise Fritz Limo daher — die Kola mit Kof­fein (83,3mg pro 0,33l Flasche) knapp unter den geset­zlich erlaubten Werten. Das zeigt Wirkung, ist aber bish­er lei­der nur in aus­gewählten Ham­burg­er Bars und Super­märk­ten zu haben. Schade, denn nicht nur das Design macht Spaß, auch als Mixgetränke kön­nen die aus­ge­fal­l­enen Sorten wie Mel­o­nen­limo eine ganze Menge. Oder wie die Mach­er das gerne sagen: Schmeckt ham­mer­leck­er und ist abso­lut porno.

Fernsehen aus der Butze

Ein neuer Begriff durch­wabert die Medi­en­wel­ten: Unter­schicht­en­fernse­hen. Er stammt aus dem Munde Har­ald Schmidts und beschreibt ein For­mat, von dem sich leicht abgren­zen lässt, wie der Spiegel heute in einem kleinen, feinen Artikel vorzuführen weiß. Denn wer will schon gle­ichge­set­zt wer­den mit den­jeni­gen, die ihre »Stütze am lieb­sten in gas­tronomis­chen Kle­in­st­be­trieben, die ›Uschi’s Bowl­ing-Butze‹ heißen« verk­lop­pen oder im Fernse­hen darüber debat­tieren, wer Schuld am Mis­rat­en der Bla­gen sei? Das alltägliche Sal­badern auf allen Kanälen ist wohl doch eher Sache der Unter­be­lichteten, beziehungsweise Unter­ver­sorgten. Das macht Angst bei den Ver­ant­wortlichen, Sor­genkind sind da die Wer­beein­nah­men. Denn wenn die Wirtschaft davon Wind bekommt, dass die meist­ge­se­henen For­mate… Naja, das kön­nte weit führen, wenn man nur will. Da ist es doch ein­fach­er, und da freuen wir uns mit dem Spiegel, sich her­auszure­den. Die Argu­mente scheinen denkbar ein­fach: »Okay, uns geht’s schlecht, aber wenn wir Arte guck­en, ›Mare‹ abon­nieren und Har­ald Schmidt gut find­en, gehören wir wenig­stens nicht zu diesem dubiosen Gespen­ster­pö­bel­pack da unten.« Wem das zu feige ist, der find­et beim Spiegel auch die Möglichkeit mit zu diskutieren — …

Prix Ars Electronica 2005

Das Fes­ti­val Ars Elec­tron­i­ca Linz hat die diesjähri­gen Preisträger für den Prix Ars Elec­tron­i­cabekan­nt­gegeben. Das The­ma 2005 lautete »Hybrid: Liv­ing in the Para­dox«. Die ersten Preise (Gold­ene Nica) erhal­ten bei dem vom 1. bis zum 6. Sep­tem­ber stat­tfind­en­den Fes­ti­val: Tomek Baginski/Platige Image (Poland) für »Fall­en Art« (Sparte: Com­put­er Animation/Visual Effects) AKSHAYA (India) (Sparte: Dig­i­tal Com­mu­ni­ties) Esther Polak, Ieva Auz­i­na und RIXC — Riga Cen­ter for New Media Cul­ture (Latvia) für »*/MILKproject« (Sparte: Inter­ac­tive Art) Amach­er Maryanne (USA) für »TEO! A son­ic sculp­ture« (Sparte: Dig­i­tal Musics) Ben­jamin Fry, Casey Reas (USA) für »Pro­cess­ing« (Sparte: Net Vision) Markus Such­er (Aus­tria) für »Ren­nacs Stud­ies« (Sparte: u19 — freestyle computing)

Wunschwelten

Zeit­genös­sis­che Kun­st ist nicht immer leichte Kost. Mal trock­en, mal pornographisch, mal skur­ril und so manch­es Mal auch schlicht lang­weilig. Doch tat­säch­lich, und das mag erstaunen, gibt es auch heute noch Roman­tik in der Kun­st, die Sehn­sucht nach einem schöneren oder zumin­d­est anderen Leben. Dass dies gar nicht so sel­ten der Fall ist, beweist die Schirn Kun­sthalle in Frank­furt zurzeit mit ihrer beein­druck­enden Schau »Wun­schwel­ten«. Noch bis zum 28. August stellt sie Kün­stler wie Jus­tine Kur­land mit ihren im wahrsten Sinne merk­würdi­gen und gle­ichzeit­ig intim verträumten Fotografien oder David Thor­pe und seine majestätis­chen und detail­re­ich col­lagierten Land­schaften aus. Utopi­en und Wun­schträume wohin man schaut, manch­mal nah am Kitsch, manch­mal zum Heulen schön. Abso­lut sehenswert!