Tisch & Bett
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Die beste Bolognese der Welt? Hier ist das Rezept

Ein Topf mit Sauce Bolognese steht auf einem Balkontisch

Vor­ab muss ich mir die Zeit nehmen für eine Entschuldigung und eine War­nung. Die Entschuldigung zuerst: Die Über­schrift ist nicht kor­rekt. Eigentlich müsste es »Das beste bolog­nese« heißen, denn das, was wir in Deutsch­land als Sauce Bolog­nese ken­nen, ist eigentlich ein »Ragù alla bolog­nese«. Und nun die War­nung: Das, was ich aus diesem Gericht gemacht habe, ist sen­sa­tionell leck­er (Son­st wäre es ja auch nicht die oder das beste Bolog­nese der Welt), aber soll­ten Sie Italiener*in sein, kön­nten es passieren, dass Sie die Hände über dem Kopf zusam­men­schla­gen ob einiger Zutat­en. Aber lassen wir es drauf ankommen.

Kern des klas­sis­chen »Ragù alla bolog­nese« sind Hack­fleisch, Gemüse, Tomat­en und Rotwein. Über diese Grundzu­tat­en, auf die sich ver­mut­lich alle Bolog­nese-Fans eini­gen kön­nte, gibt es unzäh­lige Vari­a­tio­nen — vom Fleisch über die Gemüse-Sorten bis hin zu den Gewürzen. Neben Rinder­hack, das ich für mein Ragù bevorzuge, gibt es drei Zutat­en, die für den Geschmack der besten Bolog­nese der Welt ver­ant­wortlich sind: Kalb­sle­ber (In Ital­ien wird oft Geflügelle­ber ver­wen­det), Schwarz­bier und Cola.

»Chick­en liv­er or pancetta? Red wine or white? How to cook the ulti­mate bolog­nese sauce is a sub­ject so fraught it can pro­voke fights.«
Simon Schama: »Sauce of controversy«

Bei den let­zten bei­den Zutat­en dürften Purist*innen und Nostalgiker*innen min­destens zusam­men­zuck­en. Die Idee, ein Ragù alla bolog­nese damit aufzuw­erten, stammt aus einem Chili-con-Carne-Rezept, das ich vor eini­gen Jahren im Mag­a­zin der Süd­deutschen Zeitung gefun­den habe, und in dem das Chili statt mit Hack­fleisch mit Rind­fleis­chwür­feln zubere­it­et wird. Unab­hängig davon aber ist die Kom­bi­na­tion aus Rind­fleisch, Schwarz­bier und Cola ein sen­sa­tionelles Geschmack­ser­leb­nis. Die Süße der Cola und das Bit­tere des Biers passen per­fekt zu einem Schmorg­ericht — und nichts anderes ist das Ragù alla bolog­nese ja eigentlich.

Neben den Zutat­en entschei­dend für den Geschmack des Ragù: die Zeit. Für das Schnibbeln der Gemüse und das Anbrat­en verge­hen vielle­icht ger­ade mal 30 Minuten. Danach aber entschei­det sich, ob das, was Sie da kochen, eine Nudel­sauce wird oder ein Ragù. Ähn­lich wie auch beim Chili con Carne braucht ein Ragù alla bolog­nese min­destens drei Stun­den auf dem Herd. Drei Stun­den san­fte Hitze, drei Stunde Ruhe ohne ständi­ges Umrühren. Und am besten schmeckt es — und auch da ähnelt es vie­len anderen Schmorg­ericht­en — am näch­sten Tag, aufgewärmt und richtig durchge­zo­gen. Doch jet­zt zum Rezept.

Die beste Bolognese der Welt: Rezept für 2 Personen

  • 250 Gramm Rinderhack
  • 75 Gramm Kalbsleber
  • 1 Rote Zwiebel, nicht zu fein gewürfelt
  • Olivenöl
  • 100 Gramm junge Karot­ten, nicht zu fein gewürfelt
  • 100 Gramm Stau­densel­lerie, nicht zu fein gewürfelt
  • 400 Gramm stück­ige Tomat­en aus der Dose
  • 300 ml trock­en­er Rotwein
  • 300 ml Rinderbrühe
  • 300 ml Schwarzbier
  • 300 ml Cola
  • 1 Pep­per­oni, fein gehackt
  • 2 Knoblauchze­hen, gepresst
  • 1 Lor­beerblatt
  • 1 TL Fenchel­samen, ganz
  • 1 TL Küm­mel, ganz
  • Meer­salz
  • Pfef­fer

In ein­er Pfanne einen Schuss Olivenöl erhitzen und die Kalb­sle­ber auf jed­er Seite zwei Minuten bei kräftiger Hitze anbrat­en. Die Leber bei­seite leg­en und in dem Öl das Rinder­hack scharf anbrat­en und eben­falls bei­seite stellen. Anschließend in einem Schmor­topf etwa 100 Mil­li­liter Olivenöl erhitzen und die Rote Zwiebel darin andün­sten. Wenn die Zwiebel glasig ist, die Karot­ten und den Sel­l­erie dazugeben und eben­falls fünf Minuten dün­sten lassen. Das Gemüse mit dem Rotwein ablöschen und noch mal fünf Minuten köcheln lassen.

»Well, all I can say about that is, any­one who can make a Bolog­nese sauce and not get a bit flus­tered has my heart­felt admiration.«
Ian Fra­zier: »The Curs­ing Mom­my Cooks Italian«

Anschließend mit Rinder­brühe, Schwarz­bier und Cola aufgießen und kurz aufkochen. In der Zwis­chen­zeit die Leber nicht zu fein hack­en und dann mit dem Hack­fleisch, den Tomat­en, der Pep­per­oni und dem Knoblauch wieder in den Sud geben und mit dem Lor­beerblatt, Fenchel­samen, Küm­mel, Meer­salz und Pfef­fer würzen. Und jet­zt braucht es Geduld — drei Stun­den auf klein­er Flamme sollte das Ragù ohne Deck­el köcheln. In dieser Zeit verkocht ein Großteil der Flüs­sigkeit und aus der sup­pe­nar­ti­gen Kon­sis­tent wird genau das dick­flüs­sige Ragù, als das wir die Bolog­nese ken­nen. Das Ragù muss auch nicht alle zehn Minuten umgerührt wer­den. Alle halbe Stunde nach­schauen, ob es ihm gut geht, reicht vollkommen.

Die let­zte Frage, die sich jet­zt noch stellt, ist die nach der passenden Pas­ta. Wikipedia zufolge wird das Ragù alla bolog­nese in Ital­ien oft mit Eier­nudeln serviert. Das kön­nen Sie machen, aber wenn Sie mich fra­gen, passen Hartweizen­nudeln noch etwas bess­er dazu — und da tat­säch­lich möglichst dicke Spaghet­ti mit ein­er Kochzeit von zwölf Minuten. Aber welche Pas­ta auch immer Sie nehmen — mit der besten Bolog­nese der Welt kann eigentlich nicht mehr viel schief gehen. Buon Appetito!

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Hello – my name is Florian. I'm a runner and blazing trails for Spot the Dot — an NGO to raise awareness of melanoma and other types of skin cancer. Beyond that, I get lost in the small things that make life beautiful: the diversity of specialty coffee, the stubborn silence of bike rides, and the flashes of creativity in fashion and design. Professionally, I’m an organizational psychologist and communication practitioner, working where people, culture, and language shape how change actually lands. When I’m not doing that, you’ll find me behind the bar at Benson Coffee in Cologne — quality-driven, proudly nerdy.

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