Körper & Geist
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1968–2007

Colin McRae — einer der größten Rallye-Piloten der Welt — ist tot. Der 39-jährige Schotte ist am gestrigen Samstag bei einem Absturz mit seinem privaten Helikopter ums Leben gekommen, zusammen mit drei weiteren Insassen.

Würde man eine Straßenumfrage zu Colin McRae durchführen, es gäbe wohl kaum einen Jugendlichen, der diesen Namen nicht schon einmal gehört hätte. Das Computerspiel »Colin McRae Rallye« hat Kultstatus, es lebt vom Image des Schotten. Man muss sich als Sportler erst einmal einen solchen Namen erarbeiten. So etwas schaffen nur Legenden, Charaktertypen wie etwa Tony Hawk — Menschen, deren Name gleichbedeutend ist mit einer ganzen Branche, mit einer ganzen Sportart. Colin McRae war einer von ihnen.

Dass er nicht schon früher in seinem Wagen verunglückt ist, wirkt rückblickend wie ein Wunder. Sein Spitzname »Colin McCrash« kam nicht von ungefähr. Alleine im Auftrag des Subaru-Rennstalls zerlegte McRae im Laufe seiner Karriere 15 Fahrzeuge. Sein halsbrecherischer Fahrstil aber sicherte ihm unglaubliche 25 gewonnene WM-Rallyes und einen vierten Platz in der ewigen Rangliste. Er wurde als erster Brite Weltmeister, vor allem aber hatte er noch viel vor: Für das deutsche X-raid-Team wollte er Anfang 2008 die Dakar-Rallye fahren. Lange fuhr das Glück an seiner Seite, selbst wenn er Grenzen überschritt. Gestern ist es vor dem Start ausgestiegen.

Risiko, Charme, Fairness

Colin McRae war beliebt, nicht nur bei seinen eigenen Fans. Auch die Anhänger anderer Teams und Fahrer zollten ihm großen Respekt — für seine Risikobereitschaft, seinen Charme, seine Fairness. Seine zweite große Leidenschaft war das Fliegen, er galt als sicherer, erfahrener Pilot. Und doch ist sie ihm zum Verhängnis geworden. Mit dem Piloten kamen drei weitere Insassen des Helikopters ums Leben, auch sein fünf Jahre alter Sohn Johnny. McRae hinterlässt Frau und Tochter. Und er hinterlässt eine Rallye-Welt, die um eine große Persönlichkeit ärmer ist. Um einen Sportler, der immer auch darum Grenzen sprengen wollte. Hoffentlich hat er ein Stück dieser Einstellung an andere weitergeben können.

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