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Tal der Doppelmoral

Kaum ist der Film »Tal der Wölfe« in den Kinos, bricht ein Sturm der Empörung los. Man ist sich einig. Der Film ist gewaltver­her­rlichend, anti­amerikanisch, blutrün­stig. Und damit haben die Kri­tik­er auch Recht. Es wun­dert nur, dass aus­gerech­net jet­zt der Auf­schrei kommt, wo alles von Presse­frei­heit, Mei­n­ungs­frei­heit und der­gle­ichen redet. Gilt diese Frei­heit denn für das Kino nicht? Die FAZ schreibt vorgestern über den türkischen Spielfilm, er schock­iere »mit blutigem Anti­amerikanis­mus und anti­semi­tis­chen Stereo­typen.« Weniger deut­lich for­muliert, »jedoch stets im Sub­text von Bildern und Dia­log enthal­ten«, sei das »Plä­doy­er des Films für den türkischen Nation­al­is­mus.« Der WDR verurteilt »Tal der Wölfe« als Pro­pa­gan­da, für den Spiegel dient er einzig und allein dazu, beste­hende Gräben zwis­chen den Kul­turen zu ver­tiefen. Kino aber darf das. Soviel Ehrlichkeit muss wohl sein. Man muss solche Filme nicht mögen und soll sie disku­tieren, doch moralis­che Argu­mente sind hier so ehrlich wie Sil­vio Berlus­coni im Wahlkampf. Ein klein­er Blick auf amerikanis­che Pro­duk­tio­nen verdeut­licht, was hier so alles über die Laden­theke geht, ohne Gegen­wehr zu erre­gen. Der 2001 gedrehte Film »Behind Ene­my Lines« …

Harte Nuss

Rät­sel sind ein beliebter Zeitvertreib, ob in Kreuz­form oder als Geschichte, mit Zahlen gespickt oder mit Bildern. Bei fast allen aber kommt man nach abse­hbar­er Zeit ans Ziel, die Lösung. Nicht so bei »not prOn«, dem wohl härtesten Online-Rät­sel der Welt. Es ist eigentlich ein­fach gestrickt, auf jed­er Stufe erwartet einen ein Bild und es geht immer darum, eine Stufe weit­er zu kom­men. Wenn das denn mal alles wäre. Aber keine Sorge, es gibt für jedes Lev­el einige Hin­weise, und zumin­d­est Schritt für Schritt kommt man auch voran. Das Sucht­po­ten­tial scheint so groß zu sein, dass neben dem ein oder anderen Weblog auch der Spiegel das Spiel für abso­lut gefährlich hält. Inzwis­chen bin ich immer­hin bis Lev­el 4 gekom­men, das ging schnell, und so arbeite ich fleis­sig am Weg zu Lev­el 5. Es soll schon Leute gegeben haben, die Monate mit diesem Spiel ver­bracht haben. Also dann, auf geht’s!

Mit den eigenen Waffen

Bish­er gab es im Karika­turen­stre­it um die Mohammed-Zeich­­nun­­gen der Jyl­­lands-Posten nicht viel zu lachen. Und das, obwohl doch die Karikatur fol­gen­der­maßen definiert wird: Nun aber hat endlich jemand seinen Humor wiederge­fun­den. Ami­tai Sandy aus Israel ruft zu einem anti­semi­tis­tis­chen Karika­­turen-Wet­t­be­werb (inzwis­chen offline) auf, als Reak­tion auf den im Iran stat­tfind­en­den Holo­­caust-Karika­­turen-Wet­t­be­werb. Denn sein­er Mei­n­ung nach könne nie­mand bessere anti­semi­tis­che Karika­turen zeich­nen, als die Juden selb­st. Zitat: Einige Beiträge sind schon einge­gan­gen, in den näch­sten Tagen sollen die auf der Inter­net­seite boomka.org (inzwis­chen offline) veröf­fentlicht wer­den. Via wildbits

Snarfer

Es gibt eine ganze Menge Feed-Read­­er auf dem Markt, die meis­ten sind umson­st und nicht son­der­lich brauch­bar, einige wenige sind gut aus­ges­tat­tet, kosten dafür aber Geld. Unter Lin­ux lässt sich das Prob­lem leicht lösen, Akre­ga­tor (inzwis­chen offline) ist gut und als Open­­Source-Lösung natür­lich umson­st. Unter Win­dows aber gab es lange Zeit keine Konkur­renz zum kostenpflichti­gen Feed­De­mon. Die Zeit­en sind vor­bei. Snar­fer (von engl. to snarf: stib­itzen, mausen, klauen, stehlen) heißt das kleine, gefräßige Ding. Und das macht es aus­ge­sprochen gut! Eine über­sichtliche Ober­fläche (inzwis­chen offline) arbeit­et auf nur 600 KB Spe­icher­platz, zurzeit mampft das possier­liche Geschöpf bei mir etwa 5672K Spe­ich­er. Die Feeds lassen sich gut sortieren, eine Such­funk­tion ist inte­gri­ert. Einige andere Funk­tio­nen wie die Ein­stel­lung eines Aktu­al­isierungsin­ter­valls oder das gle­ichzeit­ige Aktu­al­isieren aller Feeds wird in ein­er der kom­menden Ver­sio­nen einge­baut. Bish­er ste­ht ein­mal pro Stunde ein Refresh an, das genügt fürs Erste. Dafür hat der Snar­fer den großen Vorteil, nicht wie viele andere RSS-Read­­er auf das .NET-Frame­­work von Microsof­t­angewiesen zu sein. Und das soll, wie es scheint, auch so bleiben. Bish­er also scheint sich …

Es geht voran

Wahlwer­bung ist lang­weilig. Auf allen Plakat­en schönge­föh­nte Men­schen unter immer­gle­ichen Slo­gans, das jew­eilige Parteil­o­go dazu, fer­tig. Ganz anders sah das noch vor achtzig Jahren aus. Da waren Wahlplakate Sache der Kün­stler, der Avant­garde. Mit 160 Arbeit­en zeigt die Lan­gen Foun­da­tion seit Son­ntag einen kleinen (!) Teil der Samm­lung Mer­rill C. Berman, »Graphis­che Arbeit­en der Avant­garde 1918–1934«. Da trifft man dann auf Hel­mut Herzfelds (aka John Heart­field) Plakat für Ernst Thäl­mann, auf dem ein klein­er, abgemagert­er Junge in ein Stück Brot beißt, über­schrieben mit: »Das let­zte Stück Brot raubt ihnen der Kap­i­tal­is­mus«. Doch nicht nur poli­tis­che Arbeit­en wer­den gezeigt, son­dern auch Wer­bung für Möbe­lausstel­lun­gen, Col­la­gen oder Arbeit­en für den Film wie Anton Law­in­skis Plakat für denEisen­stein-Streifen »Panz­erkreuzer Potemkin«. Alles war neu in dieser Zeit. Es gab das Neue Bauen, das Neue Wohnen, es ging voran, Kun­st und Gewerbe über­schnit­ten sich. Die Typographen exper­i­men­tierten mit Schriften und Schnit­ten, Dada stand in voller Blüte, und die Fotografie war mit 100 Jahren ein bere­its etabliertes aber immer noch span­nen­des Feld. All dies lässt sich in den Plakat­en und Grafiken …