Leben
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Nur ein Spiel?

Ein Blatt Papier, einen Bleistift und eine Handvoll Würfel, mehr braucht es eigentlich nicht, um aus einem Juristen einen Krieger, einen Buchhalter zum Zwerg oder aus einem PR-Manager einen Waldelfen zu machen. Das funktioniert bei mir nach etlichen Jahren Pause selbst heute wieder, vielleicht auch deshalb, weil Filmemacher Michael Schilhansl Recht hat, wenn er sagt, man solle nicht »den nostalgisch verklärenden Blick auf die erste Liebe unterschätzen«. Und diese Liebe hieß bei mir eben Aventurien. Gut, inzwischen reichen Papier, Bleistift und Würfel nicht mehr ganz, um diese Welt zu betreten, aber ältere Spieler haben eben nicht nur deutlich höhere Ansprüche an die Geschichte, wie Schilhansl sagt, sondern auch an die Rahmenbedingungen. Wer jetzt immer noch keine Ahnung hat, wovon ich rede, sollte sich seine Doku »Nur ein Spiel« anschauen, die er über Fantasy-Rollenspieler gedreht und dazu eine LARP-Gruppe, eine Pen&Paper-Runde, Fans von Gothic 3 und eine World-of-Warcraft-Gilde befragt hat. Ein wunderbar aufgeräumter Film, der zeigt, dass es sich bei Rollenspielern weder um Außenseiter, noch um Spinner handelt, und der eigentlich viel zu schade ist, um nur auf Vimeo zu laufen — den Film aber musste Schilhansl selbst produzieren und bislang hat sich offenbar auch noch kein Fernsehsender gefunden, der ihn ausstrahlen möchte. Das alte Dilemma.

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  1. Björn sagt

    Hallo

    Ich habe mit Begeisterung den Bericht angeschaut, war jahrelang selber Online Rollenspieler von Ultima Online bis World of Worcraft.

    Aber eines hat sich seit World of Worcraft verändert. Der enorme Gruppenzwang.
    Mann kommt nur wirklich weiter, wenn man sich nicht einer Gruppe anschließt.

    Wenn die Gruppe Raids plant hat man sich mit einzuplanen, oder man ist raus.
    Die Anforderungen für so einen Raid sind so hoch, das man um auf den Raid vorbereitet zu sein, diverse Dinge wie, Tränke, Bandagen,… vorher herstellen bzw. kaufen muss.

    Diese Gegenstände fallen aber nicht von Bäumen, sondern sind oft ebenfalls recht zeitaufwendig zu erzeugen zu finden zu er«farmen«.

    Und da kommt man an einen Punkt, wo das Spiel richtig teuer werden kann.
    Wer keine Zeit hat sich diese Gegenstände selber zu er«farmen« muss sich die Gegenstände teuer kaufen.
    Da es dann auch an online »Geld« fehlt schielt man schnell nach ebay um sich was zu ersteigern.

    Und nicht hier mit dem Einwurf kommen, die Gilde sorgt sich doch um alle.
    Quatsch, wieso sollte jemand unterstützt werden wenn er nicht die Zeit opfert wie der Kern der Gilde?

    Wer erst einmal damit anfängt online Geld bei ebay zu kaufen, hat die Hemmschwelle schnell überwunden noch mehr Geld in das Spiel und seinen Character zu stecken.

    Wenn man pecht hat, gibt es aber auch die dringend benötigten Tränke, Bandagen,… gar nicht mehr zu kaufen, dann ist man besonders in den Arsch gekniffen. Denn schlecht vorbereitet bei einem Raid aufzutauchen kann der Tod des Raids sein.
    Dann muss man sich diese Dinge schonmal ausborgen, ganz schlecht, da man ja keine zeit hat sich die selber zu erschaffen,… –> ebay –> gold holen.

    Hier hat schließlich der Frust über die Lust die Oberhand gewonnen. Dieser Aspekt, wird aber selten bis nie erwähnt, warum auch könnte ja ein schlechtes Licht auf so ein tolles Onlinespielewelt Erlebnis werfen. ;o)

    Grüße,
    Björn

    P.S.: Ich habe noch gar nicht erwähnt, wenn man sich nicht in seiner RAID freien Zeit um passende Ausrüstung (Waffen/Schutzausrüstung) kümmert, braucht man schon gar nicht bei großen RAIDS teilnehmen, weil die normalen Gegenstände dermaßen untauglich für so ein RAID sind, dass man ausgelacht und gar nicht mitgenommen wird.

    Das diese geforderten Gegenstände natürlich »fast« nur durch kleiner RAIDS zu bekommen sind, bzw. man sich in stundenlange Schlachten werfen muss um später ein begehrtes Teil zu ergattern, lasse ich mal außen vor. ^^

    Ach ich könnte mich da noch länger auskotzen,…. =o)

    Aber ein Hoch auf das Online-Spiel!

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