Wort & Tat
Schreibe einen Kommentar

Memento mori et MacBook

Wohl kaum jemand, der in den vergangenen Jahren das MacBook bereits als Design-Klassiker bezeichnet hat, wusste, wie recht er damit hat. Zumindest mit dem »Klassiker«. Die Geschichte spricht auch mal wieder dafür, wie gut Apple darin ist, die kleinen Geheimnisse seiner Firmengeschichte für sich zu behalten. Das Foto, das wir hier sehen, hat der flickr-User patapat aufgenommen, und zwar im Kunstmuseum Basel, das Original des 1620 von einem deutschen Meister gemalten »Memento mori« hängt jedoch im Frankfurter Städel (Inventar Nr. 2236). Und es zeigt: Den ersten Entwurf für eben das Stück Computergeschichte, das heute als MacBook bekannt ist. 388 Jahre alt!

»Sehr traditionelle und allgemein als überholt angesehene Theorien sahen im Design die reine Formgebung von Objekten zum Zwecke der ‚Verschönerung‘ und Verbesserung der praktischen Funktionalität«, lesen wir bei Wikipedia zum Stichwort Design. »Geradezu teleologisch strebten sie als Endzweck nach einer endgültigen, nicht mehr zu verbessernden Form der Dinge, als seien diese nicht stets durch Materialien, Technologien, Gebrauchsweisen, Bedürfnisse und Funktionen limitiert und vorläufig. Betont wurde der Vorbildcharakter bestimmter Entwürfe.« Was auf diesen wohl bis auf kleinere Details zutreffen dürfte. Wie vielleicht den Apfel auf dem Deckel, den der Meister wohl noch nicht im Sinn hatte. Es gibt jedoch einen anderen, historisch äußerst bemerkenswerten Umstand in dieser Geschichte: Denn Apple hat lange Zeit als Hausschrift die Garamond verwendet, die von Claude Garamond stammt, der diese Schrift in 16. Jahrhundert schuf und die dann von Jean Jannon 1620 unter dem Namen ihres Schöpfers publiziert wurde. Wer mag da noch an Zufall glauben?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.