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Dänische Lösung

»Kopfhör­er, die gut klin­gen, sehen meist nicht schick aus«, schrieb Ralph Geisen­hanslüke vor gut drei Jahren in der Zeit, und er kon­nte gar nicht anders, als sein­erzeit auch den weißen Apple-Stöpsel zu erwäh­nen, »der allerd­ings nicht sehr viel bess­er klingt als ein gutes Tele­fon«. Nun hat Apple nur einen Tag, nach­dem dieser Artikel erschienen war, in den USA nicht nur ein gutes, son­dern ein rev­o­lu­tionär gutes Tele­fon auf den Markt gebracht, das inzwis­chen die vierte Gen­er­a­tion erre­icht hat und trotz manch­er Schwäche noch immer State Of The Art ist. Vier dieser Schwächen: das nach wie vor akustisch wie auch optisch mis­er­able Head­set (das noch immer nicht bess­er aussieht (1), klingt (2) und sitzt (3) als der ursprüngliche iPod-Kopfhör­er) und der ohne­hin nicht ger­ade über­wälti­gende Klang (4) bei der Musik­wieder­gabe. Nun gibt es diverse Geräte auf dem Markt, die zumin­d­est eines der bei­den Übel wenn nicht aus der Welt schaf­fen, so doch ein wenig erträglich­er machen kön­nen: Head­sets, die gut sitzen und klin­gen, dafür aber einem modis­chen Offen­barung­seid gle­ichkom­men, solche, die zwar vom Kabel bis zum Bügel durchde­signt sind, dafür aber bei der kle­in­sten Bewe­gung vom Ohr kip­pen, oder Kopfhör­er, die zwar klin­gen, als säße man daheim vor der Stereoan­lage, mit denen man sich jedoch bess­er nicht bei Tages­licht auf die Straße wagt (Geisen­hanslüke nen­nt nicht umson­st den Koss Por­ta Pro als ein Beispiel) und die zum Tele­fonieren schlicht nicht in der Lage sind. Ein Dilem­ma, aus dem ich so lange nicht her­auskam, bis ich eines Tages im Inter­net die Pro­duk­te der dänis­chen Fir­ma AIAIAI ent­deck­te, und darunter die Head­sets der Rei­he »Tracks«. Und eines davon ver­süßt mir seit weni­gen Wochen so manchen Weg durch die Stadt. Read More

Ich weiß, was ich letzten Sommer getan habe

Am 8. Juli 2010 etwa, dem Tag nach der so bit­teren 0:1‑Niederlage gegen Spanien, habe ich etwas über Aut­ofäh­nchen mit Halb­mast­funk­tion getwit­tert. Auf Face­book war an diesem Tag Funkstille, genau­so wie am Tag davor und am Tag danach. Sauber aufge­fädelt wie an ein­er Schnur liegen sie vor mir, meine Tweets, Posts und Fotos — »Mem­olane«, nach Angaben der Mach­er (die übri­gens in Kopen­hagen sitzen gegrün­det wur­den und in San Fran­cis­co sitzen) eine »time machine for the web«, hat heute wieder einige sein­er Beta-Invites ver­schickt. Und nach dem ersten Blick bleibt mir nicht viel als Begeis­terung, wenn auch mit einem Schuss Zurück­hal­tung. Das Konzept kön­nte aufge­hen, dabei ist es eigentlich recht sim­pel. Read More

Nur ein Spiel?

Ein Blatt Papi­er, einen Bleis­tift und eine Hand­voll Wür­fel, mehr braucht es eigentlich nicht, um aus einem Juris­ten einen Krieger, einen Buch­hal­ter zum Zwerg oder aus einem PR-Man­ag­er einen Waldelfen zu machen. Das funk­tion­iert bei mir nach etlichen Jahren Pause selb­st heute wieder, vielle­icht auch deshalb, weil Filmemach­er Michael Schil­hansl Recht hat, wenn er sagt, man solle nicht »den nos­tal­gisch verk­lären­den Blick auf die erste Liebe unter­schätzen«. Und diese Liebe hieß bei mir eben Aven­turien. Gut, inzwis­chen reichen Papi­er, Bleis­tift und Wür­fel nicht mehr ganz, um diese Welt zu betreten, aber ältere Spiel­er haben eben nicht nur deut­lich höhere Ansprüche an die Geschichte, wie Schil­hansl sagt, son­dern auch an die Rah­menbe­din­gun­gen. Wer jet­zt immer noch keine Ahnung hat, wovon ich rede, sollte sich seine Doku «Nur ein Spiel» anschauen, die er über Fan­ta­sy-Rol­len­spiel­er gedreht und dazu eine LARP-Gruppe, eine Pen&Paper-Runde, Fans von Goth­ic 3 und eine World-of-War­craft-Gilde befragt hat. Ein wun­der­bar aufgeräumter Film, der zeigt, dass es sich bei Rol­len­spiel­ern wed­er um Außen­seit­er, noch um Spin­ner han­delt, und der eigentlich viel zu schade ist, um nur auf Vimeo zu laufen — den Film aber musste Schil­hansl selb­st pro­duzieren und bis­lang hat sich offen­bar auch noch kein Fernsehsender gefun­den, der ihn ausstrahlen möchte. Das alte Dilemma.

Anstelle eines Jahresrückblicks

Spruch für die Silvesternacht
Erich Käst­ner (1899–1974)

Man soll das Jahr nicht mit Programmen
beladen wie ein krankes Pferd.
Wenn man es allzu sehr beschwert,
bricht es zu guter Let­zt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,
um so verzwick­ter wird die Tat.
Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,
und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.
Es nützt nichts, und es schadet bloß,
sich tausend Dinge vorzunehmen.
Lasst das Programm!
Und bessert euch drauflos!

Trotzendorff goes Uberspace

Irgend­wo in einem nicht näher benan­nten Rechen­zen­trum in München ste­ht ein Serv­er mit dem pro­sais­chen Namen «sv13». Zwei Jahre lang war sv13 die Heimat von trotzendorff.de, immer wieder mal hat­te er einen Aus­fall, immer wieder mal reagierte er träge, doch die meiste Zeit ver­richtete er seinen Dienst so zuver­läs­sig, wie das Maschi­nen eben tun, und dieses Blog hat nicht gemur­rt, auf sv13 abgelegt wor­den zu sein. Bis vor kurzem. Da gab es ein wenig Knatsch zwis­chen sv13 und Word­Press, es ging um Spe­ich­er und SQL-Daten­banken, recht einig wer­den woll­ten die bei­den sich nicht, und so beschloss ich, auch meinem Blog dieses Jahr ein Wei­h­nachts­geschenk zu machen: mehr Platz. Nun gibt es eine unüber­schaubare Anzahl von Web­host­ing-Anbi­etern, von denen der eine so unper­sön­lich ist wie der andere, und so war es auch nicht Sym­pa­thie, son­dern schlicht­es Buch­hal­ter­denken, das mich in die Arme eines Alpha­hosters trieb — für 25 Minuten, dann kamen die Uber­naut­en dazwis­chen. Read More