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Hey, hattest Du nicht mal ein Blog?

Jed­er, der mit Schreiben zu tun hat, ken­nt das Weißes-Papi­er-Phänomen, die leere Seite beziehungsweise — als Blog­ger — den leeren Post. Worüber bloß soll ich schreiben? Man will ja seine Leser auch nicht lang­weilen. Seit kurzem will Plinky genau dabei auf die Sprünge helfen, eine Web­seite, die irgend­wo zwis­chen Twit­ter und klas­sis­chen Blogs ange­siedelt ist — kein richtiges Bloggen, aber doch mehr als 140 Zeichen. Das Prinzip: Plinky stellt Fra­gen, soge­nan­nte Prompts, jeden Tag eine. Die erste am 23. Novem­ber lautete: «Defend your vice», vertei­di­ge dein Laster. Oder, am 24. Jan­u­ar: «When did you real­ize you were an adult?» Dazwis­chen auch eher Schnar­chiges: Welch­es wilde Tier würdest du gerne zu Hause hal­ten, was würdest du mit 1000 Dol­lar machen, welch­es Buch hast Du nie zu Ende gele­sen? Der Slo­gan «Hey, did­n’t you use to have a blog» wird für mich sich­er nicht wahr wer­den, ein Ersatz wird Plinky nicht. Doch das Konzept ist clever und kön­nte Spaß machen. Denn im besten Fall regt Plinky an, vielle­icht in Zukun­ft mit noch mehr intel­li­gen­ten Fra­gen. Und vor …

15 Minuten Ruhm

Charles Saatchi ist so etwas wie die Heuschrecke des Kun­st­mark­ts. Ein medi­en­scheuer Speku­lant, der sich eben­so schnell auf Tal­ente stürzt wie er sie wieder fall­en lässt. Nicht sel­ten hat der Galerist damit Erfolg gehabt, Damien Hirst oder Tracey Emin sind nur zwei Beispiele dafür, und so dürfte seine neue Idee zumin­d­est bei Nach­wuch­skün­stlern auf einiges Inter­esse stoßen. Sie heißt «Saatchi’s Best of British» und ist ein Ableger von Konzepten wie «Pop Idol» oder hierzu­lande «The next Uri Geller». Saatchi sucht den Superkün­stler und hat sich dafür die BBC als Part­ner ins Boot geholt, bis zum 29. März läuft noch die Bewer­bungs­frist, im Herb­st soll die Show aus­ges­trahlt wer­den. Wer am Ende noch ste­ht, bekommt eine Ausstel­lung in St. Peters­burg. Wichtig­ster Juror: Saatchi selb­st. Warhols 15 Minuten Ruhm kehren in die Kunst­welt zurück — ein Kreis schließt sich. «Jed­er mit einem neuen kreativ­en Ansatz soll teil­nehmen. Denn nie­mand kann wis­sen, wo der näch­ste Kun­st­star auf­taucht», sagt aus­gerech­net der Mann, der genau das bis jet­zt immer noch für sich in Anspruch genom­men hat. Oder, nein, der für …

Was macht die Schrift auf der Schachtel?

Bis vor weni­gen Minuten wusste ich noch nicht ein­mal, dass es so etwas wie die Leipziger Typotage über­haupt gibt. Doch nicht nur das Pro­gramm unter dem Titel «Typografie und Ver­pack­ung — Was macht die Schrift auf der Schachtel?» klingt span­nend (Zitat Fontwerk: «Vor­tra­gende sind keine der üblichen typografis­chen Verdächti­gen, […] was allerd­ings nicht min­der inter­es­sant wer­den dürfte.»), auch die Ausstel­lung mit Karika­turen von Hon­oré Dau­mi­er, die gle­ichzeit­ig im Muse­um für Druck­kun­st eröffnet wird, ist sicher­lich ein großes Vergnü­gen. Wom­it ich übri­gens das Fontwerk auch noch drin­gend als Leseempfehlung ans Herz leg­en möchte. Via @farbwolke & Fontwerk

Twitterhasser

Die Jungs von MegaWhatTV, bekan­nt dafür, wirk­lich alles zu testen, was es an neuen Gad­gets, Gim­micks und tech­nis­chem Schnickschnack gibt, haben ein Video gedreht, das etwas aus der Rei­he tanzt — inhaltlich: «We Hate: Twit­ter». Eine Abrech­nung en gros mit dem von mir so geliebten, von vie­len nicht ver­stande­nen und von manchen anscheinend sog­ar gehas­sten Microblog­ging-Dienst. Großar­tig, wie der Inhalt auch filmisch umge­set­zt wird — schnelle Schnitte, kom­plett ihn Schwarzweiß und mit einem gut aufgelegten Stu­art Miles. Tweet it!

Matthias Matussek twittert doch nicht

Es war ein kurzes «Vergnü­gen» gestern mit dem Her­rn Matussek auf Twit­ter, der mit Sicher­heit nicht der Matussek gewe­sen ist, den einige von den Spiegel-Kul­­tur­tipps ken­nen. Keine 24 Stun­den nach dem Erscheinen war schon wieder Feier­abend, ein Wim­pern­schlag in der Twit­tergeschichte, und so manch­er Nutzer freute sich sichtlich ob seines schnellen Endes. In der Twit­ter-Suche find­en sich noch die Über­reste sein­er Exis­tenz. Und daneben der beze­ich­nende, inzwis­chen aber anscheinend auch gelöschte Tweet von ein­er Nutzerin namens schnutinger: «Der Matussek-Twit­ter-Account wurde wieder gelöscht. Kön­nten diese Fake-Spin­n­er mal generell damit aufhören? Das nervt.» Dass wohl nicht der echte Matussek dahin­ter­steck­te, hat­ten aber nicht alle mit­gekriegt. Oder sie woll­ten es nicht wahrhaben. «Gruß an unser Feuil­leton: Der Spiegel-Videoblog­ger Matussek twit­tert jet­zt auch», schrieb NZ-Online und «Matussek» twit­terte fröh­lich weit­er: «Dass Bernd das Brot wieder da ist, war eine echte Erle­ichterung für uns alle. Darauf gibts jet­zt eine Flasche Rotkäp­pchen im zwölften Stock.» Oder: «Wenn mich hier ohne­hin so viele für einen Betrüger hal­ten, kann ich ja auch wieder als @saschalobo twit­tern.» Warum der Account nur so kurz überlebte? …