Author: Trotzendorff

Soviel Wein und keine Berge

Man sollte ja meinen, eine Region wie das Bur­gund, in dem laut dem 2007er-Baedek­er mehr als 1,7 Mil­lio­nen Hek­to­liter AOC-Weine pro­duziert wer­den, sollte auch voller Wein­berge sein. Wir haben wirk­lich gründlich hinge­se­hen, als uns die Route von Dijon nach Nord­west­en über Flav­i­gny-sur-Ozerain , Fonte­nay und Chablis nach Pon­tigny und retour geführt hat. Doch wenn es in diesem Teil der Bour­gogne etwas nicht gibt, dann Wein­berge. Vom recht isoliert gele­ge­nen Chablis ein­mal abge­se­hen, diesem knapp 200 Quadratk­ilo­me­ter großen Kan­ton um die gle­ich­namige Kle­in­stadt, aus der der so sünd­haft teure Weißwein kommt. Wenn es im Nord­west­en des Bur­gund mit seinen weit­en Hochebe­nen noch etwas nicht zu geben scheint, dann Men­schen (aber es ist ja auch Neben­neben­sai­son). Man möchte beim Durch­fahren der kleinen, ver­lassen wirk­enden Dör­fer mit ihren herun­tergekomme­nen, teil­weise ver­fal­l­enen Höfen und Häusern manch­mal etwas von «roman­tisch» und «pit­toresk» brabbeln. Doch dann muss man an zu Hause denken, an den Osten, und daran, dass ver­lassene Dör­fer und ver­fal­l­ene Höfe nur sel­ten etwas mit Roman­tik zu tun haben, son­dern eher mit hartem Leben und Land­flucht. Doch die Seele …

Einmal die Treppe rauf

Ganz still und heim­lich habe ich gestern Abend alles in diesem Blog ein Stock­w­erk höher getra­gen. Statt wie bish­er im Unter­verze­ich­nis «blog» find­et sich der ganze Klad­der­a­datsch nun direkt unter www.trotzendorff.de, inklu­sive den RSS-Feeds. Und die, darauf wies mich ein net­ter Kol­lege hin, haben den Umzug anscheinend nicht so gut verkraftet. Zwar wer­den sie seit einiger Zeit von Feed­burn­er ver­wal­tet, und dort habe ich auch schon Laut gegeben, dass sich an der Adresse etwas geän­dert hat, den­noch musste besagter Kol­lege die Dinger von Hand neu laden. An was man nicht alles denken muss. Hier also noch ein­mal die Adressen: Der Umzug bet­rifft natür­lich auch alle Links von außen, wobei über­triebene Hek­tik vielle­icht fehl am Platze wäre. Von kleinen Änderun­gen in der ein oder anderen Blogroll ein­mal abge­se­hen. Die Unan­nehm­lichkeit­en tun mir wirk­lich leid. Aber auch kleine Schön­heit­sko­r­rek­turen fordern eben ihren Tribut.

Der Teufel ist ein Eichhörnchen mit Lohntüte

Doch, ich mag diesen Min­dest­lohngedanken. Klingt gut, nach Gerechtigkeit, nach men­schen­würdi­gen Arbeits­be­din­gun­gen. Zwar auch ein biss­chen nach Weltverbesser­ertum, aber das nur am Rande. Trotz­dem kann ich mit einem geset­zlich geregel­ten Min­dest­lohn, zumin­d­est für alle Beschäftigten, nichts anfan­gen. Es sträubt sich in mir. Nicht, weil ich glaube, dass er sich nicht durch- und umset­zen ließe, wie etwa das bedin­gungslose Grun­deinkom­men, das eine Utopie für Tagträumer bleibt. Nein, ein Min­dest­lohn wäre mach­bar und mit Sicher­heit für viele betrof­fene Beschäftigte ein Segen. Aber er würde auch Opfer fordern. Keine volk­swirtschaftlichen vielle­icht, aber ide­al­is­tis­che. Er würde Nis­chen bedrohen.

Möge der Saft mit Euch sein (2)

Nach 26 Tagen schi­er end­losen Wartens haben sich die Chilipflanzen doch noch dazu durchgerun­gen, ans Tages­licht zu kom­men. Allen Pes­simis­ten zum Trotz, die schon davon überzeugt waren, da käme nichts mehr — vor allem, nach­dem ich alle fünf wegen akuten Ober­flächen­schim­mel­be­falls schon ein­mal kom­plett umtopfen musste. Doch jet­zt guckt zumin­d­est bei «Jalapeño» und «Ana­heim» jew­eils ein zartes Grün aus der Erde, die anderen drei Töpfe sind jedoch noch genau­so leer wie am ersten Tag. Das mit dem Umtopfen werde ich wohl auch nicht das let­zte Mal gemacht haben, ger­ade habe ich bei Wikipedia gele­sen, dass alleine die «Jalapeños», die dort als «kleine bis mit­tlere» Sorte aufge­führt sind, etwa 1,50 Meter groß wer­den. Gehe schon­mal auf Wohnungssuche.