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Ithaka reloaded oder: Brichst du auf gen Bernabéu

Brichst du auf gen Bern­abéu, wün­sch dir eine lange Par­tie, voller Dop­pelpässe und schneller Angriffe. Die Eto’os und Snei­jders, den zorni­gen Lucio fürchte nicht, solcher­lei wirst du auf dein­er Fahrt nie find­en, wenn dein Denken hochges­pan­nt, wenn edle Regung deinen Geist und Kör­p­er anrührt. Den Eto’os und Snei­jders, dem wüten­den Lucio wirst du nicht begeg­nen, falls du sie nicht in dein­er Seele mit dir trägst, falls deine Seele sie nicht vor dir auf­baut. Wün­sch dir eine lange Par­tie. Der Som­mer­abende möcht­en viele sein, da du, mit welch­er Freude und Zufrieden­heit! in nie zuvor gese­hene Sta­di­en ein­fährst; halte ein bei den Are­nen der Fran­zosen und erziel die schön­sten Tore, Eck­en und Flanken, Abseits­fall­en, Hack­en­tricks und erre­gende Spielzüge aller Art, so reich­lich du ver­magst, erre­gende Spielzüge; besuche viele Sta­di­en in Ital­ien, damit du von den Eingewei­ht­en lernst und wieder lernst. Immer halte Madrid im Sinn. Dort anzukom­men, ist dir vorbes­timmt. Doch beeile nur nicht deine Reise. Bess­er ist, sie dauere viele Minuten; und alt gewor­den lege am Esta­dio San­ti­a­go Bern­abéu an, reich an dem, was du auf dein­er Fahrt gewannst, und hoffe nicht, dass …

Nicht nach vorne, nach oben!

Ver­trauen Sie sich selb­st? Ich frage deshalb, weil ich seit einiger Zeit immer wieder vor dem sel­ben Prob­lem ste­he. Zum ersten Mal vor vielle­icht sechs Wochen, in 15 Metern Höhe, hän­gend in der Wand. Am Klet­ter­gurt: Mein erster eigen­er Knoten. Selb­st zusam­menge­frimelt, auf den ersten Blick solide. Auf den zweit­en auch. (Selbst)Vertrauen? Nicht die einzige Frage, die man sich zwis­chen Boden und Hal­len­decke, in diesen vielle­icht drei, vier Minuten stellen kann. Und doch, der Spiel­raum im Kopf ist begren­zt. Auf den näch­sten Griff, den näch­sten Tritt, die langsam über­säuern­den Muskeln, die schmerzen­den Füße. Kein Gedanke wird da ver­schwen­det an die Redak­tion, den noch unfer­ti­gen Artikel, das vollgestellte Spül­beck­en und den unerledigten Anruf. Stattdessen: die Wand im Kopf. Freiheit.

Die drei Baustellen des FC Bayern

Jür­gen Klins­mann ist weg, Jupp Heynck­es kommt, geht es nach dem Kul­tur­an­thro­polo­gen René Girard, haben wir nun unseren Sün­den­bock gefun­den und kön­nen wieder fried­voll zusam­men­leben. Wenn es mal nur so ein­fach wäre. Der FC Bay­ern München hat­te Jür­gen Klins­mann geholt, weil er eine bes­timmte Philoso­phie ver­tritt, weil er bes­timmte Train­ingsmeth­o­d­en nutzt. Eine Philoso­phie und Meth­o­d­en, die im inter­na­tionalen Fußball eigentlich Stan­dard sind, zumin­d­est an der Spitze. Nun hat sich der Vere­in selb­st ein Beinchen gestellt, denn für die kom­mende Sai­son muss der FC Bay­ern, will er inter­na­tion­al beste­hen, nicht nur einen geeigneten Nach­fol­ger find­en, son­dern auch noch zwei weit­ere, ältere Prob­leme bei­seite räu­men. Doch fan­gen wir vorne an: