Author: Trotzendorff

Kostproben

In mein­er Küche wird so manch­es Mal gebruzzelt und gekocht, genascht und geschlemmt. Daher sollen an dieser Stelle ab heute Rezepte und Ideen aus­ge­tauscht wer­den, Neuerfind­un­gen und Altherge­bracht­es, von inter­na­tionalen Klas­sik­ern bis zur tra­di­tionellen rheinis­chen Küche. Den Anfang macht eine Kreation, die unter den Top 10 mein­er Lieblin­srezepte einen Platz ganz weit oben ver­di­ent hat: Risot­to. Es ist ein­fach gemacht, erfordert aber ein wenig Zeit und vor allem ständi­ge Aufmerk­samkeit, um zu gelin­gen. Heute gab es das ital­ienis­che Reis­gericht mit Man­gold und Man­delpilzen, es funk­tion­iert jedoch genau­so gut mit jed­er anderen Form frisch­er Pilze und Spinat als Man­­gold-Alter­­na­­tive. Man nehme für zwei Personen:

Maßarbeit

Britis­ch­er Stil gehört zur feineren Art, ob Anzüge, Tis­chmanieren oder Möbel — das Inselvolk ist in vie­len Bere­ichen Vor­re­it­er. Und ger­ade in Klei­dungs­fra­gen kann so manch­er Bürg­er hierzu­lande wohl noch ein wenig Nach­hil­fe ver­tra­gen. Welch­er Man­tel zu welchem Anzug passt, welch­er Hut zu welchem Man­tel und welche Schuhe zu welchem Gür­tel, all das sind die kleinen Geheimnisse, die den Gen­tle­man von Welt ausze­ich­nen. Kurz vor Wei­h­nacht­en, wo Fam­i­lien­abende und Gottes­di­en­st­be­suche warten, kann ein klein­er Blick in den Klei­der­schrank also nicht schaden. Und woher, wenn nicht von einem britis­chen Schnei­der, lassen sich die per­fek­ten Stiltipps ein­holen? Thomas Mahon, Schnei­der in der Lon­don­er Sav­ile Row plaud­ert in seinem Weblog »eng­lish cut« so manch­es Mal aus dem Nähkästchen, im wahrsten Wortsinn. Für den Mann von Welt — denn der klas­sis­che Mahon-Anzug wird lei­der nur für Män­ner geschnei­dert — lohnt dieser Blick hin­ter die Kulis­sen. Doch auch, wer eher Jeans und Turn­schuhe mag, find­et hier eine Menge net­ter Geschichten.

Luftig

Zwölf Jahre hat sie gebraucht, um nach »The Red Shoes« ein Album nachzule­gen, jet­zt hat es geklappt, ful­mi­nant und in gewohnt atem­ber­auben­der Qual­ität dazu. Kate Bush hat ihre neueste, ihre achte Stu­dio­plat­te »Aer­i­al« veröf­fentlicht. Her­aus­gekom­men ist gle­ich eine Dop­pel-CD. Und wie die Pop-Diva heute im Bon­ner Gen­er­al-Anzeiger ver­rat­en hat, ist der Titel dur­chaus auf eine gewisse Höhe zurück­zuführen, aus der sie auf die Welt herun­ter­schauen kann. Damit wollte Kate Bush zwar nicht ihren Platz in der Musik­branche beschreiben, so unbeschei­den ist die 47jährige Britin dann doch nicht, passend wäre ein solch­er Stand­punkt aber sehr wohl. »Aer­i­al« beweist ein­drucksvoll, dass auch lange Pausen der Kreativ­ität keinen Abbruch tun müssen. Verträumt und gewohnt märchen­haft kom­men Musik und Gesang daher, inhaltlich jedoch wer­den eher hand­feste Dinge besun­gen, wie Waschmaschi­nen in »Mrs. Bar­tolozzi« oder Helden in ihrer kleinen Hymne auf Jean D’Arce, »Joan­ni«. Die Band­bre­ite der Stile reicht von jazz­i­gen Num­mer wie »Pi« über rock­ige Songs bis hin zu Bal­laden wie »A Coral Room«. Die zweite CD erstaunt anschließend als faszinieren­des, weil erfind­ungsre­ich­es Konzep­tal­bum. Anlehnun­gen an die gesamte Musikgeschichte …

Anti-Barbie

Bar­bie hat Konkur­renz bekom­men, weniger auf Ihrem Heimat­markt, als in der mus­lim­is­chen Welt. Ful­la heißt sie und hat mit dem amerikanis­chen Vor­bild einiges gemein. Stan­dard­fig­ur, hüb­sches Gesicht, voll aus­ges­tat­tet mit dem, was eine Dame so braucht — nur gibt es für sie eben Kopf­tuch und Abba­ja statt knap­per Röcke und schick­er Oberteile. In ara­bis­chen Spiel­waren­lä­den verkauft sich die seit zwei Jahren erhältliche Ful­la inzwis­chen sog­ar bess­er als das berühmte Orig­i­nal. Doch streng gläu­bige Mus­lime laufen Sturm gegen das kleine Spielzeug, sehen sie doch die Gefahr, dass Ful­la ihre Prinzip­i­en unter­wan­dern kön­nte, während andere Men­schen durch den Erfolg die Reis­lamisierung der ara­bis­chen Welt bestätigt sehen. Einen Ken gibt es für Ful­la übri­gens noch nicht, was daran liegen kön­nte, das die Eltern der jun­gen Dame fehlen, die für die Auswahl des passenden Ehe­manns sor­gen kön­nten. Aber dieses Prob­lem wird der wach­sende Erfolg sicher­lich auch noch in den Griff bekommen.

Cantate Domino

Vor etlichen Jahren hat eine mein­er Plat­ten auf ver­mut­lich dreiste Art den Weg von meinem Regal in fremde Hände gefun­den. Heute ist sie zurück­gekehrt, per Ver­sand. Pünk­tlich einen Tag vor dem 1. Advent liegt »Can­tate Domi­no« wieder vor mir, die nach wie vor beste Wei­h­­nachts-CD, die je pro­duziert wor­den ist. Bis heute gel­ten die Pro­duk­te des Labels »Pro­prius« als klan­glich unerr­e­icht. In der leg­endären Auf­nahme aus dem Jahr 1976 (Auf­nah­megerät: Revox A77 und nur zwei (!) Mikro­fone) spie­len und sin­gen Oscars Motet­tkör aus Stock­holm, Alf Lin­der an der Orgel und Mar­i­anne Mell­näs als Sopran. Dirigiert wer­den die Stücke von Torsten Nill­son. Heute ist dieses schöne Stück oft nur noch als SACD zu bekom­men, doch tat­säch­lich gibt es noch einen kleinen, feinen Ver­sand, der die zulet­zt 1993 als reg­uläre CD pro­duzierte Scheibe anbi­etet (und dazu noch unfass­bar schnell liefert). Besten Dank also an Chateau Disc in Nürn­berg für schöne, besinnliche Stun­den. Ein Tip zum Rein­hören für alle, die diese unglaubliche Plat­te nicht ken­nen, ist Track Num­mer 9: »Jul­sång« von Adolphe Adam (1803–56). Wer sich von diesem …