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Profil los (Und es hat «Xxxiiinnnng» gemacht)

Ich weiß schon, Sie wer­den jet­zt sagen: «Das ist sowas von 2007!» Ich bin zu spät, schon klar. Den­noch: Ich habe meine Pro­file gelöscht, bei Face­book und bei Xing. Eigentlich hätte mir schon vor einem Jahr klar sein kön­nen, das das passieren würde. Als ich gemerkt habe, wie sehr mich Stu­di­VZ lang­weilt, wie schnell ich ermüde in diesen sozialen Net­zw­erken. Am Ende war es nur eine Kleinigkeit, die den Auss­chlag gegeben hat: Die Tat­sache, dass nicht zahlende Nutzer bei Xing inzwis­chen anscheinend vol­lkom­men aus­ge­bremst wer­den. Sie dür­fen nichts mehr, keine Nachricht­en schreiben, keine vernün­ftige Suche aus­führen. Sie sind de fac­to hand­lung­sun­fähig. Alle anderen dür­fen 5,95 Euro zahlen. Nun habe ich das sog­ar noch in Kauf genom­men, habe eine Gruppe geleit­et, habe Kon­tak­te gepflegt, Nachricht­en geschrieben, Kol­le­gen akquiri­ert. Und doch ist es bei all diesen Net­zw­erken nach ein­er gewis­sen Zeit das­selbe: Der Bewe­gungsra­dius ist zu ger­ing, die Funk­tio­nen schlicht lang­weilig, die Ange­bote zu wenig indi­vidu­ell. Viel wichtiger aber sind die Auswirkun­gen auf den All­t­ag: Wie viel Zeit habe ich mit sinnlosen Din­gen ver­bracht? Damit, nachzuschauen, wer …

Memento mori et MacBook

Wohl kaum jemand, der in den ver­gan­genen Jahren das Mac­Book bere­its als Design-Klas­sik­er beze­ich­net hat, wusste, wie recht er damit hat. Zumin­d­est mit dem «Klas­sik­er». Die Geschichte spricht auch mal wieder dafür, wie gut Apple darin ist, die kleinen Geheimnisse sein­er Fir­mengeschichte für sich zu behal­ten. Das Foto, das wir hier sehen, hat der flickr-User pat­a­p­at aufgenom­men, und zwar im Kun­st­mu­se­um Basel, das Orig­i­nal des 1620 von einem deutschen Meis­ter gemal­ten «Memen­to mori» hängt jedoch im Frank­furter Städel (Inven­tar Nr. 2236). Und es zeigt: Den ersten Entwurf für eben das Stück Com­put­ergeschichte, das heute als Mac­Book bekan­nt ist. 388 Jahre alt! «Sehr tra­di­tionelle und all­ge­mein als über­holt ange­se­hene The­o­rien sahen im Design die reine For­mge­bung von Objek­ten zum Zwecke der ‹Ver­schönerung› und Verbesserung der prak­tis­chen Funk­tion­al­ität», lesen wir bei Wikipedia zum Stich­wort Design. «Ger­adezu tele­ol­o­gisch strebten sie als Endzweck nach ein­er endgülti­gen, nicht mehr zu verbessern­den Form der Dinge, als seien diese nicht stets durch Mate­ri­alien, Tech­nolo­gien, Gebrauch­sweisen, Bedürfnisse und Funk­tio­nen lim­i­tiert und vor­läu­fig. Betont wurde der Vor­bild­charak­ter bes­timmter Entwürfe.» Was auf diesen wohl bis auf …

So sehen Feuchtgebiete aus

Die Suche nach «YouTube» liefert keinen Tre­f­fer. Die nach «Anna Netre­bko» ger­ade­mal 321. Das «iPhone» immer­hin schnei­det etwas bess­er ab, 28.600. Und das, obwohl es das Apple-Gerät noch gar nicht gibt. Was ist passiert? Wir sind im Jahr 2001 bei der Google-Suche gelandet. Zum Geburt­stag der Such­mas­chine haben die Betreiber ihr inzwis­chen zum Stan­dard gewor­denes Tool zurück­ge­set­zt, auf den ältesten ver­füg­baren Stand (inzwis­chen offline). Und doch, obwohl das nur sieben Jahre her ist, betritt man eine andere Welt. Bloß zum Ver­gle­ich: Für Frau Netre­bko bekomme ich heute 1.040.000 Tre­f­fer, für das iPhone 348.000.000 und für YouTube spuckt Google sat­te 908.000.000 Seit­en aus. Eine schöne Spiel­erei, die sich Google da hat ein­fall­en lassen. Vor allem aber zeigt sie, wie ras­ant sich das Inter­net verän­dert. Und auch Google. Waren es vor sieben Jahre «ger­ade ein­mal» 1,3 Mil­liar­den Seit­en, die das Unternehmen durch­suchen kon­nte, sollen es heute schon 40 Mil­liar­den sein. Gerüchte sprechen sog­ar von der dreifachen Anzahl. Der Blick zurück auf das Jahr nach der Jahrtausendwende tut vor allem der Seele gut. Suchen Sie ein­fach mal ein wenig, …

Alles in schönster Ordnung

Es soll Men­schen geben, die gehen ohne Lis­ten nicht mehr aus dem Haus. Und da geht es nicht nur um Klas­sik­er, die Einkauf­s­liste etwa. Es soll Men­schen geben, die haben für alles Lis­ten, sog­ar für Lis­ten. Vielle­icht sog­ar nach Pri­or­itäten geord­net und zur Not noch eine Prio-Liste für die Prio-Lis­ten. Lange Zeit gab es, wenn ich mich an etwas unbe­d­ingt erin­nern musste, ein pro­bates Mit­tel. Es war preiswert und prak­tisch, sog­ar ästhetisch akzetabel und mobil: Post-Its. Heute aber schreiben Men­schen keine Lis­ten mehr. Sie betreiben Selb­st­man­age­ment. Eigentlich bedeutet das nichts anderes, als sich selb­st in den Arsch zu treten. Das Man­age­ment zu nen­nen, ist clever, denn es klingt mod­ern, effek­tiv, sauber. Und natür­lich kann man das nicht mehr mit Stift und Zettel machen. Also haben find­i­ge Erfind­er Tools erfun­den, die das Mod­ell »Get­ting Things Done« von David Allen für den Selb­st­man­ag­er in die Real­ität umset­zen. Ein­fach gesprochen: Der von seinen Auf­gaben und Ideen über­forderte Men­sch notiert sich alles Wichtige, und ein entsprechen­des Sys­tem stellt für ihn Verknüp­fun­gen und Kon­texte her. Und: Es tritt ihm in …

Marshmallows und Haarausfall

Das ist Nik­ki. Nik­ki Gra­hame. Nik­ki wurde — das erken­nt man an ihrem reizen­den Akzent — nord­west­lich von Lon­don geboren, war vor zwei Jahren bei der britis­chen Aus­gabe von «Big Broth­er» dabei und wurde spätestens mit ihrer eige­nen Fernsehshow «Princess Nic­ci» zur Insel­berühmtheit. Und Nik­ki hat Fra­gen. Zum Beispiel diese: Wer erfind­et eigentlich was und vor allem: warum? Oder diese: Wie kann es eigentlich sein, dass ein Tele­fon funk­tion­iert, eine MMS oder ein Flugzeug? Nik­ki macht sich Gedanken über Erfind­un­gen, und zwar auf der neuen Plat­tform «Wor­dia», die in Zusam­me­nar­beit mit so promi­nen­ten Insti­tu­tio­nen wie Harp­er Collins oder dem Nation­al Lit­er­a­cy Trust ent­standen ist. Über allem ste­ht der etwas prahlerische Slo­gan «We’re redefin­ing the dic­tio­nary». Prahlerisch deshalb, weil Wor­dia eigentlich genau­so funk­tion­iert wie Wikipedia. Das Ganze ist ein Mit­mach­wörter­buch, es wächst durch die Beiträge der Nutzer. Und doch gibt es einen entschei­den­den Unter­schied. Denn Wörter­buch ist nicht gle­ich Wörter­buch. Bei Wor­dia heißt das Prozedere: Dich inter­essiert ein Begriff? Ein bes­timmtes Wort hat eine ganz beson­dere Bedeu­tung für Dich? Schnapp Dir eine Videokam­era, «definiere» den Begriff …