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Im Schloss (5)

Igor!
Mylord?
Igor, Ich möchte eine Frau sein. Ich möchte, dass Sie … dass Sie mich von jet­zt an Loret­ta nennen.
Sir?
Das ist mein Recht als Mann!
Ja, aber Sir, warum möcht­en Sie Loret­ta sein, Sir?
Weil ich Babies haben möchte.
Was möcht­en Sie haben, Sir? Babies?!
Jed­er Mann hat das Recht, Babies zu haben, wenn er sie haben will.
Aber … aber … Sir! Sie kön­nen keine Babies haben.
Unter­drück­en Sie mich bitte nicht.
Sir?! Wollen Sie mich auf den Arm nehmen?
Ach Igor … Es wird Zeit, dass Sie mal rauskommen.

Ein ♥ für Blogs

Es gibt Ideen, die steck­en sofort an. Diese (Artikel lei­der offline) ist eine davon: Ein ♥ für Blogs. Warum? Weil die deutsche Blo­gosphäre vor sich hinkreb­st, ohne recht­es Ziel, ohne große Neuigkeit­en. Ab und wann schläft mal ein größeres oder kleineres Blog ein, ab und zu erwacht ein neues, so recht aber ver­mag mich nur wenig zu begeis­tern. Da bin ich mit Ste­fan Nigge­meier ein­er Mei­n­ung: Deutsche Blogs pro­duzieren zu wenig eige­nen Con­tent. Beson­ders trau­rig: Spätestens nach dem drit­ten Link begin­nt man sich in der deutschen Blo­gosphäre im Kreis zu drehen. Num­mer 1 ver­linkt Num­mer 2 ver­linkt Num­mer 3 ver­linkt Num­mer 1. Der Kater leckt sich eben selb­st die Eier. Nun aber soll ich zehn Blogs empfehlen, die mir gefall­en. Was gar nicht so ein­fach ist, da ich ja schon eine Blogroll habe, und die hier noch ein­mal hinzurotzen, wäre ziem­lich faul. Doch von Ver­linkun­gen lebt das Inter­net. Nie­mand erfährt von Deinem Blog, wenn es nie­mand ver­linkt. Und ich weiß auch: Da draußen gibt es genug gute Blogs, es gibt tal­en­tierte Schreiber und unent­deck­te Nis­chen. Zehn davon will ich aufdeck­en. Also habe ich mich eine Nacht lang auf die Suche gemacht, nach Blogs, die hier noch nicht stattge­fun­den haben. Das Ergeb­nis? Bitteschön: Read More

Aufstehen für ein freies Internet

Der Chaos Com­put­er Club (CCC) stat­tet Ursu­la von der Leyen (»Zen­sur­su­la«) am Fre­itag einen Besuch ab. Der Grund: An diesem Tag wer­den sich fünf der größten deutschen Inter­ne­tan­bi­eter im Bei­sein der Fam­i­lien­min­is­terin verpflicht­en, Kinder­porno­seit­en auf aus­ländis­chen Servern zu block­ieren. Nach Ansicht des CCC aber han­delt es sich dabei um knall­harte Erpres­sung der Anbi­eter. Wie auch immer man das Vorge­hen der Min­is­terin nen­nt, es bleibt, was Hol­ger Ble­ich und Axel Kos­sel in der c’t geschrieben haben: «Nie­mand kann kon­trol­lieren, ob die ges­per­rten Seit­en nach Ent­fer­nung der bean­stande­ten Inhalte wieder freigeschal­tet wer­den. Ein der­art undurch­sichtiger, unkon­trol­lier­bar­er Mech­a­nis­mus ist beden­klich, weil die Sper­rmaß­nah­men Grun­drechte wie Infor­ma­tions­frei­heit und all­ge­meine Per­sön­lichkeit­srechte berühren.» Ihr Faz­it: «Es erstaunt, dass Min­is­terin von der Leyen kom­pro­miss­los an ihren Plä­nen fes­thält und Bedenken von Experten bei­seite wis­cht, ohne darauf sach­lich zu antworten. Ein Gutacht­en des wis­senschaftlichen Dien­sts des Bun­destags etwa bescheinigt dem Sper­rvorhaben, weit­ge­hend wirkungs­los und gle­ichzeit­ig grun­drechts­ge­fährdend zu sein.» Man wird sehen, wie groß der Auf­schrei wirk­lich wird, wie viele Inter­net­nutzer diesen Ver­trag als Zen­sur betra­cht­en — unab­hängig von den Inhal­ten, die da aus hehren Motiv­en ges­per­rt wer­den sollen. Für alle, die Zeit haben, heißt es am Fre­itag um 9 Uhr jeden­falls: «Auf­ste­hen für ein freies Inter­net».

Update 16.04.2009: Von der Zen­sur­su­la-Sch­ablone hat Simon Colum­bus auch eine SVG-Vari­ante gebastelt.

Brichst Du auf gen Halbfinale …

Brichst du auf gen Halbfinale,
wün­sch dir eine lange Partie,
voller Elfme­ter und gelun­gener Abseitsfallen.
Die Mes­sis und Henrys,
den zorni­gen Rober­to Roset­ti fürchte nicht,
solcher­lei wirst du auf dein­er Fahrt nie finden,
wenn dein Denken hochges­pan­nt, wenn edle
Regung deinen Geist und Kör­p­er anrührt.
Den Mes­sis und Henrys,
dem wüten­den Rober­to Roset­ti wirst du nicht begegnen,
falls du sie nicht in dein­er Seele mit dir trägst,
falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut.

Wün­sch dir eine lange Partie.
Der Abende möcht­en viele sein,
da du, mit welch­er Freude und Zufriedenheit!
in nie zuvor gese­hene Sta­di­en einfährst;
halte ein bei den Are­nen der Spanier
und erziel die schö­nen Tore,
Eck­en und Flanken, Abseits­fall­en, Hackentricks
und erre­gende Spielzüge aller Art,
so reich­lich du ver­magst, erre­gende Spielzüge;
besuche viele Sta­di­en in England,
damit du von den Eingewei­ht­en lernst und wieder lernst.

Immer halte Rom im Sinn.
Dort anzukom­men, ist dir vorbestimmt.
Doch beeile nur nicht deine Reise.
Bess­er ist, sie dauere viele Minuten;
und alt gewor­den lege am Sta­dio Olimpi­co an,
reich an dem, was du auf dein­er Fahrt gewannst,
und hoffe nicht, dass das Finale dir Reich­tum gäbe.

Das Finale gab dir die schöne Reise.
Du wärest ohne es nicht auf die Fahrt gegangen.
Nun hat es dir nicht mehr zu geben.

Auch wenn es sich dir ärm­lich zeigt, das Spiel bet­rog dich nicht.
So weise, wie du wur­dest, und in solchem Maß erfahren,
wirst du ohnedies ver­standen haben, was die 90 Minuten bedeuten.

Kon­stan­ti­nos Kavafis: »Brichst du auf gen Ithaka … «

Roboter, alles Roboter!

Vor­sicht, ver­all­ge­mein­ernde Ein­leitung, die auch noch längst bekan­nte und deshalb nicht mehr als Weisheit­en zu beze­ich­nende Wahrheit­en enthält: Die Automa­tisierung unser­er Gesellschaft hat in den ver­gan­genen Jahren mit ein­er beängsti­gen­den Geschwindigkeit beängsti­gende Aus­maße angenom­men. Das wis­sen vor allem diejeni­gen, die schon ein­mal mit Abteilun­gen namens «Sup­port» zu tun gehabt haben. Also eigentlich alle. Ich mei­de diese Abteilun­gen so gut es geht, doch nicht immer gelingt das. Am Sam­stag zum Beispiel (allein daran sieht man schon, dass Sup­port-Abteilun­gen in Sachen Automa­tisierung Vor­re­it­er sein müssen) habe ich eine E‑Mail erhal­ten, die mit den fol­gen­den fre­undlichen Worten begann:

Ihre Kun­den­num­mer: xxxxxxxx
Sehr geehrter Herr Blaschke,
anbei erhal­ten Sie Ihre Rech­nung vom 11.04.2009.

Man stelle mir 17,94 Euro für weit­ere sechs Monate pro­fes­sionelles Mailen in Rech­nung, teilte mir «meine» GMX Inter­net Ser­vices GmbH mit fre­undlichen Grüßen mit. Und das, obwohl ich diesen Ser­vice vorauss­chauend schon vor langer Zeit abbestellt hat­te. Nach ein­er kurzen Nachricht an den Rech­nungssup­port bekomme ich heute eine zweite Mail, ohne weit­ere Mit­teilung, ohne Erk­lärung. Nur diesen Text:
Ihre Kun­den­num­mer: xxxxxxxx
Sehr geehrter Herr Blaschke,
anbei erhal­ten Sie Ihre Gutschrift vom 13.04.2009.

Robot­er, alles Robot­er! Aber wenig­stens arbeit­en die auch an Feiertagen.