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Ui, Trendsetter!

Unsere Frau Bun­deskanzelerin ist eine erstaunlich mod­erne Frau. Sie küm­mert sich um ihre äußere Erschei­n­ung und hält flotte Ansprachen zur Fußball-WM. Sie macht süff­isante Bemerkun­gen über Män­n­er- und Frauen­fußball, hat eine eigene Inter­net­seite und — nun auch einen eige­nen Pod­cast. Kapi­tel 1 stellt dabei die Grußbotschaft zur WM dar, weit­ere sollen fol­gen. »Poli­tik anschaulich machen und erk­lären«, will Angela Merkel mit ihren Videos und sagt auch gle­ich etwas zu deren Inhalt: »In dem Pod­cast erläutert die Kan­z­lerin ab sofort, was die Bun­desregierung untern­immt, um Deutsch­land voran zu brin­gen«. Viel mehr erläutert sie dann aber auch nicht. Die neuen Medi­en als Instru­ment der Poli­tik scheinen endlich auch in Deutsch­land angekom­men zu sein. Dabei ist Angela Merkel die erste deutsche Poli­tik­erin mit eigen­em Pod­cast. Es wird aber wohl nicht lange dauern, bis andere es ihr gle­ich­tun. Fraglich ist nur, ob Merkel mit ihrer Ver­mu­tung recht gehabt hat, Mil­lio­nen hät­ten auf diesen Augen­blick gewartet. Und auch ihre Aus­sage, das Pod­cas­ten würde ja nicht nur junge Men­schen inter­essieren, son­dern auch ihr selb­st viel Spaß machen, klingt in etwa so glaubwürdig, …

Zensur!

Ein Hin­weis in eigen­er Sache: Die The­men, die ich in let­zter Zeit hier zur Diskus­sion stelle, mögen den ein oder anderen Leser aufre­gen. Das sollen sie auch. Für die Auswüchse dieser Aufre­gung ist die Kom­men­tar­funk­tion gedacht und darf freigiebig genutzt wer­den. Hier herrschen jedoch, neben Sitte und Anstand, auch die Gren­zen der Mei­n­ungs­frei­heit. Das bedeutet, dass ich Kom­mentare, die — wie heute anlässlich dieses Artikels geschehen — zu Mord, Ver­fol­gung und Gewalt, gle­ich ob an Einzelper­so­n­en, Grup­pen oder Reli­gio­nen aufrufen, lösche. Bei ver­gle­ich­barem Schwachsinn gilt das übri­gens auch. Wer da Zen­sur schre­it, möge sich das ein oder andere Geset­zbuch zu Hän­den nehmen. Außer­dem wird mir bei solchen wider­lichen Idi­o­tien schlecht und das soll in meinem Blog doch bitte nicht passieren.

La toile, c’est moi!

Na pri­ma, ein­er der weni­gen Fre­itage ohne Süd­deutsche ste­ht mir bevor und dann kriegt man vor die Nase geset­zt, dass das ein Fehler war. Aus­gerech­net heute näm­lich rech­net Alex Rüh­le da mit den Blog­gern ab. Nein, Abrech­nung ist vielle­icht zu hart, er sagt Ihnen endlich ein­mal die Wahrheit. Über »Web 2.0«, das Gelobte Land der Inter­net­ge­meinde, über das Ende der Meta­physik und darüber, dass wir doch nicht die Stimme Gottes sind, son­dern nur die »Rit­ter der Schwafel­runde«. Dabei nimmt er den Blogs noch nicht ein­mal ihren Ein­fluss, der ja in eini­gen Fällen recht weitre­ichende Kon­se­quen­zen gehabt hat. Die meis­ten aber, und damit dürfte er zweifel­los Recht haben, sal­baderten lediglich selb­stre­f­eren­ziell vor sich hin. Und »der narzis­stis­che Glaube viel­er Blog­ger, schon im Moment ihrer Blogeröff­nung eine kri­tis­che poli­tis­che Gegenöf­fentlichkeit zu sein, die implizite Behaup­tung, das Medi­um selb­st sei Garant für bestechend unab­hängige Qual­ität und rit­ter­lich­es Tun, kann ermü­den«. Nicht nur das, es ist eine schlichte Lüge. Ich werde jet­zt erst­mal zum Kiosk wan­dern, mich ins Café Göt­tlich (sic!) set­zen, einen Schweinekaf­fee trinken und mir Her­rn Rühles …

Ehrensenf

»Ehrensenf« ist ein Ana­gramm, eine rhetorische Fig­ur also, aus dessen Buch­staben sich neue Sinnzusam­men­hänge set­zen lassen. Und so, wie sich aus »Ampelkoali­tion« auch »anomale Poli­tik« oder aus »Prinz Ernst August« auch »nur unzart gepisst« machen lässt, so ste­ht »Ehrensenf« eben für Fernse­hen. Und genau das ist es auch, Inter­net­fernse­hen, um genau zu sein. Jeden Tag eine Folge absur­der bis infor­ma­tiv­er Nachricht­en, als Quick­­­time-Video, Win­­dows-Media-Datei oder als 3GP für das Mobil­tele­fon. Für Quick­­­time-Nutzer gibt es am Ende eines jeden Klips noch die passenden Links zu allen The­men. Die aber sind gar nicht leicht zu definieren, die Mach­er selb­st wollen sich mit ihrem For­mat nicht fes­tle­gen, son­dern ein­fach nur unter­hal­ten und amüsieren. Der aktuelle Beitrag für Fre­itag, den 13ten ist denn auch mit »Dia­man­ten unterm Kissen; FlickR-Bilder­rah­­men; The Song Tap­per« über­schrieben. Was nicht zu viel ver­sprochen ist! Via dysternis