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Noch 48 Wochen und zwei Tage

Das war’s für mich, Ende der Fas­ten­zeit, erst­mal einen Schritt zurück­treten und sich das Mal­heur anschauen. Nach dem ersten Spöt­teln und den ersten Recht­fer­ti­gun­gen stelle ich fest: Nein, ich habe nicht ver­sagt, bin nicht gescheit­ert. Denn es ging nicht darum, mir etwas zu beweisen. Das hat­te ich schon. In den Jahren zuvor, mit den teil­weise krampfhaften Ver­suchen, sieben Woche ohne Alko­hol oder Zigaret­ten auszukom­men. Doch inzwis­chen geht es beim Fas­ten um etwas anderes.

Es geht darum, eine neue Per­spek­tive auf Abghängigkeit und Genuss zu bekom­men, um eine neue Wahrnehmung. Eine kleine Reise durch die eigene Psy­che. Und die tritt man bess­er nicht unter Druck an. Dafür braucht es einen freien Kopf, Neugi­er und vor allem Konzen­tra­tion. In ein­er Zeit aber, in der der Kopf beset­zt, die Neugi­er schon fest gebucht und die Konzen­tra­tion nahezu ausverkauft ist, wird die Fas­ten­zeit zum Gegen­teil dessen, was sie sein soll. Zum Krampf. Sie fordert nicht, son­dern sie zehrt. Das war nicht das Ziel. Aus diesem Grund habe ich jet­zt noch 338 Tage bis Ascher­mittwoch, 48 Wochen und zwei Tage bis zur näch­sten Fas­ten­zeit. Es geht mir gut.

»Wenn man immer perfekt ist, dann ist man tot«

Schon vor mehr als zehn Jahren, in der Schule, wussten wir: Aus dem Roland, da wird mal was. Was ganz Großes, mit Kar­riere und Fans und allem Schnickschnack, der dazuge­hört. Denn Roland kon­nte sin­gen. Und heute? Heute hat er eine Band, die so heißt wie er (Voltaire), ein eigenes Plat­ten­la­bel und noch im März erscheint in Koop­er­a­tion mit PIAS («Play It Again Sam») das zweite Album «Das Let­zte Biss­chen Etikette». Dann gehen Voltaire auf Tour. Unser erstes Gespräch seit der Schulzeit. Ein Inter­view. Read More

Das große Los?

Erin­nern Sie sich noch? Einen Monat ist Sascha Lobos Fol­low­erver­losung her, damals schrieb er: «Natür­lich ist die Zahl der Fol­low­er nur bed­ingt ein Maßstab für irgen­det­was Anderes außer eben der Zahl der Fol­low­er. Ich glaube aber, dass man an dieser Aktion able­sen kön­nen wird, welche Mobil­isierungskraft Twit­ter im deutschsprachi­gen Raum innewohnt.» Das klang span­nend. Da habe ich mitgemacht.

Wer­fen wir nun, einen Monat später einen Blick auf die Fak­ten: abo­tis, der «Gewin­ner» von Lobos Aktion, hat­te am 30. Jan­u­ar kurz nach 15 Uhr 745 Fol­low­er, nach Lobos Angaben waren es vor Bekan­nt­gabe des Ergeb­niss­es 737. Schon kurz danach kam abo­tis mit dem Zurück­fol­gen nicht mehr hin­ter­her. Zwis­chen­stand um 16:30 Uhr: 969 Fol­low­er. An der Aktion teilgenom­men hat­ten zwis­chen 750 und 1100 Twit­ter­er, rein rech­ner­isch hätte abo­tis heute also in etwa zwis­chen 1500 und 1850 Fol­low­er haben sollen, ein wenig Schwund oder zusät­zliche Neuankömm­linge mal ausgenom­men. Kurz nachgezählt: Es sind knapp über 1300. Read More

Post von unserem treuesten Leser

Wohlge­merkt, ich arbeite für ein Online-Medi­um, das vor knapp fünf Monat­en ges­tartet ist:

«Sehr geehrte Damen und Her­ren. ich bin bei Ihnen seit 1972 ein treuer Zeitungskunde und habe immer monatlich Jahr für Jahr die Zeitung bezahlt. Für Neukun­den­wer­bung sind Sie sehr großzügig, für Kun­den die schon 37 Jahre ihre Zeitung beziehen haben sie bis heute kein Geschenk gegeben. Dies finde ich sehr ungerecht, ent­täuschend und ärg­er­lich. Wird mit dem Geld der treuen Leser die großzügi­gen Wer­begelder für Neukun­den bezahlt. Sollte ich bis spätestens 10. März von Ihnen nicht auch ein­mal ein Wer­begeschenk (z. B. 2 Monate kosten­los­er Bezug der LZ *) erhal­ten, kündi­ge ich hier­mit die Zeitung zum 31.03.2009. Mit fre­undlichen Grüßen Her­bert Achern Kalifen­str. 9 63533 Main­flin­gen» *

Der fre­undliche Herr bekommt in diesen Minuten eine E‑Mail, um das Missver­ständ­nis aufzuklären.

*Name und Adresse geändert

Im Schloss (4)

Igor!
Mylord?
Igor, ich werde das Gefühl nicht los, es sei alles schon mal dagewesen.
Sir?
Schauen Sie sich doch hier mal um, Igor, sehen Sie aus dem Fen­ster, gehen Sie vor die Tür. Keine Inno­va­tion mehr, Igor. Wo bleibt das Neue? Und Ihre Erfind­un­gen sind ja nun auch nicht mehr das, was sie mal waren.
Mit Ver­laub, Sir, da bin ich ander­er Mei­n­ung. Sehen Sie …
…
Sir?