«Es ist vorbei: zoomer.de geht bald offline!» — so heißt seit heute, 16:05 Uhr, die Schlagzeile bei zoomer.de. Wirklich überraschend kommt die Nachricht nicht. Das Projekt wurde seit längerem schon immer weiter geschröpft. Zunächst verhängte der Mutterkonzern Holtzbrinck ein Werbestopp, worauf die Nutzerzahlen drastisch einbrachen, dann wurde die Verlegung der Redaktionen von zoomer.de und tagesspiegel.de unter die Dachmarke Zeit Digital verkündet. Und jetzt ist Finis. Und es stellen sich doch einige Fragen. Die, was mit den Mitarbeitern passiert, dürfte nicht die einzige sein. Chefredakteur Frank Syré hat ja noch rechtzeitig das sinkende Schiff verlassen und wird zum 1. März stellvertretender Chef bei Bild.de. Und der Rest? Nun, durch zoomer.de dürften nicht wenige der Redakteure Erfahrungen gemacht haben, die ihnen zumindest bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt sichern als dem Gros der Journalisten dort. Soweit so schlecht, denn auf diesem Markt werden Jobs auch nicht gerade im Dutzend verteilt. Read More
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Nofollow? Och nö …
Wenn ich in die Statistik meines Blogs schaue, das gerade einmal seit gut fünf Monaten online ist, ergibt sich ein klares Bild: Etwa ein Drittel der Kommentare sind Spam, als solcher markiert und damit gelöscht. Zumindest auf den ersten Blick klingt das einfach. Doch Worpress — das CMS, mit dem dieses Blog läuft — lässt mich nicht in jedem Fall entscheiden, was ich für unerwünschte Werbung halte und was nicht. Die Verlinkungen etwa, die Kommentatoren hinterlassen, auf ihre oder fremde Webseiten, stuft WordPress automatisch selbst ein und verpasst ihnen das Attribut «nofollow». Was das ist? Das zeigt ein kurzer Auszug aus Wikipedia:
Bisher hatte ich mich mit dem nofollow-Attribut noch nicht beschäftigt, ich wusste noch nicht einmal, dass es existiert. Und mit meinem Spam bin ich dank anderer Mittel gut zurechtgekommen, dafür brauche ich es sicher nicht. Da lautet eine naheliegende Frage doch: Wozu dient dieses Attribut denn dann? Was könnte wirklich hinter nofollow stecken? Eine mögliche Antwort bietet no-nofollow.net:
Ob das gleich schon die ganze Wahrheit ist oder nicht, die Antwort darauf, ob ich etwas mit nofollow am Hut haben will, ist ein klares Nein. Doch wie werde ich den fiesen Möpp wieder los? In den WordPress-Dateien für meine Kommentare habe ich nichts gefunden, zumindest nicht auf den ersten Blick. Doch an anderer Stelle schon.
Eine Möglichkeit zeigt beispielsweise toscho auf. Eine zweite, zumindest für WordPress, sind Plugins. Es gibt davon eine ganze Menge, ich habe mich am Ende für «NoFollow Free» entschieden. Und das aus zwei Gründen: Zunächst funktioniert es, und das auch noch ganz einfach. Grundvoraussetzung. Dann kann ich ziemlich detailliert einstellen, wann ich das nofollow-Attribut haben möchte und wann nicht. Etwa, ob ein Kommentator erst eine gewisse Anzahl an Kommentaren geschrieben haben muss, bevor es entfernt wird. Oder, in welcher Sorte Links ich das Attribut entfernen möchte. Zuguterletzt kann ich auch noch eine Schlagwortliste erstellen, nach der Kommentare durchsucht werden. Findet das Plugin einen der Begriffe, wird das Attribut wieder eingefügt. Das werde ich zwar nicht brauchen, da ich eh jeden Kommentar (zumindest bei neuen Kommentatoren) vorsortiere, für andere aber ist es eine praktische Funktion.
Am Ende hilft dieses Plugin, Kommentare aus eine Ecke herauszuholen, in der ich sie nie haben wollte. Denn zwei Drittel meiner Kommentatoren sind keine Spammer und sollten auch nicht als solche behandelt werden. Ganz einfach. Auch von diesen Links lebt die Blogosphäre. Ach übrigens: Mr. Wong, wohl nicht ganz unwichtig für das Ranking für Blogs, hat anscheinend erst kürzlich alle Links auf nofollow umgestellt.
Hey, hattest Du nicht mal ein Blog?
Jeder, der mit Schreiben zu tun hat, kennt das Weißes-Papier-Phänomen, die leere Seite beziehungsweise — als Blogger — den leeren Post. Worüber bloß soll ich schreiben? Man will ja seine Leser auch nicht langweilen. Seit kurzem will Plinky genau dabei auf die Sprünge helfen, eine Webseite, die irgendwo zwischen Twitter und klassischen Blogs angesiedelt ist — kein richtiges Bloggen, aber doch mehr als 140 Zeichen. Das Prinzip: Plinky stellt Fragen, sogenannte Prompts, jeden Tag eine. Die erste am 23. November lautete: «Defend your vice», verteidige dein Laster. Oder, am 24. Januar: «When did you realize you were an adult?» Dazwischen auch eher Schnarchiges: Welches wilde Tier würdest du gerne zu Hause halten, was würdest du mit 1000 Dollar machen, welches Buch hast Du nie zu Ende gelesen? Der Slogan «Hey, didn’t you use to have a blog» wird für mich sicher nicht wahr werden, ein Ersatz wird Plinky nicht. Doch das Konzept ist clever und könnte Spaß machen. Denn im besten Fall regt Plinky an, vielleicht in Zukunft mit noch mehr intelligenten Fragen. Und vor allem solchen, die man auch beantworten kann. Denn ganz ehrlich — wann ich das erste Mal das Internet benutzt habe, würde ich wirklich zu gerne selbst wissen.
15 Minuten Ruhm
Charles Saatchi ist so etwas wie die Heuschrecke des Kunstmarkts. Ein medienscheuer Spekulant, der sich ebenso schnell auf Talente stürzt wie er sie wieder fallen lässt. Nicht selten hat der Galerist damit Erfolg gehabt, Damien Hirst oder Tracey Emin sind nur zwei Beispiele dafür, und so dürfte seine neue Idee zumindest bei Nachwuchskünstlern auf einiges Interesse stoßen. Sie heißt «Saatchi’s Best of British» und ist ein Ableger von Konzepten wie «Pop Idol» oder hierzulande «The next Uri Geller». Saatchi sucht den Superkünstler und hat sich dafür die BBC als Partner ins Boot geholt, bis zum 29. März läuft noch die Bewerbungsfrist, im Herbst soll die Show ausgestrahlt werden. Wer am Ende noch steht, bekommt eine Ausstellung in St. Petersburg. Wichtigster Juror: Saatchi selbst. Warhols 15 Minuten Ruhm kehren in die Kunstwelt zurück — ein Kreis schließt sich.
«Jeder mit einem neuen kreativen Ansatz soll teilnehmen. Denn niemand kann wissen, wo der nächste Kunststar auftaucht», sagt ausgerechnet der Mann, der genau das bis jetzt immer noch für sich in Anspruch genommen hat. Oder, nein, der für sich in Anspruch nahm, jemanden auftauchen lassen zu können, der dann zum nächsten Kunststar wurde. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder, Charles Saatchi hat genau diese Gabe verloren, die Gabe, den Markt zu dirigieren. Oder das genügt ihm nicht mehr. Vielleicht langweilt es ihn schlicht und einfach, all die Museen, Galeristen und nicht zuletzt Kunstkritiker nach seiner Pfeife tanzen zu lassen.
Möglich ist auch eine Mischung aus beidem. Denn Saatchi hat von vornherein ausgeschlossen, dass er selbst Stücke des Siegers kaufen würde. Das mag den zukünftigen Superkünstler enttäuschen, irgendwie bekommt der so ja nur den halben Saatchi-Stempel aufgedrückt. Vor allem aber könnte es ein Indiz dafür sein, dass Saatchi das Vertrauen in sich selbst verloren hat. Seine eigenen Entdeckungen zu verschmähen, passt so gar nicht ins Bild des visionären Zampanos. Wenn dem so ist, sinkt Saatchis Stern. Und «Saatchi’s Best of British» wäre so etwas wie das große Finale, die Supernova, der Abgesang auf den Maestro. Doch ganz gleich, ob der Superkünstler nun langfristig Erfolg haben wird oder nicht: Saatchi steht im Rampenlicht, dort, wo er nie hinwollte. Man wird das Gefühl nicht los, jetzt verheizt er sich selbst.
Was macht die Schrift auf der Schachtel?
Bis vor wenigen Minuten wusste ich noch nicht einmal, dass es so etwas wie die Leipziger Typotage überhaupt gibt. Doch nicht nur das Programm unter dem Titel «Typografie und Verpackung — Was macht die Schrift auf der Schachtel?» klingt spannend (Zitat Fontwerk: «Vortragende sind keine der üblichen typografischen Verdächtigen, […] was allerdings nicht minder interessant werden dürfte.»), auch die Ausstellung mit Karikaturen von Honoré Daumier, die gleichzeitig im Museum für Druckkunst eröffnet wird, ist sicherlich ein großes Vergnügen. Womit ich übrigens das Fontwerk auch noch dringend als Leseempfehlung ans Herz legen möchte.
09.00 Uhr Anmeldung der Teilnehmer
09.30 Uhr Begrüßung
09.45 Uhr Einführung: Klemens Ehrlitzer
10.00 Uhr Vortrag: Prof. Dr. Ulrike Herzau-Gerhardt
10.45 Uhr Vortrag: Beiersdorf AG (angefragt)
11.45 Uhr Vortrag: Olav Jünke
12.30 Uhr Vortrag: Armin Angerer
14.00 Uhr Vortrag: Prof. Dr. Christoph Häberle (angefragt)
14.45 Uhr Vortrag: Rainer Schneider
15.45 Uhr Vortrag: Julius Wiedemann
16.30 Uhr Vortrag: Hans-Georg Böcher (angefragt)
17.30 Uhr Abschlussdiskussion
Via @farbwolke & Fontwerk