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In den Sand gesetzt?

Bil­dung ist teuer, das ist inzwis­chen in den meis­ten Köpfen angekom­men. Aber die Investi­tio­nen sind doch oft auch gut angelegt. Mut in dieser Rich­tung beweist nun die Ver­wal­tung der kroat­is­chen Adria-Insel Molat. Für die sage und schreibe drei Schüler der Insel — alle­samt Kinder des ort­san­säs­si­gen Bäck­ers — wird, nach­dem diese bish­er noch am Unter­richt auf der Nach­barin­sel teilgenom­men hat­ten, eine eigene Schule gebaut. Für schlappe 170.000 Euro. Also, Herr Kan­zler, hier ein Vorschlag gegen den deutschen Bil­dungsnot­stand: Uni­ver­sitäten für Hausen-Oes und Char­lot­ten­hof. Damit es aufwärts geht!

Status Quo

Die Unesco gewährt dem Köl­ner Dom weit­er­hin den Sta­tus als »Weltkul­turerbe«. Diese Entschei­dung hat das zuständi­ge Komi­tee heute im südafrikanis­chen Dur­ban getrof­fen. Das im 13. Jahrhun­dert begonnene und Ende des 19. Jahrhun­derts fer­tiggestellte Bauw­erk bleibt jedoch weit­er­hin auf der roten Liste der gefährde­teten Wel­terbe-Stät­ten. Somit ist die eigentliche Entschei­dung lediglich vertagt wor­den — in Köln hat man so ein weit­eres Jahr der Unsicher­heit vor sich. Die Aberken­nung dro­ht dem Dom, seit auf der gegenüber­liegen­den Rhein­seite, am Deutzer Ufer, vier Hochhäuser geplant und begonnen wor­den sind, die nach Ansicht einiger Unesco-Experten vor allem den optis­chen Ein­druck der Kathe­drale in Frage stellen. Schon länger mehren sich jedoch die kri­tis­chen Stim­men, zu denen sich auch der Zen­­tral-Dom­bau-Vere­in mit einem offe­nen Brief gesellte. Ein Bauw­erk wie der Köl­ner Dom dürfe nicht aus rein optis­chen Grün­den in sein­er Gesamtbe­deu­tung in Frage gestellt wer­den. Inzwis­chen will die Stadt Köln zur Schlich­tung soge­nan­nte Puffer­zo­nen ein­richt­en, um den freien Blick auf den Dom zu gewährleisten.

Rezepte aus China

Das Inter­net ist die Frei­heit per se — alles für jeden von jedem. Das gilt aber auch nur, wenn man nicht ger­ade in Chi­na lebt, wo die Regierung derzeit alle Inter­net­seit­en mit ein­er Reg­istrierungspflicht ver­sieht. Wie Heise meldet, will das chi­ne­sis­che Min­is­teri­um für die Infor­ma­tion­sin­dus­trie mit dieser Maß­nahme Betrugsver­suche und »unge­sunde« Aktiv­itäten eindäm­men. Ob sich der Pas­sus der »unge­sun­den« Aktiv­itäten nun auf die Ange­bote exper­i­men­tier­freudi­ger Hob­byköche oder sub­ver­siv­er Regimekri­tik­er bezieht, war bish­er nicht in Erfahrung zu brin­gen. Bürg­er­rechtler kri­tisieren seit langem Mit­tel wie Zen­sur, die Schließung von Inter­net­cafés oder die Drangsalierung von Dis­si­den­ten. Schauen wir also schnell noch ein­mal auf unseren chi­ne­sis­chen Lieblings­seit­en vor­bei, bald schon kön­nten sie nicht mehr existieren — oder eben staatlich sank­tion­iert sein, was im Zweifel noch nicht ein­mal die bessere Lösung wäre.

Küchenrevolution

Kuba ste­ht die näch­ste Rev­o­lu­tion ins Haus. Dieser Tage jedoch nicht poli­tisch, son­dern kuli­nar­isch. Wie die Zeit meldet, wird Cas­tro in Chi­na zwei Mil­lio­nen Schnel­lkochtöpfe bestellen. Grund: Die über 30 Jahre alten kuban­is­chen Töpfe (aus tschechis­ch­er oder sow­jetis­ch­er Pro­duk­tion) hinken inzwis­chen sog­ar den noch älteren kolumbian­is­chen Mod­ellen hin­ter­her. Viva la cocina!

Big Brother 2006

Innen­min­is­ter Schi­ly hat heute in Stuttgart sein Sicher­heit­skonzept für die WM 2006 vorgestellt. Und das hat es in sich…! Sta­di­en und Innen­städte sollen mit Sicher­heit­skam­eras aus­ges­tat­tet wer­den, die nicht nur pro­fanes Bild­ma­te­r­i­al aufze­ich­nen, son­dern auch die bio­metrischen Gesichtsmerk­male anwe­sender Per­so­n­en erfassen sollen. Zudem wird die Polizei mit mobilen optis­chen Fin­ger­ab­drucksys­te­men (»Fast Iden­ti­fi­ca­tion«) aus­ges­tat­tet, meldet der Branchen­di­enst Heise. Daneben stellt Schi­ly Luftraumsper­run­gen und den Ein­satz von Son­dere­in­heit­en in Aus­sicht. Big Broth­er is watch­ing you.