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Mein Ich von 1998 und ich

Es ist inter­es­sant, wie viele Men­schen sich noch an ihre erste Han­dynum­mer erin­nern. Nadine von Bre­men (lei­der offline) auch. Sie erin­nert sich aber nicht mehr genau an ihr erstes Handy, ein Nokia kön­nte es gewe­sen sein, schreibt sie, auf jeden Fall «so hoch […] wie ein Porte­mon­naie». Und das heißt bei Damen­porte­mon­naies eine ganze Menge. Mein erstes Handy war von Sony, ich habe jedoch einen hal­ben Tag gebraucht, um her­auszufind­en, was für ein Mod­ell ich mir damals gekauft habe. Sony selb­st pro­duziert inzwis­chen keine Handys mehr (Das Joint-Ven­­ture Sony­Er­ic­s­son hat diesen Zweig 2001 über­nom­men), und beson­ders stolz scheint man bei dem japanis­chen Konz­ern auf die His­to­rie mobil­er Tele­fone auch nicht zu sein. Im Netz find­en sich kaum Hin­weise, dass es da mal was gab, bei Sony selb­st gar keine. Selb­st Wikipedia ver­schweigt, dass Sony jemals Handy pro­duziert hat. Oder ich bin zu blöd, um Wikipedia zu bedi­enen. Umso dankbar­er bin ich, dass es bei Yet Anoth­er Blog zumin­d­est von der Ver­pack­ung ein Foto gibt, dass unter CC-Lizenz ste­ht. Knicks.

Der Berg der Schnee und Er

Das mit den Pro­duk­tion­sprozessen und dem Netz ist ja inzwis­chen ein alter Hut. Wir alle haben inzwis­chen Teil an der Entste­hung von dig­i­talem Zeug. Tobias Wim­bauer aber hat jet­zt ein Pro­jekt ges­tartet, das ich neugierig beäuge: Er schreibt an ein­er Erzäh­lung mit dem Arbeit­sti­tel «Der Berg der Schnee und ich». Und: Er lässt uns teil­haben. Denn er ver­sucht es ein­mal mit öffentlichem Schreiben, wie er schreibt: «Ich twit­tere mit einem neuen Twit­ter (Zweit-)Account die Erzäh­lung, Satz für Satz.» So sind bish­er 20 Tweets zus­tande gekom­men. Der erste Satz nach Über­schrift und der Kapitelz­if­fer «1» lautete: «Haaal­lo…», der let­zte bish­er: « ‹Scheis­skalt, nicht wahr›, sagte er.» Ver­fol­gen. Bitte.

Who’s Bad?

Es gibt bei umstrit­te­nen The­men dieses furcht­bar wack­lige Totschla­gar­gu­ment von so manchem Chefredak­teur, die Leute woll­ten bes­timmte Dinge ein­fach lesen. Wack­lig deshalb, weil es jegliche jour­nal­is­tis­che Kom­pe­tenz verneint, selb­st zu entschei­den, was rel­e­vant ist. Genau darüber gibt es auch im Fall Michael Jack­son Diskus­sio­nen. Bericht­en die Medi­en zu viel? Schlacht­en sie den Tod des Stars lediglich aus? Schon am Fre­itag, einen Tag nach Jack­sons Tod, kon­nte man über­all im Netz lesen, wie lei­dig dieses The­ma für einige ist. Redak­tio­nen erhiel­ten Leser­briefe und Kom­mentare mit der Frage, ob denn dieser Mann wirk­lich so wichtig gewe­sen sein, dass man so einen Rum­mel ver­anstal­ten müsse. Ja, war er.

Twittert, was das Zeug hält, Nostalgiker dieser Welt!

Es geht bergab mit Twit­ter. Viele sagen das. Die Nutzerzahlen steigen nicht mehr so steil, der Ser­vice find­et nicht aus­re­ichend Akzep­tanz, vie­len Nutzern erschließt sich zudem der Nutzen nicht. Und jet­zt kommt auch noch die Konkur­renz daher und macht Konkur­renz. Face­book und Friend­feed etwa, glaubt man Jür­gen Vielmeier, der auf Freshzwein­ull schreibt, die kün­ftig öffentlichen Sta­tus­meldun­gen bei Face­book seien eine echte Alter­na­tive. Mehr noch: Ich finde, das sind span­nende Gedanken. Aber sie verken­nen, was Twit­ter kann und Face­book eben nicht. Und sie verken­nen die Unter­schiede zwis­chen bei­den Dien­sten. Vielmeier schreibt beispiel­sweise, es hapere bei Twit­ter an der Über­sichtlichkeit. Genau hier wider­spreche ich. Über­sichtlich­er geht es nicht. Ein­fach­er auch nicht. Denn ich kann etwa meine Twit­ter-Time­­line, also qua­si die Fre­un­desliste, so indi­vidu­ell zusam­men­stellen, wie es nur möglich ist. Ich kann zehn Men­schen fol­gen und mir fol­gen tausende. Ich kann zweitausend fol­gen und mir fol­gt eine Hand­voll. Sicher­lich ist es von Vorteil, wenn ich bei Face­book die Sta­tus­meldun­gen einzel­ner Kon­tak­te auf «blind» schal­ten kann. Ich glaube jedoch kaum, dass es viele Face­booknutzer gibt, die mehrere tausend oder sogar …