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Anstelle eines Jahresrückblicks

Spruch für die Silvesternacht
Erich Käst­ner (1899–1974)

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Let­zt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwick­ter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm!
Und bessert euch drauflos!

Trotzendorff goes Uberspace

Irgend­wo in einem nicht näher benan­nten Rechen­zen­trum in München ste­ht ein Serv­er mit dem pro­sais­chen Namen «sv13». Zwei Jahre lang war sv13 die Heimat von trotzendorff.de, immer wieder mal hat­te er einen Aus­fall, immer wieder mal reagierte er träge, doch die meiste Zeit ver­richtete er seinen Dienst so zuver­läs­sig, wie das Maschi­nen eben tun, und dieses Blog hat nicht gemur­rt, auf sv13 abgelegt wor­den zu sein. Bis vor kurzem. Da gab es ein wenig Knatsch zwis­chen sv13 und Word­Press, es ging um Spe­ich­er und SQL-Daten­banken, recht einig wer­den woll­ten die bei­den sich nicht, und so beschloss ich, auch meinem Blog dieses Jahr ein Wei­h­nachts­geschenk zu machen: mehr Platz. Nun gibt es eine unüber­schaubare Anzahl von Web­host­ing-Anbi­etern, von denen der eine so unper­sön­lich ist wie der andere, und so war es auch nicht Sym­pa­thie, son­dern schlicht­es Buch­hal­ter­denken, das mich in die Arme eines Alpha­hosters trieb — für 25 Minuten, dann kamen die Uber­naut­en dazwis­chen. Read More

Yahoo! macht Delicious platt

Inzwis­chen scheint sich zu bestäti­gen, was ein paar Stun­den lang nur ein Gerücht war: Yahoo! schließt den Social-Book­mark­ing-Dienst Deli­cious. Nun ist das auf der einen Seite kein Dra­ma und so manch­er, der das bedauert, wird auf Twit­ter nur mitlei­dig belächelt. Es gibt ja auch genü­gend Alter­na­tiv­en zu Deli­cious, so manche davon ist sog­ar aus­gereifter, schön­er, what­ev­er. Für mich aber hat Deli­cious einen unschlag­baren Vorteil gehabt, den ich bei den in Frage kom­menden Dien­sten jet­zt erst­mal wieder suchen darf: Ich kon­nte meine Book­marks automa­tisch hier im Blog als Artikel posten lassen. Vielle­icht hat das den ein oder anderen auch gen­ervt, die Zugriff­szahlen aber sprechen dafür, dass diese kom­men­tierten Linksamm­lun­gen gerne gele­sen wer­den. Dass ich mich nun wohl nach ein­er neuen Lösung umse­hen muss, ärg­ert mich ins­beson­dere, weil mich das Prozedere, Word­Press und Deli­cious zusam­men­zubrin­gen, im Som­mer 2009 einige Zeit und Ner­ven gekostet hat. Wer also Tipps und Hin­weise für mich hat, wie man für Zootool, Diigo oder Instapa­per ein ähn­lich kom­fort­a­bles Auto-Post­ing auf­set­zen kann: immer her damit.

Ahoi, Schwester!

Man­u­fac­tum, Verkäufer des Wahren, Guten und Schö­nen, ist immer wieder mal für eine Über­raschung gut. Erst kür­zlich berichtete man mir von ein­er Ordenss­chwest­er, die in der Köl­ner Depen­dance seit einiger Zeit Waren an Mann und Frau zu brin­gen ver­sucht, das allein aber ver­wun­dert noch nicht, gehört Klosterkul­tur doch für Mar­keter in eine Rei­he mit Han­dar­beit, echt­en Werten und Rückbesin­nung. Nun aber set­zt das Wal­trop­er Unternehmen (eine Tochter des Heine-Ver­sands und damit der Otto-Gruppe) mit seinem Monats­brief Dezem­ber noch einen drauf. Unter der Über­schrift »Mit kindlich­er Freude, aber ohne Naiv­ität« wird da auf den Seit­en 16 und 17 eben jene Schwest­er Anne-Claire aus der klöster­lichen Gemein­schaft von Jerusalem vorgestellt, die seit eini­gen Monat­en in Köln für Man­u­fac­tum arbeit­et. Ver­wun­dert hat mich dabei nicht, dass sie ein­mal Jura studiert hat, ver­wun­dert hat mich auch nicht, dass sie aus­gerech­net nach Köln wollte. Ver­wun­dert hat mich, was Man­u­fac­tum als »Die Liebling­spro­duk­te von Sr. Anne-Claire« angibt. Als da wären: ein Garten-Ses­sel aus Alu­mini­um (rot), für die Bestuh­lung des Paris­er »Jardin du Lux­em­bourg« konzip­iert, ein satiniertes Stahlmess­er mit Oliven­holz­griff, und, hal­ten Sie sich fest, das »Armor Lux Matrosen­shirt Lan­garm«. Noch Fragen?

»Ich hoffe, wir haben die Pubertät hinter uns«

Gestern Abend haben sich die Mach­er des Gesellschafts-Mag­a­zins FROH! in Essen ihren Red-Dot-Award abge­holt. Nur ein Zeichen von vie­len, das zeigt: Dieses Pro­jekt wird wahrgenom­men. Erst kür­zlich wurde in Köln die fün­fte Aus­gabe des wer­be­freien non-prof­it-Mag­a­zins vorgestellt, das für mich zu den großar­tig­sten jour­nal­is­tis­chen Pro­jek­ten gehört, die es in den ver­gan­genen Jahren gegeben hat. Und weil ich mich jedes Mal wieder freue, wenn die Her­aus­ge­ber Dirk Brall und Michael Schmidt, Chefredak­teur Sebas­t­ian Pranz und Art-Direk­tor Klaus Neuburg eine neue Aus­gabe machen (obwohl sie eigentlich nach der ersten gle­ich wieder aufhören woll­ten), habe ich Michael und Sebas­t­ian einige Fra­gen zu FROH! gestellt. Her­aus­gekom­men ist ein Inter­view über Geld und Ide­ale, Cred­i­bil­i­ty und christliche Werte, Angela Merkel und David Has­sel­hoff. Und eines, das mit ein­er offe­nen Frage endet. Read More