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Ab heute

Es wird Herb­st und ich fange wieder an zu bloggen. Eigentlich kann da kein Zusam­men­hang beste­hen. Herr und Frau Langeweile ste­hen derzeit recht sel­ten vor mein­er Tür, und selb­st an kalten, trüben Tagen liegen meist noch genü­gend Dinge auf einem mein­er Tis­che, als dass ich unbe­d­ingt auch noch in mein­er Freizeit schreiben müsste. Und doch: Da ist es, dieses neue, so her­rlich leere, inzwis­chen dritte Weblog. Vielle­icht sollte ich gar nichts hinein­schreiben, vielle­icht ist sein Charme umso größer, desto mehr noch vor mir liegt. Doch das ist wohl die Her­aus­forderung, diesen Punkt hin­auszuzögern, an dem die Zeit, die Ideen und die Aus­dauer nicht mehr reichen, um diesem nim­m­er­sat­ten kleinen Viech den Wanst vol­lzuschla­gen. Vielle­icht sind aber auch an die Anderen Schuld, all diejeni­gen, die ihre und meine Zeit damit ver­schwen­den, ihre Blogs so lieb­los mit Zitat­en, Links und frem­den Geschicht­en zuzuk­leis­tern. Gute Weblogs, in denen Autoren eigene Geschicht­en, eigene Artikel schreiben und eigene Mei­n­un­gen verkün­den, finde ich jeden Tag sel­tener. Vielle­icht ist das der Zeit­geist? Dass Schnipsel alles sind? Hier ein Schnipsel aus meinem Bett, …

Neues aus Nord

Ja, ich weiß, es ist elends lange her, und ich schäme mich ja auch. Aber man möge verzei­hen, dass ein Ortswech­sel, ein neuer Job und die Dinge drum herum ein wenig Zeit in Anspruch nehmen. Nun aber gibt es endlich Neues aus Nord, dem schö­nen Plat­ten­baus­tadt­teil in Altenburg, der seit knapp vier Wochen meine Zwis­chen­lö­sung­sheimat ist. Denn erstens wurde mir aus dem erwan­dern­swerten Öster­re­ich in Per­son desKon­sumkind­chens ein Stöckchen zuge­wor­fen, dass ich nach etlichen Tagen endlich zurückschmeißen will und zweit­ens hat sich das Blogstipendi­um der Süd­deutschen bei mir gemeldet und ver­langt nach Aufmerk­samkeit. Nun denn, sollen sie haben. Der liebe Herr von Gehlen, seines Zeichens Redak­tion­sleit­er von jetzt.de schick­te mir kür­zlich nicht nur beste Grüße, son­dern auch noch das Fol­gende: Na, das geht natür­lich runter wie Gose, weckt aber auch böse Erin­nerun­gen an das hundsmis­er­able Ver­sagen beim Blog­wet­tb­werb der Zeit. Zudem kommt die Jet­zt-Redak­­tion mit solchen Sachen natür­lich aus­gerech­net in ein­er Zeit, in der hier Ebbe herrscht und die Flut im Urlaub ist. Na danke auch! Aber gut, machen wir das Beste draus. Eine Blogskizze ist …

Tauschgeschäfte

Ich werde doch noch wegge­hen. Nach 27 Jahren in Bonn — vom Kinder­garten bis zum Mag­is­ter — zieht es mich nach Osten. Leipzig lockt in Form eines Volon­tari­ats bei der Leipziger Volk­szeitung, ein lang gehegter Wun­sch geht in Erfül­lung, der jedoch auch seinen Preis hat. Ich werde Abschied nehmen von lieb gewonnenen Orten, Men­schen und Gewohn­heit­en und mich in eine neue Stadt mit neuen Men­schen ein­leben. Es ist wie auf dem Basar und Trotzen­dorff macht seine Tauschgeschäfte: Dafür werde ich mir bald eine schöne Alt­bau­woh­nung leis­ten kön­nen, der Leipziger Woh­nungs­markt gibt so einiges her. Wenn übri­gens jemand was an der Hand hat, ich bin für Tipps immer dankbar. Genau­so suche ich noch einen guten Bio­laden in Leipzig, von mir aus auch einen Bio­su­per­markt. Bevorzugte Einkaufs‑, Wohn- und Freizeit­ge­gend: Süd­vorstadt. Eine schöne Jog­gingstrecke zwis­chen 8 und 12 Kilo­me­tern wäre auch toll, gerne am Wass­er lang, ein wenig schat­tig und kühl. Anson­sten bin ich wun­sch­los glück­lich, am 1. August geht’s los. Bemühen wir in diesen Stun­den noch ein­mal Trude Herr, die das alles so vortr­e­f­flich in Worte …

Klappe auf

Erin­nern Sie sich noch an Ihren let­zten Kun­straub? Na, was war es denn? Ein Renoir, Van Gogh oder nur irgen­dein mick­riges Geschmiere? Sollte es sich um etwas Promi­nentes gehan­delt haben, wer­den Sie wohl schnell fest­gestellt haben, dass sich das gute Stück zwar deko­ra­tiv im Wohnz­im­mer macht, aber irgend­wie schw­er zu veräußern ist, so ganz ohne die passenden Kon­tak­te. Oder tut Ihnen der Künstler/Galerist/Museumsdirektor vielle­icht sog­ar leid, dem jeden Tag beim Vorüber­schre­it­en der leeren Wand ganz flau im Magen wird? Dann auf nach Köln, die Lösung heißt Kun­stk­lappe und wird heute um 19 Uhr im Hirschgäss­chen 2a feier­lich eröffnet. Ähn­lich wie bei unge­woll­ten Babys kann hier dann gestoh­lene Kun­st zurück­gegeben wer­den. »Die ther­a­peutis­che Idee daran muss so ver­standen wer­den, dass der Räu­ber in der End­losss­chleife zwis­chen Straßen-Kun­st hier und Kun­stk­lappe dort, wit­z­los leichter Beute und scham­los leichter Reue anfängt, am Ethos seines Berufes zu zweifeln und sich nun umschulen läßt.« (FAZ) Ob das wirk­lich funk­tion­ieren wird, mag dahingestellt sein, immer­hin aber — die Idee hat einen ern­sten Hin­ter­grund, arbeit­en die Kün­stler Mous­sa Kone und Erwin Uhrmann, …