Latest Posts

Tetris is for Sissies

Seien wir doch mal ehrlich: Ver­schiedene Klötzchen inner­halb eines fest­gelegten Rasters ineinan­derzustapeln, ist eigentlich keine große Her­aus­forderung. Ja, gut, es macht Spaß. Mehr aber irgend­wie auch nicht, oder? Trotz­dem ist Tetris eines der erfol­gre­ich­sten Com­put­er­spiele über­haupt gewor­den. Doch es gibt Konkur­renz, zumin­d­est für das iPhone. Zwar nicht so ziel­grup­pe­nun­ab­hängig wie das Orig­i­nal, dafür aber sich­er einen Hap­pen orig­ineller: Kern (App lei­der nicht mehr erhältlich).

Die Entwick­ler von For­ma­tion nen­nen es eine «min­i­mal­ist typog­ra­phy expe­ri­ence» und genau das ist es auch. Ziel: Einen fehlen­den Buch­staben möglichst pass­ge­nau in einem Wort platzieren, das, ähn­lich wie die Tetris-Klötzchen, nach unten sinkt. Dabei wer­den die Platzierungs­ge­nauigkeit gemessen und die Punk­te anhand der Schrift­größe errech­net. Bei zu viel Abwe­ichung von der per­fek­ten Lin­ie ver­liert man einen von fünf «lig­a­ture tokens», sind alle Token aufge­braucht, ist man tot. Sozusagen.

Wer sich das ein­mal in Echt anschauen will, kann sich entwed­er bei Vimeo die Videode­mo zu Gemüte führen oder das Spiel ein­fach für 79 Cent im App-Store run­ter­laden. Doch Vor­sicht! Es macht abhängig. Und wer das dann irgend­wann gewor­den ist, der kann seinen High­score auch gle­ich noch im dazuge­höri­gen flickr-Pho­topool ein­stellen. Der kön­nte mit zwölf Mit­gliedern und acht Scores ohne­hin etwas Leben vertragen.

Hacker? Spinner? Bauernfänger?

Wenn ich von Zeit zu Zeit einen Blick in meinen Log­file werfe, um mir anzuse­hen, was von meinen Besuch­ern mehr, was weniger gele­sen wird, fall­en mir immer wieder Besuch­er auf, die Selt­sames im Schilde zu führen scheinen. Oder sagen wir: Die Dinge tun, die ich nicht ver­ste­he. Anders als die meis­ten Leser wer­den für diese erst ein­mal über­haupt keine Details aus­gewiesen, wed­er der voll­ständi­ge User-Agent (lediglich Mozilla/4.0 wird meis­tens angezeigt), noch die Sprache, noch son­st etwas. Das an sich wäre ja noch kein Prob­lem, eigentlich ist es mir her­zlich egal, mit welchen Mit­teln meine Leser zu mir kom­men. Lei­der aber erfahre ich ja die besucht­en Seit­en — und die sind mehr als skur­ril. Read More

Möge der Saft mit Euch sein (4)

Ich glaube so langsam, mit dem Pflanzen­großziehen ist es wie mit Kindern. Bei­de haben ihre Krankheit­en, Eige­narten und Wün­sche, bis auf das Schreien und die Windeln sehe ich noch keinen großen Unter­schied. Man guckt ihnen manch­mal eben­so ungläu­big beim ras­an­ten Wach­sen zu, macht sich Sor­gen, über­legt sich Strate­gien, küm­mert sich und rödelt, kippt Wass­er nach und wartet.

Doch das Warten lohnt. Zwar waren da zuerst diese fiesen, kleinen, weißen Fliegen, doch einen echt­en Geg­n­er kon­nte man das nicht nen­nen. Ein­fach ein biss­chen Spülmit­tel (am besten Bio) in eine Sprüh­flasche, mit Wass­er auf­füllen und die Pflanzen einige Tage lang damit besprühen — schon nehmen die Viech­er reißaus. Und schließlich die Dünger­frage. Wie gut, wenn es Gärt­ner­in­nen in der Fam­i­lie gibt, die empfehlen einem dann schon­mal Humofix (ein Pul­ver aus 5 Heilkräutern, Eichen­rinde, Milchzuck­er und Honig, das in homöopathis­ch­er Dosis verabre­icht wird), von Non­nen mit Bei­s­tand von Oben hergestellt und ein­fach anzuwen­den. Und siehe da: Keine zwei Tage nach der ersten Dosis dieses geseg­neten Düngers ging bei Hun­gar­i­an Hot Wax die erste Blüte auf. Schon wieder staunen.

Als näch­stes nun bekom­men zumin­d­est die Chilipflanzen, die sich zu mehreren einen Topf teilen, größere Pötte. Auch das ist wie bei Kindern. Irgend­wann wach­sen die auch aus den kleinen Bet­ten raus und bekom­men eigene Zim­mer. Demon Red, der immer noch klein, aber inzwis­chen satt-dunkel­grün in seinem Töpfchen ste­ht, wird wohl noch für einige Zeit genug Platz haben. Dann wird auch er umge­topft. Irgend­wie merkt man ja als Vater Gärt­ner, wenn die Kleinen was brauchen. Bauchgefühl.