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Statistik to go

Google ist böse und wer immer dieser Datenkrake Per­sön­lich­es über­lässt, beschwört damit min­destens seinen eige­nen, ver­mut­lich aber auch den Unter­gang des gesamten Abend­lan­des her­auf. Soviel zur The­o­rie, die ich nicht teile. Ich nutze Googles Ange­bote nicht beson­ders häu­fig, das jedoch eher, weil ich sie kaum brauche und es zudem liebe, selb­st mit ver­schiede­nen Tools herumzus­pie­len. Für Web­site-Sta­tis­tiken, wie sie etwa Google Ana­lyt­ics erstellt, gibt es die Open-Source-Alter­na­tive Piwik, die nicht nur kosten­los ist, son­dern auch noch tadel­los funk­tion­iert, voraus­ge­set­zt, man hat einen Serv­er, um sie zu hosten (Wie und warum Piwik eine echte Google-Ana­lyt­ics-Alter­na­tive ist, erk­lärt F!XMBR sehr schön.). Und um nun auch unter­wegs, zumin­d­est als iPhone-Nutzer, seine Sta­tis­tiken abfra­gen zu kön­nen, gibt es seit gestern eine App (inzwis­chen offline), gebaut von Frank Her­rmann alias CodeK­ing und zu haben für den derzeit­i­gen Ein­führung­spreis von 1,59 Euro. Auch diese App funk­tion­iert eben­so intu­itiv wie Piwik selb­st, alles, was man tun muss, um sie zum Laufen zu brin­gen, ist, einen zweit­en Benutzer­ac­count in Piwik anzule­gen, da die App nicht mit dem Admin spie­len will. Unter Umstän­den jedoch kann dieser Schritt zu ein­er Stolper­falle wer­den. Wer näm­lich dem Zweit­nutzer einen Namen mit Großbuch­staben ver­passt, wird schnell merken, dass die iPhone-App eine Fehler­mel­dung ausspuckt. Aber das ist ja ein­fach zu umge­hen. Ein Update mit erweit­erten Funk­tio­nen, so teilt Her­mann auf sein­er Inter­net­seite mit, ist übri­gens schon in Pla­nung und soll in den kom­menden ein bis zwei Wochen veröf­fentlicht werden.

Mos Dub by Max Tannone

Es ist schw­er, mich von HipHop oder Rap zu überzeu­gen, soviel vor­weg. In den meis­ten Fällen mag ich die Attitüde nicht, oft aber lang­weilt mich nach ein­er gewis­sen Zeit auch der Beat, ganz zu schweigen davon, dass eine Stimme in meinen Ohren schon einiges hergeben muss, um bei minuten­langem Sprechge­sang nicht pen­e­trant zu wer­den. Begeis­tern kon­nte ich mich bish­er beispiel­sweise für Kün­stler wie den ger­ade ver­stor­be­nen Guru, vor allem für sein Pro­jekt «Jazzmatazz», den phänom­e­nalen Bus­ta Rhymes, und wirk­lich vom Hock­er geris­sen hat mich vor fünf Jahren der Istan­buler Ceza, der in Fatih Akins «Cross­ing the Bridge» seine Rap-Sal­ven in die Kam­era spuck­en darf. Doch das alles war, bevor ich Mos Def zum ersten Mal richtig gehört habe, wobei richtig in diesem Fall heißt: auf dem Mash-Up von Max Tan­none. Read More

Ithaka reloaded oder: Brichst du auf gen Bernabéu

Brichst du auf gen Bernabéu,
wün­sch dir eine lange Partie,
voller Dop­pelpässe und schneller Angriffe.
Die Eto’os und Sneijders,
den zorni­gen Lucio fürchte nicht,
solcher­lei wirst du auf dein­er Fahrt nie finden,
wenn dein Denken hochges­pan­nt, wenn edle
Regung deinen Geist und Kör­p­er anrührt.
Den Eto’os und Sneijders,
dem wüten­den Lucio wirst du nicht begegnen,
falls du sie nicht in dein­er Seele mit dir trägst,
falls deine Seele sie nicht vor dir aufbaut.

Wün­sch dir eine lange Partie.
Der Som­mer­abende möcht­en viele sein,
da du, mit welch­er Freude und Zufriedenheit!
in nie zuvor gese­hene Sta­di­en einfährst;
halte ein bei den Are­nen der Franzosen
und erziel die schön­sten Tore,
Eck­en und Flanken, Abseits­fall­en, Hackentricks
und erre­gende Spielzüge aller Art,
so reich­lich du ver­magst, erre­gende Spielzüge;
besuche viele Sta­di­en in Italien,
damit du von den Eingewei­ht­en lernst und wieder lernst.

Immer halte Madrid im Sinn.
Dort anzukom­men, ist dir vorbestimmt.
Doch beeile nur nicht deine Reise.
Bess­er ist, sie dauere viele Minuten;
und alt gewor­den lege am Esta­dio San­ti­a­go Bern­abéu an,
reich an dem, was du auf dein­er Fahrt gewannst,
und hoffe nicht, dass das Finale dir Reich­tum gäbe.

Das Finale gab dir die schöne Reise.
Du wärest ohne es nicht auf die Fahrt gegangen.
Nun hat es dir nicht mehr zu geben.

Auch wenn es sich dir ärm­lich zeigt, das Spiel bet­rog dich nicht.
So weise, wie du wur­dest, und in solchem Maß erfahren,
wirst du ohnedies ver­standen haben, was die 90 Minuten bedeuten.

Kon­stan­ti­nos Kavafis: »Brichst du auf gen Ithaka … «

Im Schloss (11)

Igor!
Mylord?
Igor, holen Sie den Gärtner.
Den Gärt­ner, Sir? Wir haben keinen Gärtner.
Wie meinen? Und warum weiß ich davon nichts, Igor? Hä?!
Sir, Sie haben doch selb­st gesagt …
Ich weiß, was ich gesagt habe, Igor. Aber schauen Sie sich doch das Dilem­ma mal an. Ein Pflänzchen nach dem anderen, Igor. Ohne, dass man etwas dage­gen machen könnte.
Denen fehlt bes­timmt nur die gute transsil­vanis­che Luft, Sir. Genau wie Ihnen.
Ach Igor, mein Gutester.
Ach Sir … *seufz*