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New Nordic Cuisine oder: Warum die besten Erdbeeren der Welt aus Finnland kommen

Auf einem hölzernen Küchenbrett liegen einige Erdbeeren vor einer roten Schale mit Erdbeeren

Es wäre vermessen zu behaupten, die Küche Finnlands sei die beste der Welt, aber ich habe noch in keinem Land so gut gegessen. Dabei kann »gut essen« natürlich alles Mögliche bedeuten. Das kann eine einfache Voisilmäpulla bei den »Kaffee-Schwestern« auf dem Markt sein, ein gegrillter Zander im 124 Meter über dem See thronenden »Näsinneula« in Tampere, das können die »Sapas« genannten finnischen Tapas im Juuri sein oder ein Hummer-Hotdog im winzigen Souterrain des Kaartin.

Gutes Essen in Finnland, das kann eine Handvoll süßer Erbsen sein, die es im Sommer überall zu kaufen gibt, oder ein Liter finnischer Erdbeeren, die nicht nur für mich die besten der Welt sind — wohl auch, weil sie in den hellen Monaten hier oben so viel Sonne abkriegen. Das kann eine Scheibe Hapankorppuja mit Salzbutter sein oder ein frischer Pfannkuchen mit selbstgepflückten Blaubeeren. Gut essen heißt, etwas zu essen, das zum Augenblick passt. Zur Stimmung. Zum Ort.

»Die Zeiten, in denen man finnische Küche nur mit karger Hausmannskost verband, sind lange vorbei. Vor allem die Hauptstadt Helsinki gilt heute als Zentrum der New Nordic Cuisine.«
Maren Einfeldt

Was das angeht, hat insbesondere die »New Nordic Cuisine«, die 2004 von René Redzepi und Claus Meyer, den Köchen des legendären Noma in Kopenhagen, ins Leben gerufen und seitdem — auch mit staatlicher Hilfe — gefördert worden ist, in Finnland einiges bewegt — besonders, aber nicht nur in Helsinki. Mit ihrem Credo von »purity and freshness« ist sie auch bei Köch*innen wie Mikael Kraft aus Geta, Pepita Pylkkänen aus Mikkeli, Ville Toropainen aus Tampere und Jaana Sara aus Ylläs auf fruchtbaren Boden gefallen.

Menschen wie ihnen ist es zu verdanken, dass beim Stichwort »Finnische Küche« heute nicht mehr jede*r nur an Rentier-Steak oder Elch-Gulasch denkt. Wobei: Habe ich schon erwähnt, dass es im Kaarna in Helsinki ein ganz wunderbares Rentier-Steak im Fladenbrot gibt?

2 Kommentare

  1. kaktuskäuzchen sagt

    da hätte ich doch gern mal auf Deutsch gewußt, was du da gegessen hast. Wer ist schon des Finnischen mächtig?

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