All posts filed under: Wort & Tat

Einsatz

Beamte der Berlin­er Staat­san­waltschaft haben gestern die Redak­tion­sräume des Polit­magazins »Cicero« durch­sucht, Unter­la­gen beschlagnahmt und den Redak­tion­sall­t­ag für einen hal­ben Tag lah­mgelegt. Der Grund dafür war ein Artikel des Jour­nal­is­ten Bruno Schirra über Abu Mussab al-Sarkawi, indem Schirra aus BKA-Akten zitiert hat­te, die mit dem Ver­merk »VS — nur für den Dien­st­ge­brauch« verse­hen waren. »Cicero«-Chefredakteur Wol­fram Weimer äußerte sich bish­er nur recht vor­sichtig, der Sprech­er des Ver­ban­des Deutsch­er Zeitschriften­ver­leger, Ste­fan Michalk, sieht den Vor­fall jedoch als Ver­stoß gegen die Presse­frei­heit. Bish­er scheint kein Mit­glied der »Cicero«-Redaktion ver­hört, geschweige denn angezeigt wor­den zu sein. Es bleibt also abzuwarten, welche Vor­würfe Bruno Schirra im Einzel­nen gemacht werden.

Linux2Go

Damn Small Lin­ux (DSL) ist nun in Ver­sion 1.5 erschienen, das Betrieb­ssys­tem, für jede noch so kleine Hand­tasche. Ger­ade ein­mal 50MB groß, passt es sog­ar auf kleine USB-Sticks und bietet, neben ein­er lauf­fähi­gen (auf Knop­pix basieren­den) Lin­ux-Dis­­tri­b­u­­tion alles, was das User-Herz begehrt. Auf FluxBox laufen unter anderem XMMS, ein FTP-Client, Fire­fox, der Sylpheed E‑Mail-Client, FLwriter, Xpaint, Xpdf, Naim (AIM, ICQ, IRC), ein SSH/SCP-Serv­er und ‑Client, ein DHCP-Client, ein Web-Serv­er, USB- und PCM­­CIA-Sup­­port und in eini­gen Fällen Wire­less-Sup­port. Beson­ders für Crossover-Nutzer dürfte DSL inter­es­sant sein, ist es doch in der Lage, aus Lin­ux uns sog­ar aus Win­dows her­aus zu booten. Einen Screen­shot von DSL gibt es hier, es kön­nen auch fer­tig kon­fig­uri­erte und boot­fähige Sys­teme auf CD oder USB-Stick bestellt werden.

Aua, mein Arm …!

Lange Jahre haben einge­fleis­chte Fans warten müssen, um (ver­mut­lich) den schon leg­endären Satz »Aua, mein Arm!« wieder im Kino zu hören. Irgen­dein Ganove wird ihn aussprechen, wenn ihm Tarzan, Held und Pro­tag­o­nist der TKKG-Bande sel­bi­gen umge­dreht oder aus­gekugelt hat. Im Herb­st 2006 soll Kinos­tart sein. Ver­filmt wird das Aben­teuer der vier Fre­unde Tim (Jan­nis Niewöh­n­er) Karl (Jonathan Düm­cke), Klößchen (Lukas Eich­ham­mer) und Gaby (Svea Bein) seit dem 23. August von Regis­seur Tomy Wigand (»Das fliegende Klassen­z­im­mer«) unter dem vielver­sprechen­den Titel »TKKG und die rät­sel­hafte Mind-Mas­­chine«. Na endlich!

Schweigen im Walde

Noch etwa einen Monat müssen wir alle so selt­same Wesen wie Figaro, den ver­rück­ten Frosch, Schnap­pi oder Tweety ertra­gen. Dann ist Schluss mit der Klin­gel­ton­wer­bung auf MTV und Viva. Zu schön, um wahr zu sein? Nein, die Musik­sender pla­nen tat­säch­lich eine Sper­rzeit für solche Spots, zwar nur für die Haupt­sendezeit zwis­chen 16 und 24 Uhr, aber immer­hin. Es scheint, als wären die finanziellen Erträge nicht hoch genug gewe­sen, um den anscheinend enor­men Imageschaden zu deck­en, den sich MTV und Co. einge­han­delt haben. Aber wird die Jugend Deutsch­lands nun erle­ichtert sein, oder Sturm laufen? Schließlich hat es ein Teil der bewor­be­nen Pro­duk­te sog­ar schon in die Charts geschafft. Und Pub­likum­slieblinge aus dem Pro­gramm zu nehmen, ist ja bekan­ntlich nicht immer unge­fährlich. Nach­trag: So eben, nach einigem weit­eren Stöbern lese ich fol­gen­des: Na danke Ihr Lieben! Viva liebt Dich nicht mehr…!

Do the Potemkin

Heute abend wer­den in der Alten Oper in Frank­furt so einige Men­schen staunen. Staunen darüber, was möglich ist, wenn altes Zel­lu­loid und neue Ideen zusam­men­tr­e­f­fen. Und staunen darüber, wie kreativ die Pet Shop Boys sein kön­nen. Dann näm­lich feiert dort ihr neues Pro­jekt Pre­miere: Gemein­sam mit den Dres­d­ner Sin­fonikern haben sie den Stumm­filmk­las­sik­er »Panz­erkreuzer Potemkin« (1925) des sow­jetis­chen Regis­seurs Sergei Eisen­stein neu ver­tont, der allein schon wegen der welt­berühmten Trep­pen­sturzszene in jede VHS- oder DVD-Sam­m­lung gehört. Was nun Neil Ten­nant und Chris Lowe musikalisch aus dem 80 Jahre alten, aber immer noch mod­er­nen Streifen machen, darauf darf man ges­pan­nt sein. Mor­gen sind sie zu Gast auf dem Muse­um­splatz in Bonn, weit­ere Ter­mine sind für Son­ntag auf der Muse­um­sin­sel Berlin und für Mon­tag im Ham­burg­er Stadt­park ange­set­zt. Do the Potemkin …