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Rut un wiess

Die Kom­bi­na­tion aus Käse und Süßkram ist eines der ersten kuli­nar­ischen Exper­i­mente, an die ich mich erin­nern kann. Kein Wun­der, waren doch in den 80ern etwa der Käseigel aus Gou­da und Wein­trauben oder das Toast Hawaii mit Ananas und Scheiblet­ten echte Klas­sik­er. Später, in Frankre­ich, gab es die Kom­bi­na­tion in Form von Pfir­sichen oder Aprikosen mit Käse, und als ich ver­gan­ge­nes Jahr im Bur­gund den reich­lich stren­gen Epoiss­es mit zuck­er­süßem Lebkuchen pro­biere durfte, glaubte ich, ich sei im Him­mel. Insofern war ich nicht wirk­lich über­rascht beim Gedanken an einen Salat aus Wasser­mel­o­nen und Schaf­skäse. Dass er jedoch so gut sein würde, hat­te ich nicht erwartet.

Auchentoshan »Three Wood«

Es gibt heute in den schot­tis­chen Low­lands nur noch drei Bren­nereien, die Sin­­gle-Malt her­stellen, alle anderen haben entwed­er dicht gemacht oder sich auf Grain-Whisky zurück­ge­zo­gen, meist schlicht aus wirtschaftlichen Grün­den. Zu den drei Übrigge­bliebe­nen gehören das erst 1995 wieder in Betrieb genommene Fam­i­lienun­ternehmen Blad­noch mit der genügsamen Pro­duk­tion­s­menge von 250.000 Litern und zwei mit­tlere Pro­duzen­ten, Glenk­inchie (1,7 Mil­lio­nen Liter) und Auchen­toshan (1,65 Mil­lio­nen Liter). Wobei das mit Auchen­toshan (sprich: Och’n’­tosh’n, gälisch für: Die Ecke des Feldes) und den Low­lands so eine Sache ist. Das Wass­er näm­lich, das das Unternehmen, das heute zur japanis­chen San­­to­ry-Gruppe gehört, für seine Whiskys nutzt, kommt aus dem Loch Katrine. Und der liegt in den Kill­patrick Hills und damit eigentlich in den High­lands. Nun spielt das Wass­er für den Geschmack eines Whiskys eine entschei­dende Rolle und so kön­nte man lange darüber stre­it­en, ob die Abfül­lun­gen von Auchen­toshan wirk­lich klas­sis­che Low­­land-Whiskys sind. Doch Schwamm drüber. Küm­mern wir uns lieber um das, was in der Flasche ist, genauer in ein­er mit dem Label «Three Wood».

»The Snow Grouse«

«The Famous Grouse», hergestellt in der Glen­tur­ret Des­tillery im schot­tis­chen Crieff, ist nicht umson­st ein­er der beliebtesten und meistverkauften Blend­ed Malts Schot­t­lands. Dieser Whisky schmeckt über­durch­schnit­tlich gut (was unter anderem daran liegt, dass er mit High­land Park und Macallan ver­schnit­ten wird) und hat ein sehr ordentlich­es Preis-Leis­­tungs-Ver­hält­­nis. Seit eini­gen Jahren schon macht der Her­steller des berühmten Moorhuhns mit seinem Mar­ket­ing auf sich aufmerk­sam, unter anderem mit hüb­schen und witzi­gen Werbespots. Das aber genügte wohl auf Dauer nicht mehr und so entschloss man sich in Crieff, zwei neue Ableger auf den Markt zu schmeißen, die es bish­er inter­es­san­ter­weise nur in den Duty-Free-Läden größer­er Flughäfen und im Inter­net gibt: «The Black Grouse», ein mit Islay-Whisky ver­schnit­ten­er Blend und «The Snow Grouse», ein Blend­ed Grain Scotch.

Glenmorangie »Quinta Ruban«

Die Geschichte der Whisky-Bren­nerei von Glen­morang­ie (»Das Tal der tiefen Ruhe«), die in der kleinen schot­tis­chen Stadt Tain liegt, am Rand der nördlichen High­lands, begin­nt gle­ich mit einem Stil­bruch. Denn William Math­e­son, der den Betrieb 1848 in ein­er alten Brauerei grün­det, kauft nicht etwa die typ­is­chen, zwiebelför­mi­gen Brennblasen, son­dern schlankere Gin-Stills. Das muss man erst­mal ver­dauen. Doch trotz dieses ver­meintlichen Faux­pas hat sich das Unternehmen erfol­gre­ich entwick­elt (Jahre­spro­duk­tion 2,5 Mil­lio­nen Liter), auch, wenn es — wie so viele Des­til­le­rien in Schot­t­land — schon lange nicht mehr in Fam­i­lienbe­sitz ist. Seit 2004 gehört es zur Krake Gruppe Moët Hen­nessy Louis Vuit­ton. Diese Fremd­herrschaft ändert aber nichts daran, dass von hier, vom Nor­dostzipfel der schot­tis­chen Küste, immer noch einige der besten Whiskys der Welt kom­men. Ein­er von ihnen macht den Auf­takt für die «Schot­ten­muster»: Der Glen­morang­ie «Quin­ta Ruban». Wie regelmäßig diese Serie erweit­ert wird, lässt sich schw­er voraus­sagen. Wird wohl darauf ankom­men, wie schnell ich trinke, um neuen Whisky kaufen zu kön­nen. Bis 2007 war der Glen­morang­ie «Quin­ta Ruban» unter dem geläu­figeren Namen «Port­wood Fin­ish» zu bekommen, …

Afiyet Olsun

Das SZ-Mag­a­zin muss zwar in let­zter Zeit etwas häu­figer ohne mich als Leser auskom­men, doch wozu hat man seine Fam­i­lie? In ein­er der let­zten Aus­gaben hat Axel Hacke in sein­er Kolumne auf eine wun­der­volle Inter­net­seite (inzwis­chen offline) hingewiesen, die mir in der E‑Mail mein­er Schwest­er so vorgestellt wurde: Der Tipp stammt von einem Her­rn K. aus Mit­ten­wald und macht doch neugierig. So also habe ich mir als Fre­und der türkischen Küche gle­ich ein­mal einige der leck­er klin­gen­den Rezepte angeschaut. Da wären so her­rliche Spezial­itäten wie »Schenkel der Frau Kofte«, »Atem Mit Pilz« oder »Kun­stiEr­würgt Salat«. Ich muss Sie allerd­ings vor­war­nen. Um solche Gerichte zuzu­bere­it­en, sollte man so einiges an Vorken­nt­nis­sen mit­brin­gen. Ohne einen gescheit­en »Hieb-Salat«, eine »gestellte Soße« oder »Blut­geschwür-Reis« hinzubekom­men, wird das alles nichts wer­den. Auch von Vorteil ist es, an Tal­en­ten von Haus aus einiges mitzubrin­gen: Ver­ständi­gung »auf einem einge­fet­teten Back­­en-Bet­­tuch«, sich selb­st mit Hack­fleisch ver­mis­chen oder »die pis­ta­chio Wahnsin­ni­gen« schleifen gehört noch zu den leichteren Übun­gen. Dabei fällt mir ein — hat hier nebe­nan nicht let­zte Woche ger­ade ein türkisches Restau­rant eröffnet?