Author: Trotzendorff

Die Golden-Gate-Bridge in San Francisco bei Nacht

The San-Francisco-Chronicles

Ich habe fast ein ganzes Jahr gebraucht, um diesen Text schreiben zu kön­nen. Fast ein Jahr, 35.000 Kilo­me­ter und eine Schublade voller Entwürfe. Fast ein ganzes Jahr kon­nte ich nicht über eine Stadt schreiben, die schon so vie­len Men­schen den Kopf ver­dreht hat, eine Stadt, die für manche das heilige Jerusalem der Mod­erne ist. Sie pil­gern hier her, ich habe schon bei ihrem Anblick aus der Ferne ständig blinzeln müssen. Weil diese Stadt blendet. Und weil diese Stadt von einem kle­bri­gen Dun­st umgeben ist, der einem die Sinne raubt.

Aufnahme des Buchs »Die Philosophie des Laufens«

Im Takt, aus dem Takt

»Wir laufen, deshalb denken wir.« Dieser so ein­fache wie sinns­tif­tende Satz ste­ht am Anfang des wohl besten Buchs, das je über das Laufen geschrieben wurde. Na gut, ich muss das sagen, denn ich bin partei­isch, aber dazu später mehr.

Nach einem Straßenlauf liegen leere Wasserflaschen auf einem Kopfsteinpflaster

Hells Bells

Die Hölle liegt kurz hin­ter Kilo­me­ter 35. Ganz aus der Nähe dröh­nen Glock­en zu uns herab, als habe jemand haushohe Laut­sprech­er auf die Straße gestellt und AC/DCs »Hells Bells« ein­gelegt. Für einen Moment ver­jagt der tiefe, durch­drin­gende Klang das Ziehen in meinem linken Knie und den Durst, der langsam wieder größer wird. »I’m a rolling thun­der, a pour­ing rain, I’m comin› on like a hurricane …«