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Cantate Domino

Vor etlichen Jahren hat eine mein­er Plat­ten auf ver­mut­lich dreiste Art den Weg von meinem Regal in fremde Hände gefun­den. Heute ist sie zurück­gekehrt, per Ver­sand. Pünk­tlich einen Tag vor dem 1. Advent liegt »Can­tate Domi­no« wieder vor mir, die nach wie vor beste Wei­h­­nachts-CD, die je pro­duziert wor­den ist. Bis heute gel­ten die Pro­duk­te des Labels »Pro­prius« als klan­glich unerr­e­icht. In der leg­endären Auf­nahme aus dem Jahr 1976 (Auf­nah­megerät: Revox A77 und nur zwei (!) Mikro­fone) spie­len und sin­gen Oscars Motet­tkör aus Stock­holm, Alf Lin­der an der Orgel und Mar­i­anne Mell­näs als Sopran. Dirigiert wer­den die Stücke von Torsten Nill­son. Heute ist dieses schöne Stück oft nur noch als SACD zu bekom­men, doch tat­säch­lich gibt es noch einen kleinen, feinen Ver­sand, der die zulet­zt 1993 als reg­uläre CD pro­duzierte Scheibe anbi­etet (und dazu noch unfass­bar schnell liefert). Besten Dank also an Chateau Disc in Nürn­berg für schöne, besinnliche Stun­den. Ein Tip zum Rein­hören für alle, die diese unglaubliche Plat­te nicht ken­nen, ist Track Num­mer 9: »Jul­sång« von Adolphe Adam (1803–56). Wer sich von diesem …

Vorsicht …!

Sie ste­hen auf Platz 1 der deutschen Sin­glecharts und sind in aller Munde: die Nach­wuchs­band Tokio Hotel. Ger­ade ein­mal zwis­chen 13 und 18 Jahren alt, sind sie für die BILD-Zeitung schon zu Sex-Sym­bol­en gewor­den, von vie­len jedoch wer­den sie meist nur verspot­tet und ein klein­er Sech­szeil­er auf popkulturjunkie.de hat inzwis­chen 600 Kom­mentare über­schrit­ten. Zu inten­sive Beschäf­ti­gung mit den Rock­erkn­aben scheint jedoch gefährlich wer­den zu kön­nen. Obwohl die Betreiber der Pseu­­do-Fan­­page tokio-hotel-fanpage.de.vu vor Betreten der Seite den Hin­weis an den Mann gebracht hat­ten, kann man dort inzwis­chen lesen: Ganz kosch­er scheinen die fünf Jungs irgend­wie nicht zu sein. Nur so ist es schließlich zu erk­lären, dass das Tokio-Hotel Fan­blog myblog.de/tokio-hotel nur mit Pass­wort zugänglich ist. Vielle­icht schützt man sich aber auch nur vor kri­tis­chen Kom­mentaren. Nun ist die Frage, ob Tokio Hotel wirk­lich so lächer­lich sind oder nicht, ob »Lead­sänger und Song­writer Bill« (www.tokio-hotel.de) die »für manchen vielle­icht über­raschend erwach­sen« (Bill, zitiert nach www.tokio-hotel.de) klin­gen­den Texte auch wirk­lich selb­st schreibt, vielle­icht gar nicht so bedeu­tend. Vielmehr zeigen all diese Diskus­sio­nen, wie geschickt die Plat­ten­fir­ma Uni­ver­sal diese Band …

Almabtrieb

Nun ist es soweit. Nach 25 Dien­st­jahren kommt das Aus für Karl Moik, Werkzeug­mach­er und Mis­ter Musikan­ten­stadl him­self. Nicht, dass er von sich aus keine Lust mehr hätte, in Leder­ho­sen und Karo­hemd über Spaghet­ti-Fress­er herzuziehen oder Mitar­beit­er zusam­men­zukeifen. Die bei­den Sendeanstal­ten ARD und ORF waren es, die entsch­iedenhaben, dass im Stadl frisches Blut her muss — Pseudotrompeter Ste­fan Mross ist bere­its im Gespräch. Dass damit für die Ver­ant­wortlichen eine Ära zu Ende geht, »die die volk­stüm­liche Musik­szene im deutschsprachi­gen Fernse­hen geprägt hat«, scheint den Abschied für Moik nicht ein­fach­er zu machen. Er spricht von ein­er »Entschei­dung von bess­er ver­di­enen­den Her­ren«. Ihm tue nur das Pub­likum leid und nach 25 Jahren hätte »der Stil der Abhalfterung ein ander­er« sein kön­nen. Stimmt, es hätte früher und schlim­mer kom­men kön­nen. Via Spiegel