Author: Trotzendorff

Heimatlose Orchester

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Ich würde gerne einen Tisch reservieren

Ist das nun das im wahrsten Sinne des Wortes größte Gad­get, das ich je gese­hen habe — oder ein­fach nur der größte Schwachsinn? Schließlich kann dieser zugegeben­er­maßen gut, aber wenig inno­v­a­tiv designte 58-Zoll-Tisch nicht mehr, als das angeschlossene iPhone auch kann. Als echt­es Büromö­bel also taugt er wohl kaum, dafür müssten die öster­re­ichis­chen Erfind­er schon min­destens eine iPad-Ver­­sion entwick­eln. Als Spielzeug aber ist Table Con­nect dur­chaus geeignet — allein das Zuguck­en macht ein­fach Spaß.

»Heißt das, ich kann nicht mehr zurück?«

Call­cen­ter haben einen — sagen wir — beschei­de­nen Ruf. Und wer heute bei ein­er Hot­line anruft, weiß nicht, wo auf der Welt sein Gegenüber sitzt, das mit ihm über die Ver­sicherungspo­lice, den Fes­t­net­zan­schluss oder die let­zte Bestel­lung redet. Die Glob­al­isierung hat längst auch in diesem Dien­stleis­tungs­bere­ich Einzug gehal­ten. Einem Prob­lem, dass sich unter dieser Ober­fläche abspielt, hat sich die Filmemacherin Mar­ti­na Priess­ner in »Wir sitzen im Süden« angenom­men. Denn einige der­jeni­gen, mit denen Deutsche Tag für Tag tele­fonieren, melden sich mit falschem Namen: Deutsch-Türken, die in Call­cen­tern für deutsche Fir­men arbeit­en. In Istan­bul. Und das nicht etwa frei­willig, son­dern weil sie auf­grund der herrschen­den Geset­ze nicht mehr nach Deutsch­land zurück­dür­fen. Men­schen, die sich mehr als Deutsche, denn als Türken sehen, die der aktuellen Inte­­gra­­tions-Debat­te und all den sar­razin­schen und merkelschen Argu­men­ta­tionsver­suchen den Spiegel vorhal­ten. Oder, wie es ttt vor kurzem aus­drück­te: » Während die Poli­tik­er dauernd über Migranten reden, die sich ange­blich nicht inte­gri­eren wollen, erlebt der Zuschauer im Film Türken, die längst Deutsche sind, aber nicht in Deutsch­land leben dür­fen.« Derzeit tourt »Wir sitzen …

Search. Explore. Experience.

Vor kurzem las ich bei Lean­der Wat­tig von Apture (Slo­gan: »Search. Explore. Expe­ri­ence.«), einem Ser­vice, der »die Ver­net­zung aller frei ver­füg­baren Inhalte im Web« ermöglicht, ohne dass man eine Web­site ver­lassen muss. »Ein Web­site-Betreiber fügt einen kleinen Code-Schnipsel auf der eige­nen Seite ein«, schrieb Lean­der dazu. »Wann immer dann ein Nutzer beliebige Wörter auf dieser Web­site markiert, bekommt er passende weit­er­führende Infor­ma­tio­nen zu diesen markierten Worten ange­boten.« Klang span­nend, klang nüt­zlich, und so läuft auch auf trotzendorff.de seit heute dieser Code-Schnipsel. Ein­fach mal aus­pro­bieren, ein Wort markieren, und schauen, was Apture Euch so anbietet.

Fällt das Glas aus meiner Hand

Lieber Frank. Ein Jahr ist es heute her, dass Du gegan­gen bist. Ein Jahr ohne Dich, das viel zu wenig Zeit zum Nach­denken ließ. Hätte ich nicht gewusst, dass Du für so etwas nichts übrig hast, wäre ich heute in den Dom gegan­gen, um eine Kerze für Dich anzuzün­den. Stattdessen werde ich auf Dich trinken, den besten Whisky, den ich find­en kann. Ich habe bis heute nicht wirk­lich ver­standen, wie Du das gemacht hast, dass man sich bei Dir ein­fach wohl gefühlt hat. Immer. Wir haben uns nicht lange gekan­nt, und doch war jed­er Tag mit Dir, jed­er Abend, Zeit in Gesellschaft eines Freundes.