Wir waren drei Geschwister und entsprechend hatten wir drei Koffer. Ich glaube, mein Vater hatte sie uns von einer seiner Dienstreisen mitgebracht — drei Koffer wie eine Matrjoschka: In den roten, er gehörte meiner Schwester, passte der gelbe Koffer meines Bruders, und in den wiederum passte meiner — ein kleiner orangener Koffer, nicht viel größer als ein Schuhkarton. Und obwohl sie alle nicht besonders groß waren, packten wir bei jeder Reise hinein, was ging und was mit musste. Ein Kuscheltier und das Lieblingskissen, vielleicht noch ein Buch und eine Taschenlampe. Viel mehr nicht. Doch das reichte. Read More
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Ello? Ello!
Da ist sie wieder, diese Trägheit. Ein neues Soziales Netzwerk entsteht, eins, das es besser machen will in Sachen Datenschutz, das die Nutzer*innen nicht als Produkt sieht. Und die ersten Reaktionen? Sind ernüchternd. »Das wird sich doch eh nicht durchsetzen.« Oder: »Um damit was zu verdienen, braucht es eine kritische Masse. Das wird nicht leicht.« Oder: »Viel schwieriger wird es, den Nutzern zu verklickern, sich überhaupt erst mal anzumelden.« Es ist zum Seufzen. Read More
Wie man eine Tür korrekt öffnet
Wussten Sie, dass jeder dritte Mensch Türen falsch öffnet? Gut, ich muss das relativieren: In Finnland ist das so, nein, in Finnland war das so — 1979 zumindest. Fragen Sie mal den blonden Herren mit dem imposanten Schnauzbart. Er wird Ihnen das bestätigen. Und: Er wird Ihnen Hilfe anbieten. Mit einem Video. Read More
»Wer ist Pete Frates?« oder: Warum die Ice Bucket Challenge kein Spaß ist
Haben Sie das auch gesehen in den letzten Tagen? Auf Facebook oder Twitter oder YouTube? Menschen, die sich einen Eimer Eiswasser über den Kopf gießen und dann jemanden nominieren, dasselbe zu tun? Sie nennen das »Ice Bucket Challenge« — und auf den Videos sieht es aus wie eine Mischung aus Mutprobe und Initiationsritus. Doch es ist viel mehr als das. Read More
Der feine Unterschied zwischen Teilen und Erzählen
Es gibt im Journalismus einen Begriff, den der Gründer und langjährige Chefredakteur des Stern, Henri Nannen, geprägt hat: den Küchenzuruf. Was das ist, hat Nannen selbst in einer kleinen — im Rollenverständnis seinem Weltbild gehorchenden — Anekdote beschrieben, in der das Ehepaar Hans und Grete am Donnerstag mit dem neuen Stern nach Hause kommt und Hans sich in den Sessel setzt, während Grete den Abwasch macht: »Und wenn der Hans dann nach beendigter Lektüre […] voller Empörung seiner Frau Grete durch die geöffnete Küchentür zuruft: ›Mensch Grete, die in Bonn spinnen komplett! Die wollen schon wieder die Steuern erhöhen!‹ — dann sind diese beiden knappen Sätze der so genannte Küchenzuruf des journalistischen Textes.« Read More




