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Stehen oder gehen?

Seit langem tobt um das gute alte DDR-Ampelmän­nchen ein erbit­tert­er Stre­it. Der Berlin­er Design­er Markus Heck­hausen auf der einen gegen den säch­sis­chen Inge­nieur Joachim Roßberg auf der anderen Seite. Während es für den juris­tisch unb­eleck­ten Bürg­er ohne­hin schleier­haft bleibt, wie man auf so ein Sym­bol Marken­recht anwen­den kann (darf man sich so auch das Stopp-Schild oder die Ein­bahn­straße sich­ern?) kämpfen die bei­den Zankhähne nun vor Gericht weit­er — alle Ver­gle­ichsver­suche sind gescheit­ert. Für die Kon­tra­hen­ten geht es dabei um einen ganzen Batzen Geld, lässt sich mit dem Nos­tal­giesym­bol doch gut Mar­ket­ing betreiben. Tassen, Shirts und aller­lei Plun­der scheint wegzuge­hen wie geschnit­ten Brot. Dem Ampelmän­nchen ist es egal, es kann eh nur ste­hen oder gehen.

Schöner Wohnen

Heute ist in den neuen Köl­ner Messe­hallen die »imm Cologne«, die Inter­na­tionale Möbelmesse eröffnet wor­den. Sie bietet Ein­blicke in neue Trends der Wohnz­im­merver­schönerung, Badop­ti­mierung und Nach­barschaft­snei­derzeu­gung. Par­al­lel dazu läuft vom 16. bis 22. Jan­u­ar das Design-Forum Pas­sagen 2006 mit mehr als 100 Shows inter­na­tionaler Design­er und Her­steller im gesamten Köl­ner Stadt­ge­bi­et sowie zahlre­ichen Hap­pen­ings. Beson­ders zu erwäh­nen ist hier­bei ein Pro­jekt zu finnis­chem Design im Köl­ner Stylepark. Denn mal ehrlich, hat jemand schon­mal so einen fan­tastis­chen Gür­tel gese­hen wie den des finnis­chen Nach­wuchs­de­sign­ers Mikko Paakkanen?

Frohe Weihnachten!

Ich weiß, Wei­h­nacht­en hat kein beson­ders gutes Renom­mee mehr in dieser Gesellschaft. Und wenn es um Kri­tik an diesem Fest geht, ist man mit Argu­menten schnell bei Fuß. Sei es der Kon­sum, der vorgeschoben wird, die man­gel­nde Besin­nung auf den Ursprung oder die Tat­sache, dass der Wei­h­nachts­mann eine Erfind­ung von Coca Cola ist — Wei­h­nacht­en ist out. Aber seien wir mal ehrlich. Wird man zum Kon­sum gezwun­gen? Muss Wei­h­nacht­en wirk­lich ein Fest sein, dessen einziger Zweck im Beschenken ander­er Men­schen liegt? Oder belü­gen wir uns mit diesen Ausre­den selb­st? Sind wir nicht mehr in der Lage, die kom­menden Tage nach unseren eige­nen Wün­schen und Tra­di­tio­nen zu gestal­ten? Ich jeden­falls freue mich darauf. Ich freue mich auf leuch­t­ende Augen beim Aus­pack­en, auf einen gedeck­ten Tisch am Heili­gen Abend und auf die Kirchen­glock­en. Und ich denke an all die Men­schen, die solche schö­nen Tage nicht erleben dür­fen. An all die Men­schen, die Hunger lei­den und Gewalt fürcht­en, die ein­sam sind und verzweifelt. Es gehört mit zu Wei­h­nacht­en, etwas für diese Men­schen übrig zu haben, in welch­er Form …

Maßarbeit

Britis­ch­er Stil gehört zur feineren Art, ob Anzüge, Tis­chmanieren oder Möbel — das Inselvolk ist in vie­len Bere­ichen Vor­re­it­er. Und ger­ade in Klei­dungs­fra­gen kann so manch­er Bürg­er hierzu­lande wohl noch ein wenig Nach­hil­fe ver­tra­gen. Welch­er Man­tel zu welchem Anzug passt, welch­er Hut zu welchem Man­tel und welche Schuhe zu welchem Gür­tel, all das sind die kleinen Geheimnisse, die den Gen­tle­man von Welt ausze­ich­nen. Kurz vor Wei­h­nacht­en, wo Fam­i­lien­abende und Gottes­di­en­st­be­suche warten, kann ein klein­er Blick in den Klei­der­schrank also nicht schaden. Und woher, wenn nicht von einem britis­chen Schnei­der, lassen sich die per­fek­ten Stiltipps ein­holen? Thomas Mahon, Schnei­der in der Lon­don­er Sav­ile Row plaud­ert in seinem Weblog »eng­lish cut« so manch­es Mal aus dem Nähkästchen, im wahrsten Wortsinn. Für den Mann von Welt — denn der klas­sis­che Mahon-Anzug wird lei­der nur für Män­ner geschnei­dert — lohnt dieser Blick hin­ter die Kulis­sen. Doch auch, wer eher Jeans und Turn­schuhe mag, find­et hier eine Menge net­ter Geschichten.

Anti-Barbie

Bar­bie hat Konkur­renz bekom­men, weniger auf Ihrem Heimat­markt, als in der mus­lim­is­chen Welt. Ful­la heißt sie und hat mit dem amerikanis­chen Vor­bild einiges gemein. Stan­dard­fig­ur, hüb­sches Gesicht, voll aus­ges­tat­tet mit dem, was eine Dame so braucht — nur gibt es für sie eben Kopf­tuch und Abba­ja statt knap­per Röcke und schick­er Oberteile. In ara­bis­chen Spiel­waren­lä­den verkauft sich die seit zwei Jahren erhältliche Ful­la inzwis­chen sog­ar bess­er als das berühmte Orig­i­nal. Doch streng gläu­bige Mus­lime laufen Sturm gegen das kleine Spielzeug, sehen sie doch die Gefahr, dass Ful­la ihre Prinzip­i­en unter­wan­dern kön­nte, während andere Men­schen durch den Erfolg die Reis­lamisierung der ara­bis­chen Welt bestätigt sehen. Einen Ken gibt es für Ful­la übri­gens noch nicht, was daran liegen kön­nte, das die Eltern der jun­gen Dame fehlen, die für die Auswahl des passenden Ehe­manns sor­gen kön­nten. Aber dieses Prob­lem wird der wach­sende Erfolg sicher­lich auch noch in den Griff bekommen.