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(Tat)Orte

Obwohl in den Medi­en tagtäglich über Katas­tro­phen, Ver­brechen und andere Scheußlichkeit­en berichtet wird, bekom­men Zuschauer und Leser davon sel­ten wirk­lich etwas zu sehen. Gezeigt wer­den meist die Bilder nach dem eigentlichen Geschehen, die Tatorte, wenn bere­its das Schlimm­ste vor­bei ist. Das ist gut so und für die Ein­hal­tung gewiss­er Gren­zen sorgt — zumin­d­est in unserem Land — neben der Ethik auch ein­er moralis­ch­er Presse-Codex. So ist es für die Redak­teure der meis­ten Medi­en beispiel­sweise selb­stver­ständlich, keine Leichen oder Leichteile zu zeigen. Dabei wäre das Ange­bot an drastis­chem Mate­r­i­al dur­chaus vorhan­den. Das beweist jet­zt auch eine Ausstel­lung mit dem schlicht­en Titel »(Tat)Orte« im NRW-Forum in Düs­sel­dorf. Es sind Fotografien ver­schieden­er Reporter, darunter von Leg­en­den wie Weegee, Arnold Oder­matt, Enrique Metinides oder aus dem LA Police Archive. Sie zeigen genau das, was nor­maler­weise im Archiv ver­schwindet. Leichen, Ret­tungsar­beit­en, grausame Szenen. Dabei stellt sich die Frage, ob in dem Moment, in dem diese Bilder zu ver­meintlich­er Kun­st erk­lärt wer­den, die son­st gel­tenden ethis­chen Gren­zen ver­let­zt wer­den dür­fen und ob Fotografien einzig auf­grund ihrer handw­erk­lichen Qual­ität und einem öffentlichkeitswirksamen …

Heine? Handke? Nein, danke.

Wo genau liegt nun der eigentliche Skan­dal? Ist es Peter Hand­ke, der eine Grabrede für den ser­bis­chen Präsi­den­ten Slo­bo­dan Miloše­vić gehal­ten hat? Oder ist es die Tat­sache, dass die Stadt Düs­sel­dorf ihm für sein lit­er­arisches Werk den Hein­rich-Heine Preis 2006 ver­lei­hen wollte? Einen Preis, der den Bes­tim­mungen nach Per­sön­lichkeit­en ver­liehen wird, »die durch ihr geistiges Schaf­fen im Sinne der Grun­drechte des Men­schen, für die sich Hein­rich Heine einge­set­zt hat, den sozialen und poli­tis­chen Fortschritt fördern, der Völk­erver­ständi­gung dienen oder die Erken­nt­nis von der Zusam­menge­hörigkeit aller Men­schen ver­bre­it­en.« Nein, weit gefehlt, der tat­säch­liche Skan­dal kommt erst noch. Gestern näm­lich haben sich die Frak­tio­nen von SPD, FDP und den Grü­nen des Düs­sel­dor­fer Stad­trats darauf ver­ständigt, diese Preisver­lei­hung zu ver­hin­dern und das Preis­geld von 50.000 Euro nicht zur Ver­fü­gung zu stellen. Nun kön­nte man meinen, es sei das gute Recht der Stadt, selb­st zu entschei­den, für wen sie ihr Geld aus­gibt. Ganz so ein­fach stellt sich die Sache aber nicht dar. Die Entschei­dung für Hand­ke obliegt näm­lich ein­er Jury (und nicht poli­tis­chen Frak­tio­nen) und geht fol­gen­der­maßen von­stat­ten: So gesehen …

The L word

Das war sie nun also, die lang erwartete Folge 1 der amerikanis­chen Serie »The L Word«. Zugegeben, den deutschen, nach dümm­lichem Boule­vard klin­gen­den Unter­ti­tel »Wenn Frauen Frauen lieben« hätte man sich auch schenken kön­nen, der amerikanis­che Slo­gan »Same Sex, dif­fer­ent City« ist jedoch keinen Deut bess­er. Und was das Wichtig­ste ist — die Serie überzeugt. Zunächst ein­mal der Plot in Kurz­form: Das alles kön­nte ziem­lich schnell in Klis­chees abdriften — wenn es denn welche gäbe. »The L Word« macht aber zunächst ein­mal klar, wie wenig Platz Les­ben in unser­er Vorstel­lung von All­t­ag über­haupt haben, von Szenen in Pornofil­men und Abziehbild­chen wie Hel­la von Sin­nen ein­mal abge­se­hen. Hier aber find­et man durch­wegs erstk­las­sige Schaus­piel­er, die in witzi­gen und über­raschend emo­tionalen Dialo­gen schlüs­sige Geschicht­en erzählen. Und dem Vor­wurf, die dargestell­ten Charak­tere seien alle­samt zu hüb­sch, zu erfol­gre­ich und denen der Serie »Sex and the City« zu ähn­lich, ist Autorin und Pro­duzentin Ilene Chaiken mit dem Vorschlag, sich die Les­ben­szene in L.A. doch ein­mal anzuse­hen, bere­its rechtzeit­ig ent­ge­genge­treten — was nicht nötig gewe­sen wäre. Denn während sich die …

Schwarm, der

Was haben Sie denn bitteschön getan, bevor Sie auf diese Seite gekom­men sind? Und Sie meinen wirk­lich, das müsste jed­er mitkriegen kön­nen? Ja, ich weiß, wir sind alle nur Teil des Schwarms, der auf der Suche nach Sinn und Unsinn das Inter­net durch­streift. Aber sich dabei beobacht­en lassen? Es gibt, dafür genü­gen einige Sekun­den auf der Seite, übri­gens nicht umson­st einen kleinen But­ton, mit dem sich »Adult«-Content ein- und auss­chal­ten lässt. Umso erstaunlich­er, dass alle Teil­nehmer dieses Pro­jek­ts — trotz jahre­langer Diskus­sio­nen über das überwachte Netz, die Google & Co. aus­gelöst haben — Frei­willige sind. Inter­net-Exhi­bi­­tion­is­ten sozusagen, die sich mith­il­fe eines kleinen Plu­g­ins für den Fire­­fox-Brows­er bei jedem Schritt ver­fol­gen lassen, wobei ange­blich keine pri­vat­en Infor­ma­tio­nen gesam­melt wer­den. Und der Sinn des Schwarms? Der liegt laut Angabe des Betreibers im Fol­gen­den: Na sicher.

Kuttner adé

Es passiert nicht oft, dass ich so etwas tue. Und ich ver­spreche, es wird so schnell nicht wieder vorkom­men. Aber heute muss es sein. Kut­tner, die Show geht nach diesem Som­mer bei MTV vom Netz. Soweit so gut, und auch Frau Kut­tner scheint das eher gelassen zu sehen. Doch muss an dieser Stelle ein Aufruf erfol­gen an all die Fernsehsender, die Madame K. noch nicht im Pro­ramm haben, mit eini­gen Aus­nah­men vielle­icht. Gibt es nicht irgend­wo einen clev­eren, zukun­ft­slieben­den Chefredak­teur, der für die einzig intel­li­gente, char­mante (um nicht zu sagen hüb­sche) und nicht vol­lkom­men maulfaule Talk­mas­terin im deutschen Fernse­hen (oder hat irgendw­er in let­zter Zeit Char­lotte Roche auf dem Bild­schirm gese­hen?) eine Sendung zurechtschnibbeln lassen kann? Muss ja nicht zusam­men mit ihrem Kom­pan­ion sein, sowas wie Schmidt für Stu­den­ten und solche, die es bleiben wollen täte es ja. Nein wirk­lich. Sarah Kut­tner aus dem Pro­gramm zu nehmen (wegen der Quote! Ha!) ist nicht in Ord­nung. Und hier gibt es natür­lich keinen Auf­schrei. Nur eine kleine Mel­dung vom Spiegel. Frau Merkel schweigt. Alle anderen auch. Und was …