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Meinhof am Haken

Heute Abend hat im The­ater Bonn das neue Stück von Johann Kres­nik Pre­miere: »Ulrike Mein­hof« heißt es, man kön­nte es poli­tis­ches Tanzthe­ater nen­nen. Und es dürfte nach »Han­nelore Kohl« ein weit­eres Mal zu Diskus­sio­nen unter den Zuschauern und Kri­tik­ern führen. Bei der Deutsch­­land-Pre­miere 1990 in Bre­men gab es immer­hin Bomben­dro­hun­gen und Beschimp­fun­gen in Rich­tung der Tänz­erin­nen. Von Seit­en eines Pfört­ners. Mehr über brisan­ten Tanz und Kres­niks Moti­va­tion zu solchen Stück­en gibt es in einem Inter­view des WDR.

Wer ist Dein Feind?

Wenn ich nebe­nan in den türkischen Imbiss gehe und eine Falafel oder etwas Bakla­va kaufe, dann ste­ht vor mir mit großer Wahrschein­lichkeit ein Moslem. Ist er mein Feind? Wer den Karika­turen­stre­it ver­fol­gt und die Bilder der Nachricht­enkanäle dieser Tage sieht, kön­nte das denken. Aber wenn ich bezahlt habe und mich ver­an­schiede, spüre ich von alle­dem nichts. Und doch, Chris­ten und Moslems gehören unter­schiedlichen Kul­turen an. Vielle­icht sind es ger­ade die gewalt­täti­gen Demon­stra­tio­nen, die bren­nen­den Botschaften und Fah­nen, die uns klar machen, dass sich zwar wirtschaftlich und poli­tisch zusam­me­nar­beit­en lässt, die angestrebte Eine Welt ohne Gren­zen und Unter­schiede aber doch nicht mit weni­gen Schrit­ten zu erre­ichen ist. Die Filmemacherin Ayaan Hir­si Ali (drehte mit dem 2004 ermorde­ten Theo van Gogh»Sub­mis­sion (Part I)«), selb­st Mus­lim­in und bekan­nt für ihre islamkri­tis­che Hal­tung hat gestern in Berlin eine viel­beachtete, mutige Rede gehal­ten: »Schande über jene Zeitun­gen, die zu feige waren, ihren Lesern die Karika­turen zu zeigen«, sagte sie und sprach von kuschen­den Poli­tik­ern, der Zer­störung von Frei­heit und Demokratie und vom Recht, sich über Satire aufzure­gen, dass jedoch nicht wie …

3… 2… 1… Heil!

Was wäre das Leben ohne eBay? Ich besäße nichts, fast nichts. Wie einige Redak­teure von »Report Mainz« jet­zt aber recher­chiert haben, wird das Online-Auk­­tion­shaus immer mehr auch zum Umschlag­platz für rechte Fanar­tikel. So haben die Kol­le­gen beispiel­sweise CDs der Grup­pen »Landser« oder »Kom­man­do Freisler« sowie Aus­gaben von Hitlers »Mein Kampf« erste­hen kön­nen. Im Moment find­et man bei der Suche nach Lunikoff (Derzeit inhaftiert­er Sänger von »Landser«) den fol­gen­den, stüm­per­haft getarn­ten Artikel: Nicht umson­st han­delt es sich bei der Auk­tion um eine nicht öffentliche: »Dies ist ein Ange­bot mit nicht öffentlich­er Bieter-/Käuferliste. Ihre Iden­tität wird lediglich dem Verkäufer mit­geteilt.« Der Zen­tral­rat der Juden übte wieder­holt scharfe Kri­tik, schon dreimal habe man ähn­liche Vorkomm­nisse gemeldet. Anscheinend aber gelingt es eBay trotz der eige­nen Richtlin­ien nicht, entsprechende Artikel mit­samt ihren Verkäufern vor die Tür zu set­zen. Via Han­dels­blatt Nach­trag | Mittwoch, 08.02.2006 — 18:50:33 Uhr: Der genan­nte Artikel wurde von eBay inzwis­chen ent­fer­nt. Man scheint dazuzuler­nen. Nach­trag | Fre­itag, 17.02.2006 — 16:18:01 Uhr: Für den Artikel sind einige Neue nachgerutscht. So beispiel­sweise ein T‑Shirt mit der Auf­schrift »Braun is beautiful« …

Blutgrätsche? Rot!

BMW hat nun tat­säch­lich die ganze Macht von Google zu spüren bekom­men. Seit der Nacht auf Sam­stag ist die Inter­net­seite bmw.de bei der Such­mas­chine nicht mehr zu find­en. BMW hat­te seine Seit­en bewusst als soge­nan­nte Door­way-Pages angelegt, eine Strate­gie, die bei Google nicht gerne gese­hen wird. Und so scheint der bayrische Auto­bauer nun nicht nur seinen Inter­ne­tauftritt umgestal­ten, son­dern zwecks Wieder­auf­nahme auch eigens einen Antrag stellen zu müssen. Das ist so pein­lich wie unpro­fes­sionell und für einen Konz­ern dieser Größenord­nung mehr als demüti­gend. Vor allem, weil sich die Fach­leute in München des Prob­lems dur­chaus bewusst gewe­sen sein müssten. Die harte Poli­tik von Google jeden­falls scheint Schule zu machen, man will aufräu­men mit Such­maschi­nenspam­mern und Link­far­men. Diesem Vorhaben ist schon automobile.de zum Opfer gefall­en und auch BMW wird wohl nicht lange alleine bleiben. Die Fre­unde des SEO wer­den sich etwas Neues aus­denken müssen. Bis zum näch­sten Foul. Bis zum näch­sten Pfiff.

Zimzimzim

Dada, so hat Hans Arp ein­mal gesagt, sei zwar Unsinn, aber noch lange nicht ohne Sinn. Und bis heute lässt sich der Dadais­mus kaum auf »zimz­im urul­lala zimz­im« oder die Protesthal­tung der Beteiligten ein­dampfen. In Zürich nun, mit dem Cabaret Voltaire Geburt­sort der Bewe­gung, feiert mor­gen der kleine Dada Kim Osari­men seinen ersten Geburt­stag, an dem Tag, an welchem der Dadis­mus 90 wird. Und sein Name ist kein Zufall. Die Eltern haben für diese Wahl vom Schweiz­er Kün­stler­duo Com&Com 10.000 Franken erhal­ten. Dafür wird sei­ther das Leben des Jun­gen gefilmt, notiert, ver­mark­tet. Alles aus der Überzeu­gung her­aus, dieses Pro­jekt lasse »gewisse Ideen und Strate­gien der dadais­tis­chen Bewe­gung neu aufleben«. Das ist hoch gegrif­f­en. Um das Ziel zu erre­ichen ist den Mach­ern zumin­d­est kein Ein­fall zu flach, inzwis­chen gibt es »Gugus Dada Song«, es gibt Schnuller und andere Fanar­tikel zu kaufen. Und auf die Frage nach dem Kun­stcharak­ter gibt die Inter­net­seite die lap­i­dare Antwort: »Die bei­den Autoren von Gugus­da­da, Johannes M. Hedinger und Mar­cus Gos­solt von der Kün­st­ler­gruppe Com&Com sind bei­de Konzep­tkün­stler.« Der kleine Dada kann …