Author: Trotzendorff

Ein Mann und zwei Frauen unterhalten sich bei Sonnenuntergang auf einem Hausdach in der Stadt

Der feine Unterschied zwischen Teilen und Erzählen

Es gibt im Jour­nal­is­mus einen Begriff, den der Grün­der und langjährige Chefredak­teur des Stern, Hen­ri Nan­nen, geprägt hat: den Küchen­zu­ruf. Was das ist, hat Nan­nen selb­st in ein­er kleinen — im Rol­len­ver­ständ­nis seinem Welt­bild gehorchen­den — Anek­dote beschrieben, in der das Ehep­aar Hans und Grete am Don­ner­stag mit dem neuen Stern nach Hause kommt und Hans sich in den Ses­sel set­zt, während Grete den Abwasch macht: »Und wenn der Hans dann nach beendigter Lek­türe […] voller Empörung sein­er Frau Grete durch die geöffnete Küchen­tür zuruft: ›Men­sch Grete, die in Bonn spin­nen kom­plett! Die wollen schon wieder die Steuern erhöhen!‹ — dann sind diese bei­den knap­pen Sätze der so genan­nte Küchen­zu­ruf des jour­nal­is­tis­chen Textes.«

Eine Hand hält ein Smartphone, das den Sonnenuntergang fotografiert

How the sun sees you

Ich habe, solange ich denken kann, ein ganz beson­deres Ver­hält­nis zu mein­er Haut. Als Kind, das mit Neu­ro­der­mi­tis und Allergien groß gewor­den ist, habe ich früh erfahren, dass es kaum etwas gibt, auf das meine Haut nicht reagiert: auf Wärme und Kälte, Regen und Wind — vor allem aber auf Sonne. Also habe ich gel­ernt, auf meine Haut aufzupassen.

Ein sich schnell drehendes Fahrgeschäft auf einer Kirmes kurz vor Sonnenuntergang

Wenn wir schon nicht fliegen können, sollten wir wenigstens mehr schaukeln

Auf jed­er anständi­gen Kirmes gibt es diese Schaukeln, die wirken wie außer Kon­trolle ger­atene Nick­e­sel. Und auf jed­er anständi­gen Kirmes, auf der ich bis jet­zt gewe­sen bin, habe ich sie links liegen lassen. Durch die Luft gewirbelt wer­den, kopfüber, am besten noch mit ein­er ordentlichen Por­tion Zuck­er­wat­te und Cola im Bauch? Nein. Danke.

Eine weibliche Hand hält eine Pusteblume

10 Dinge, die ich dem Journalismus wünsche

Der Jour­nal­is­mus von heute ist krank, »auf hohem Niveau«. Er ist »im Eimer«, »kor­rupt« und »hochgr­a­dig manip­u­la­tiv«. Er ist »eine Hal­tung«, »die zivil­ste Form des Wider­stands« und »abhängig von seinen Lesern« — seine Zukun­ft ist ein Quiz. Er ist »der beste, den es je gab«. 10 Dinge, die ich dem Jour­nal­is­mus (in Deutsch­land) wünsche.