Author: Trotzendorff

Generation Praktikum

Im schlimm­sten Fall bedeutet ein Prak­tikum heutzu­tage Zeitver­schwen­dung, im besten Fall hält es einige Wochen oder Monate bere­it, die auf das Beruf­sleben vor­bere­it­en kön­nen. Immer aber bedeutet es Arbeit und nur in den sel­tensten Fällen lässt sich diese Zeit ohne finanzielles Pol­ster über­ste­hen. Denn ein Gehalt wird sel­ten gezahlt, oft noch nicht ein­mal ein Fahrtkosten- oder Woh­nungszuschuss. Am Ende bleibt nur ein Zeug­nis und dessen Wert ist in eini­gen Fällen gle­ich Null. Seit Wochen wird in den Medi­en, allen voran den Feuil­letons der großen Tageszeitun­gen ein­er gewis­sen »Gen­er­a­tion Prak­tikum« der Rück­en gestärkt. Doch alles Disku­tieren und Kri­tisieren wird das Prob­lem kaum klein­er machen. Das hat sich auch eine engagierte Dame namens Désirée Grebel gedacht und gehan­delt. Sie hat im Deutschen Bun­destag eine Peti­tion ein­gere­icht, die fol­gende Forderung enthält: Diese Peti­tion kann unterze­ich­net wer­den und das noch bis zum 14. Juni — Online unter dem fol­gen­den Link (inzwis­chen offline). Bis zu diesem Zeit­punkt haben das schon über 12.000 25.000 Men­schen getan. Anscheinend haben die und Frau Grebel wenig­stens begrif­f­en, dass Reden an manchen Punk­ten ein­fach nicht weiterhilft.

Vatikan strikes back

Es ist kaum drei Monate her, dass sich halb Europa, allen voran Deutsch­land, über einige fun­da­men­tal­is­tis­che Religiöse aufgeregt hat, die Kri­tik in Form von Satire nicht ertra­gen wollte. »Damals« war die Rede vom Vor­recht der Mei­n­ungs­frei­heit, von Satire- und Presse­frei­heit und den ach so tollen Vorzü­gen der Demokratie. Das ist nun vergessen. SeitMTV ab dem 03. Mai seine Car­­toon-Serie »Popetown« ausstrahlen will, ste­ht das Krisen­zen­trum kon­ser­v­a­tiv­er Katho­liken nicht mehr still. Hier der Inhalt in Kurz­form: Der Diöze­san­rat der Katho­liken des Köl­ner Erzbis­tums beze­ich­nete das als »wider­wär­tige Ver­höh­nung der katholis­chen Kirche«, die CDU/C­­SU-Bun­destags­frak­­tion und inzwis­chen sog­ar die Evan­ge­lis­che Kirche haben sich gegen die Ausstrahlung gewandt. Und das, obwohl fraglich ist, ob ein einziger der Kri­tik­er die Serie auch nur in Auszü­gen gese­hen hat. Was unter­schei­det aber einen Mohammed mit Bombe auf dem Kopf von einem blutrün­stel­nden Papst? Ist es nicht legit­imes Recht der Satire, sich — wenn ihr denn Frei­heit gegeben ist — an allem und jedem auszu­lassen? Oder muss ein Sender wie MTV, der unfraglich Vor­bild­sta­tus für einige Jugendliche haben dürfte, Rück­sicht auf die größeren der …

Apples Boot Camp

Apple öffnet sich dem Markt, und seine Rech­n­er für das Betrieb­ssys­tem Win­dows. Was eini­gen Bastlern schon gelun­gen ist, gibt es jet­zt offiziell, unter dem Namen »Boot Camp«. Ein Feld­lager also, in dem Steve Jobbs das Konkur­ren­zsys­tems zivil­isieren möchte. Und schon gehen einge­fleis­chte Fans auf die Bar­rikaden, die Kumpanei mit dem ver­has­sten Erzfeind aus Red­mond wird nicht gerne gese­hen. Man wäre lieber unter sich geblieben, der Test mit dem Fremdsys­tem sollte Spiel­erei bleiben. Hat man dabei noch neugierig zuge­se­hen, hört nun der Spaß auf. Dabei bietet der Ein­stieg Apples in die Welt von Intel, Win­dows & Co. doch eigentlich nur Vorteile. Denn schließlich muss nie­mand umsteigen, die Wahl von MacOS oder Win­dows bleibt jedem selb­st über­lassen. Und es wird kaum zu erwarten sein, dass auch nur ein­er der alt einge­sesse­nen Apple-Nutzer frei­willig auf das anfäl­ligere Win­dows umsteigt. Das wird auch die in den Startlöch­ern ste­hende Ver­sion »Win­dows Vista« nicht ändern kön­nen. Es gibt also wieder ein­mal nur viel Feind, viel Ehr, viel Geschrei. Via Süddeutsche

Word up!

Liebt Sie Viva nicht mehr? Herrscht Langeweile im Sek­tor? Brauchen Sie noch einen Som­mer­hit für Ihre gut gehende Plat­ten­fir­ma? Kein Prob­lem, kön­nen Sie haben. Man nehme: Nun noch ein schick­es Lied schreiben, alles gut ver­mis­chen und fer­tig ist »Wir ziehn ab«. Da kann so manch pro­fes­sionell pro­duziert­er »Hit« nicht mithal­ten. Fehlt nur noch eine Prise Son­nen­schein. P.S.: Wenn jemand her­aus­find­et, ob es das Stück irgend­wo als Down­load gibt, ich würde mich über eine Mel­dung freuen. Bis dahin werde ich mir wohl zwei‑, dreimal täglich das Video anschauen müssen. Via Schnitzelteller

Du bist die Welt

»Han­dle stets so, dass die Maxime deines Wil­lens jed­erzeit zugle­ich als Prinzip ein­er all­ge­meinen Geset­zge­bung gel­ten könne.« So lautet eine der Formeln des Kat­e­gorischen Imper­a­tivs von Kant. Eine ein­fach Sache, befand auch schon der Philosoph, die eine der Funk­tion­sweisen jed­er prak­tis­chen Ver­nun­ft darstellt. Sie im All­t­ag umzuset­zen, ist jedoch nicht immer ganz so leicht. Dafür gibt es jet­zt ein kleines Büch­lein mit dem Titel »Ein­fach die Welt verän­dern«, dass einen jeden von uns dabei unter­stützen soll, die Welt ein Stück bess­er zu machen. 50 Anweisun­gen sind darin enthal­ten, so etwa die, den Kau­gum­mi nicht auf die Straße zu wer­fen, keine Plas­tik­tüten zu benutzen oder ein Tes­ta­ment zu ver­fassen, dass anderen etwas Gutes tut. Das mag so manch­es Mal zu sim­pel klin­gen, aber vielle­icht ist es ja auch gar nicht so schw­er, etwas zu bewirken? Hier ein klein­er Auszug aus den 50 Vorschlä­gen: Das Buch ist aus der Ini­tia­tive »We are what we do« und zum größten Teil mit eher­e­namtlichem Engage­ment aller Beteiligten ent­standen. In eini­gen Län­dern ist es bere­its Teil des Schu­lun­ter­richts und wird Grundschulabgängern …