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Das kann ja jeder

Ein Affe sorgt dieser Tage für eine ver­mut­lich exis­ten­zial­is­tis­che Diskus­sion im Betrieb­ssys­tem Kun­st, passend zum 100. von Sartre. Der Affe mit den schö­nen Namen Con­go (1954–1964) hat näm­lich gemalt, und das so »gut«, dass drei sein­er Bilder nun auf ein­er Auk­tion in Lon­don schlappe 20.000 Euro einge­bracht haben. Das wäre noch gar kein Wun­der, mal­ende Ele­fan­ten, Bienen und son­stiges Geti­er sind beileibe keine Sel­tenheit mehr. Es erstaunt allerd­ings so manchen, dass auf der­sel­ben Auk­tion zwei Gemälde von Andy Warhol und Auguste Renoir ein­fach liegen blieben. Es ist zwar nur zu ver­ständlich, dass man sich heute nicht mehr unbe­d­ingt einen dieser PopArt-Schinken an die Wand hän­gen muss, beim Renoir jedoch wird man schon stutzig. Nun fra­gen sich bes­timmt wieder hun­derte von Kun­sthis­torik­ern, ob man mod­erne Kun­st denn über­haupt noch ernst nehmen könne, zu solcher­lei Schmier­ereien sei ja schließlich jed­er in der Lage und über­haupt… Um übri­gens Mis­ver­ständ­nis­sen gle­ich von vorn­here­in vorzubeu­gen: Bei dem net­ten Affen auf dem Bild han­delt es sich nicht um Con­go, der war ein Schim­panse… Via FAZ

Prix Ars Electronica 2005

Das Fes­ti­val Ars Elec­tron­i­ca Linz hat die diesjähri­gen Preisträger für den Prix Ars Elec­tron­i­cabekan­nt­gegeben. Das The­ma 2005 lautete »Hybrid: Liv­ing in the Para­dox«. Die ersten Preise (Gold­ene Nica) erhal­ten bei dem vom 1. bis zum 6. Sep­tem­ber stat­tfind­en­den Fes­ti­val: Tomek Baginski/Platige Image (Poland) für »Fall­en Art« (Sparte: Com­put­er Animation/Visual Effects) AKSHAYA (India) (Sparte: Dig­i­tal Com­mu­ni­ties) Esther Polak, Ieva Auz­i­na und RIXC — Riga Cen­ter for New Media Cul­ture (Latvia) für »*/MILKproject« (Sparte: Inter­ac­tive Art) Amach­er Maryanne (USA) für »TEO! A son­ic sculp­ture« (Sparte: Dig­i­tal Musics) Ben­jamin Fry, Casey Reas (USA) für »Pro­cess­ing« (Sparte: Net Vision) Markus Such­er (Aus­tria) für »Ren­nacs Stud­ies« (Sparte: u19 — freestyle computing)

Wunschwelten

Zeit­genös­sis­che Kun­st ist nicht immer leichte Kost. Mal trock­en, mal pornographisch, mal skur­ril und so manch­es Mal auch schlicht lang­weilig. Doch tat­säch­lich, und das mag erstaunen, gibt es auch heute noch Roman­tik in der Kun­st, die Sehn­sucht nach einem schöneren oder zumin­d­est anderen Leben. Dass dies gar nicht so sel­ten der Fall ist, beweist die Schirn Kun­sthalle in Frank­furt zurzeit mit ihrer beein­druck­enden Schau »Wun­schwel­ten«. Noch bis zum 28. August stellt sie Kün­stler wie Jus­tine Kur­land mit ihren im wahrsten Sinne merk­würdi­gen und gle­ichzeit­ig intim verträumten Fotografien oder David Thor­pe und seine majestätis­chen und detail­re­ich col­lagierten Land­schaften aus. Utopi­en und Wun­schträume wohin man schaut, manch­mal nah am Kitsch, manch­mal zum Heulen schön. Abso­lut sehenswert!