Jeden Tag werden den Redaktionen dieser Welt dutzende, vielleicht hunderte Fotos von den Krisenherden rund um den Globus angeboten. Die wenigsten davon schaffen es in die Zeitungen oder auf Nachrichtenportale. Immer wieder schaue ich diese Fotos durch, in letzter Zeit vor allem aus dem Gazastreifen, und frage mich, welches davon für den jeweiligen Artikel geeignet wäre. Die Bilder der Agenturen zeigen alles: die Zerstörung, das Elend, Leichen, verzweifelte Menschen. Doch wenn die Medien dieser Tage über den Gazakrieg berichten, werden meist Fotos ausgewählt, die aus sicherer Entfernung aufgenommen sind. Manchmal sogar romantisch wirkende Bilder, mit Soldaten vor Sonnenuntergängen. Selten aber sind die Aufnahmen nah dran.
Das hat seinen Grund. Anders als Robert Basic Anfang des Jahres geschrieben hat, geht es nämlich nicht nur um die Frage, was Lesern zuzumuten ist oder was man ihnen vorenthält. «Was wir in den Nachrichten sehen, ist meistens nur Kindergarten-Mist, das viel zu schonend mit Krieg umgeht», schreibt Basic und verweist auf eine Bilderstrecke auf boston.com, die keinen Halt vor dem ganzen Grauen macht. Doch das ist nur die eine Seite. Read More