Entwicklungsschub 2
Noch vor einigen Tagen haben Jacques Schuster und Roger Köppel in der Welt geschrieben, die Türkei gehöre nicht zur EU und habe das noch nie getan, weder kulturell, noch geografisch. »Das Erbe der Antike, die jüdisch-christliche Ethik, die Renaissance und die Aufklärung sind an ihr genauso vorübergegangen wie an uns die Kultur des Harems.« Was ist dran an dieser These, was würde ein Beitritt der Türkei kulturell bedeuten? Zunächst zu obenstehender — zugegebenermaßen mutig zu nennender Behauptung. Das Erbe der Antike — ein herrlich weit gefasster und daher schwer zu widerlegender Begriff — zeigt sich natürlich nicht in Stätten wie Troja und Ephesos. Unbedeutende Orte, kaum Historie und schon gar keine Entwicklung. Die jüdisch-christliche Ethik, fundamental verschieden von der islamischen, kann nicht, wie manche vermessene Historiker vermuten, auch in der heutigen Türkei gefunden werden. Außer Acht lassen muss man da wohl, dass das Byzantinische Reich zu den ersten christlichen Staaten der Welt zählt. Renaissance und Aufklärung, soweit kann man den beiden Autoren entgegen kommen, musste das »Land« leider ohne Dürer und Michelangelo erleben. Die Entwicklung der …