Inzwischen scheint sich zu bestätigen, was ein paar Stunden lang nur ein Gerücht war: Yahoo! schließt den Social-Bookmarking-Dienst Delicious. Nun ist das auf der einen Seite kein Drama und so mancher, der das bedauert, wird auf Twitter nur mitleidig belächelt. Es gibt ja auch genügend Alternativen zu Delicious, so manche davon ist sogar ausgereifter, schöner, whatever. Für mich aber hat Delicious einen unschlagbaren Vorteil gehabt, den ich bei den in Frage kommenden Diensten jetzt erstmal wieder suchen darf: Ich konnte meine Bookmarks automatisch hier im Blog als Artikel posten lassen. Vielleicht hat das den ein oder anderen auch genervt, die Zugriffszahlen aber sprechen dafür, dass diese kommentierten Linksammlungen gerne gelesen werden. Dass ich mich nun wohl nach einer neuen Lösung umsehen muss, ärgert mich insbesondere, weil mich das Prozedere, WordPress und Delicious zusammenzubringen, im Sommer 2009 einige Zeit und Nerven gekostet hat. Wer also Tipps und Hinweise für mich hat, wie man für Zootool, Diigo oder Instapaper ein ähnlich komfortables Auto-Posting aufsetzen kann: immer her damit.
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Ahoi, Schwester!
Manufactum, Verkäufer des Wahren, Guten und Schönen, ist immer wieder mal für eine Überraschung gut. Erst kürzlich berichtete man mir von einer Ordensschwester, die in der Kölner Dependance seit einiger Zeit Waren an Mann und Frau zu bringen versucht, das allein aber verwundert noch nicht, gehört Klosterkultur doch für Marketer in eine Reihe mit Handarbeit, echten Werten und Rückbesinnung. Nun aber setzt das Waltroper Unternehmen (eine Tochter des Heine-Versands und damit der Otto-Gruppe) mit seinem Monatsbrief Dezember noch einen drauf. Unter der Überschrift »Mit kindlicher Freude, aber ohne Naivität« wird da auf den Seiten 16 und 17 eben jene Schwester Anne-Claire aus der klösterlichen Gemeinschaft von Jerusalem vorgestellt, die seit einigen Monaten in Köln für Manufactum arbeitet. Verwundert hat mich dabei nicht, dass sie einmal Jura studiert hat, verwundert hat mich auch nicht, dass sie ausgerechnet nach Köln wollte. Verwundert hat mich, was Manufactum als »Die Lieblingsprodukte von Sr. Anne-Claire« angibt. Als da wären: ein Garten-Sessel aus Aluminium (rot), für die Bestuhlung des Pariser »Jardin du Luxembourg« konzipiert, ein satiniertes Stahlmesser mit Olivenholzgriff, und, halten Sie sich fest, das »Armor Lux Matrosenshirt Langarm«. Noch Fragen?
»Ich hoffe, wir haben die Pubertät hinter uns«
Gestern Abend haben sich die Macher des Gesellschafts-Magazins FROH! in Essen ihren Red-Dot-Award abgeholt. Nur ein Zeichen von vielen, das zeigt: Dieses Projekt wird wahrgenommen. Erst kürzlich wurde in Köln die fünfte Ausgabe des werbefreien non-profit-Magazins vorgestellt, das für mich zu den großartigsten journalistischen Projekten gehört, die es in den vergangenen Jahren gegeben hat. Und weil ich mich jedes Mal wieder freue, wenn die Herausgeber Dirk Brall und Michael Schmidt, Chefredakteur Sebastian Pranz und Art-Direktor Klaus Neuburg eine neue Ausgabe machen (obwohl sie eigentlich nach der ersten gleich wieder aufhören wollten), habe ich Michael und Sebastian einige Fragen zu FROH! gestellt. Herausgekommen ist ein Interview über Geld und Ideale, Credibility und christliche Werte, Angela Merkel und David Hasselhoff. Und eines, das mit einer offenen Frage endet. Read More
Vielleicht zieh ich in mein iPhone um?
Das Atelier Pfister aus dem schweizerischen Suhr macht Möbel, schöne Möbel — Punkt. Damit hat es in Sachen Gestaltung ohnehin schon mein Herz erobert, inzwischen aber bin ich schlicht über beide Ohren verliebt. Schuld daran: die iPhone-App des Unternehmens. Halb Möbelkatalog, halb Hochglanzmagazin bietet sie über das hinaus die Möglichkeit, Produkte am Bildschirm in der eigenen oder auch einer virtuellen Wohnung zu platzieren und zu testen, wie sie wirken. Noch schöner wäre es eigentlich nur noch, wenn sie zeitgleich auch noch die Preise der Möbelstücke mit dem eigenen Konto abgleichen und gegebenenfalls eine Warnmeldung ausgeben würde. So ist man zwar immer wieder entzückt — aber eben auch enttäuscht zugleich.