Author: Trotzendorff

Digitales Trinkgeld

Alle Welt redet/twittert/bloggt über Flat­tr, die Ein­ladun­gen (derzeit befind­et sich Flat­tr noch im Beta-Sta­­tus) kur­sieren ähn­lich wie bei Google Wave, diese Plat­tform schickt sich an, das näch­ste große Ding im Netz zu wer­den. Ergo gibt es Flat­tr ab heute auch hier, auf diesem Blog. Auf den ersten Blick scheint dieses Tool etwas ähn­lich­es zu bieten wie Pay­pal: einen Micro­­pay­­ment-Dienst. Doch das Prinzip funk­tion­iert anders. Denn das Geld, das bei Flat­tr hin- und her­wan­dert, wan­dert zwis­chen einzel­nen Pro­jek­ten hin und her. Und das geht so.

Unterbeschaftigung?

Das, was Sie auf dem neben­ste­hen­den Foto sehen, meine Damen und Her­ren, ist aller­fe­in­stes Zwielicht. Und der Mann im Bild, das kön­nte Wik­tor Dro­gin sein (Ist er natür­lich nicht). Wik­tor kommt seinen Angaben zufolge aus der Ukraine, ist Direk­tor ein­er Fir­ma namens Infos­oft, und Wik­tor hat mir geschrieben. Eine sehr nette Mail mit einem reizvollen (und offe­nen) Jobange­bot (als Geld­wäsch­er) und tollen Sätzen wie «In der Regel kommt unge­faehr von 10 Tagen bis 2–3 Woche mit Woch­enende her­aus» und auch die dop­peldeutige Betr­e­f­fzeile zeugt von fast schon lit­er­arisch­er Begabung. Vor allem die lieben Grüße jedoch und den Hin­weis, nicht zu ver­legen, falls ich ver­schiedenar­tige Fra­gen haben sollte, fand ich gut. Also, Herr Dro­gin (ein schön­er Name), eine Frage hätte ich wirk­lich: Geht’s noch?

Endlich Fieber

Vor unge­fähr einem Jahr habe ich mich ver­liebt — jet­zt mache ich mir Vor­würfe. Warum nur habe ich solange gewartet? Ich wusste doch, das wird was, auf den ersten Blick schon. Gut, zugegeben, zwis­chen­durch hab ich auch ein­fach nicht mehr dran gedacht, habe ver­drängt und mich ver­meintlich wichtigerem gewid­met. Seit heute aber läuft endlich Fever° auf meinem Serv­er. Und was soll ich sagen? Es ist großar­tig, noch bess­er, als ich gedacht hätte. Jet­zt endlich kann ich mich ver­ab­schieden von all den klas­sis­chen Fee­dread­ern mit all ihren klas­sis­chen Unzulänglichkeit­en. Allerd­ings hat­te ich ein wichtiges Detail nicht bedacht und so brauchte es auch einen kleinen Trick, um Fever° zu instal­lieren. Wer sich jet­zt fragt: «Wovon redet der eigentlich in seinem Wahn?», dem sei gesagt: Das haben andere schon beant­wortet, sehr gut sog­ar. Und so ver­weise ich beispiel­sweise auf diesen Artikel. Er erk­lärt, was Fever° ist. Kom­men wir also zum Problem.

Als das Heute noch morgen war

Horst W. Opaschows­ki ist so etwas wie der Kurzzeit-Nos­­tradamus unser­er Tage. Man nen­nt ihn auch Mr. Zukun­ft, schlicht deshalb, weil er so gut wie alles voraus­sagt, was sich so voraus­sagen lässt. Natür­lich nicht mehr anhand eines Blicks in die Sterne oder irgendwelch­er Séan­cen, son­dern auf­grund von soli­den, wis­senschaftlichen Berech­nun­gen. 1997, vor 13 Jahren also, hat Opaschows­ki ein Buch geschrieben, das den Titel «Deutsch­land 2010: Wie wir mor­gen leben — Voraus­sagen der Wis­senschaft zur Zukun­ft unser­er Gesellschaft» trägt. Man darf sich nun nicht davon verun­sich­ern lassen, dass dieses Buch sein­erzeit die British Amer­i­can Tobac­co her­aus­gegeben hat, deren Stiftung unter­hält das Freizeit­­forschungs-Insti­­tut, für das Opaschows­ki damals gear­beit­et hat, so ein­fach ist das. Heute nun haben wir 2010, Zeit also, ein­mal nachzuschauen, was man 1997 alles gedacht hat über unser heutiges Heute. Was man erwarten darf und was nicht, schreibt Opaschows­ki schon in der Ein­leitung: «Große gesellschaftliche Ereignisse sind nicht prog­nos­tizier­bar, auch Kriege und Krisen nicht — voraus­sag­bar aber sind die Lebens­ge­wohn­heit­en der Men­schen.» Nun gut, dann eben die. Und neben der Arbeitswelt, der Konsum‑, Sport‑, Urlaubs‑, Kultur- …