Latest Posts
Ein ♥ für Blogs
Es gibt Ideen, die stecken sofort an. Diese (Artikel leider offline) ist eine davon: Ein ♥ für Blogs. Warum? Weil die deutsche Blogosphäre vor sich hinkrebst, ohne rechtes Ziel, ohne große Neuigkeiten. Ab und wann schläft mal ein größeres oder kleineres Blog ein, ab und zu erwacht ein neues, so recht aber vermag mich nur wenig zu begeistern. Da bin ich mit Stefan Niggemeier einer Meinung: Deutsche Blogs produzieren zu wenig eigenen Content. Besonders traurig: Spätestens nach dem dritten Link beginnt man sich in der deutschen Blogosphäre im Kreis zu drehen. Nummer 1 verlinkt Nummer 2 verlinkt Nummer 3 verlinkt Nummer 1. Der Kater leckt sich eben selbst die Eier. Nun aber soll ich zehn Blogs empfehlen, die mir gefallen. Was gar nicht so einfach ist, da ich ja schon eine Blogroll habe, und die hier noch einmal hinzurotzen, wäre ziemlich faul. Doch von Verlinkungen lebt das Internet. Niemand erfährt von Deinem Blog, wenn es niemand verlinkt. Und ich weiß auch: Da draußen gibt es genug gute Blogs, es gibt talentierte Schreiber und unentdeckte Nischen. Zehn davon will ich aufdecken. Also habe ich mich eine Nacht lang auf die Suche gemacht, nach Blogs, die hier noch nicht stattgefunden haben. Das Ergebnis? Bitteschön: Read More
Aufstehen für ein freies Internet
Der Chaos Computer Club (CCC) stattet Ursula von der Leyen (»Zensursula«) am Freitag einen Besuch ab. Der Grund: An diesem Tag werden sich fünf der größten deutschen Internetanbieter im Beisein der Familienministerin verpflichten, Kinderpornoseiten auf ausländischen Servern zu blockieren. Nach Ansicht des CCC aber handelt es sich dabei um knallharte Erpressung der Anbieter. Wie auch immer man das Vorgehen der Ministerin nennt, es bleibt, was Holger Bleich und Axel Kossel in der c’t geschrieben haben: «Niemand kann kontrollieren, ob die gesperrten Seiten nach Entfernung der beanstandeten Inhalte wieder freigeschaltet werden. Ein derart undurchsichtiger, unkontrollierbarer Mechanismus ist bedenklich, weil die Sperrmaßnahmen Grundrechte wie Informationsfreiheit und allgemeine Persönlichkeitsrechte berühren.» Ihr Fazit: «Es erstaunt, dass Ministerin von der Leyen kompromisslos an ihren Plänen festhält und Bedenken von Experten beiseite wischt, ohne darauf sachlich zu antworten. Ein Gutachten des wissenschaftlichen Diensts des Bundestags etwa bescheinigt dem Sperrvorhaben, weitgehend wirkungslos und gleichzeitig grundrechtsgefährdend zu sein.» Man wird sehen, wie groß der Aufschrei wirklich wird, wie viele Internetnutzer diesen Vertrag als Zensur betrachten — unabhängig von den Inhalten, die da aus hehren Motiven gesperrt werden sollen. Für alle, die Zeit haben, heißt es am Freitag um 9 Uhr jedenfalls: «Aufstehen für ein freies Internet».
Update 16.04.2009: Von der Zensursula-Schablone hat Simon Columbus auch eine SVG-Variante gebastelt.
Brichst Du auf gen Halbfinale …
Brichst du auf gen Halbfinale,
wünsch dir eine lange Partie,
voller Elfmeter und gelungener Abseitsfallen.
Die Messis und Henrys,
den zornigen Roberto Rosetti fürchte nicht,
solcherlei wirst du auf deiner Fahrt nie finden,
wenn dein Denken hochgespannt, wenn edle
Regung deinen Geist und Körper anrührt.
Den Messis und Henrys,
dem wütenden Roberto Rosetti wirst du nicht begegnen,
falls du sie nicht in deiner Seele mit dir trägst,
falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut.
Wünsch dir eine lange Partie.
Der Abende möchten viele sein,
da du, mit welcher Freude und Zufriedenheit!
in nie zuvor gesehene Stadien einfährst;
halte ein bei den Arenen der Spanier
und erziel die schönen Tore,
Ecken und Flanken, Abseitsfallen, Hackentricks
und erregende Spielzüge aller Art,
so reichlich du vermagst, erregende Spielzüge;
besuche viele Stadien in England,
damit du von den Eingeweihten lernst und wieder lernst.
Immer halte Rom im Sinn.
Dort anzukommen, ist dir vorbestimmt.
Doch beeile nur nicht deine Reise.
Besser ist, sie dauere viele Minuten;
und alt geworden lege am Stadio Olimpico an,
reich an dem, was du auf deiner Fahrt gewannst,
und hoffe nicht, dass das Finale dir Reichtum gäbe.
Das Finale gab dir die schöne Reise.
Du wärest ohne es nicht auf die Fahrt gegangen.
Nun hat es dir nicht mehr zu geben.
Auch wenn es sich dir ärmlich zeigt, das Spiel betrog dich nicht.
So weise, wie du wurdest, und in solchem Maß erfahren,
wirst du ohnedies verstanden haben, was die 90 Minuten bedeuten.
Roboter, alles Roboter!
Vorsicht, verallgemeinernde Einleitung, die auch noch längst bekannte und deshalb nicht mehr als Weisheiten zu bezeichnende Wahrheiten enthält: Die Automatisierung unserer Gesellschaft hat in den vergangenen Jahren mit einer beängstigenden Geschwindigkeit beängstigende Ausmaße angenommen. Das wissen vor allem diejenigen, die schon einmal mit Abteilungen namens «Support» zu tun gehabt haben. Also eigentlich alle. Ich meide diese Abteilungen so gut es geht, doch nicht immer gelingt das. Am Samstag zum Beispiel (allein daran sieht man schon, dass Support-Abteilungen in Sachen Automatisierung Vorreiter sein müssen) habe ich eine E‑Mail erhalten, die mit den folgenden freundlichen Worten begann:
Sehr geehrter Herr Blaschke,
anbei erhalten Sie Ihre Rechnung vom 11.04.2009.
Man stelle mir 17,94 Euro für weitere sechs Monate professionelles Mailen in Rechnung, teilte mir «meine» GMX Internet Services GmbH mit freundlichen Grüßen mit. Und das, obwohl ich diesen Service vorausschauend schon vor langer Zeit abbestellt hatte. Nach einer kurzen Nachricht an den Rechnungssupport bekomme ich heute eine zweite Mail, ohne weitere Mitteilung, ohne Erklärung. Nur diesen Text:
Sehr geehrter Herr Blaschke,
anbei erhalten Sie Ihre Gutschrift vom 13.04.2009.
Roboter, alles Roboter! Aber wenigstens arbeiten die auch an Feiertagen.