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Arme Sünderlein

Män­ner gehen fremd — einige zumin­d­est — das ist kein Geheim­nis. Die meis­ten Sün­der wün­schen sich jedoch, ihre Tat bliebe geheim. Dem hat lei­der eine Gruppe Frauen aus den USA den Kampf ange­sagt und mit dontdatehimgirl.com eine Art Sün­den­por­tal ges­tartet. Mit Name, Alter und Wohnort, teils sog­ar mit Foto wer­den hier Män­ner an den Pranger gestellt — immer mit der War­nung verse­hen: »Don’t Date Him Girl!« und der dazuge­höri­gen Geschichte der Ex und heuti­gen Anklägerin. Eine frag­würdi­ge, aber anscheinend erfol­gre­iche Proze­dur. Bere­its mehrere hun­dert Karteikarten find­en sich auf der Inter­net­seite, täglich kom­men neue hinzu. Immer­hin eine Stel­lung­nahme kön­nen die Beschuldigten per E‑Mail an die Betreiber schick­en. Die soll dann — gle­ich neben dem Pro­fil — mit in die Kartei aufgenom­men wer­den. Viele Män­ner scheinen davon aber noch keinen Gebrauch gemacht zu haben. Auch nach län­gerem Stöbern kon­nte die Redak­tion keine Gegen­darstel­lung aus­machen. Ob dafür nun Scham oder Gelassen­heit ver­ant­wortlich ist, über­lassen wir get­rost den Kol­le­gen von Psy­cholo­gie Heute.

Augen, Ohren, Herzen

Ab mor­gen find­et die vierte Bern­er Bien­nale statt, ihres Zeichens ein Fes­ti­val der Kün­ste. Bis zum 21. Okto­ber bekommt das wohlgesonnene Pub­likum Musik, The­ater, Kun­st und Beiträge aus den »trans­diszi­plinären Zwis­chen­bere­ichen« zu Augen, Ohren und Herzen. The­ma beziehungsweise Mot­to der diesjähri­gen Ver­anstal­tung ist die Zeitgenossen­schaft Ein­steins sowie Mod­ewel­ten in und zwis­chen Kun­st und Wis­senschaft. Es haben sich illus­tre Gäste wie Ulrike Grossarth, das Schön­berg-Ensem­ble oder die Kün­st­lerin Tyyne Clau­dia Poll­mann angekündigt. Gast­ge­ber ist die Bern­er Hochschule der Künste.

Entwicklungsschub

Nach Angaben von Bri­an Jones, Entwick­ler bei Microsoft, wird die näch­ste Office-Gen­er­a­­tion mit einge­bautem PDF-Export aus­geliefert. Was bei OpenOf­fice und anderen schoin lange Stan­dard ist, wird dann auch für MS-User ohne Macros und lästige Zusatzpro­gramme möglich. »The PDF sup­port will be built into Word, Excel, Pow­er­Point, Access, Pub­lish­er, OneNote, Visio, and InfoPath! I love how well this new func­tion­al­i­ty will work in com­bi­na­tion with the new Open XML for­mats in Word, Excel, and Pow­er­Point«, schreibt Jones in seinem Weblog. Anscheinend war der Kun­den­druck auf Microsoft doch ein wenig zu groß. Eigentlich plant der US-Konz­ern seit einiger Zeit, mit InfoPath ein eigenes Dateifor­mat in Konkur­renz zu Adobes PDF auf den Markt zu brin­gen. Office »12« soll in der zweit­en Jahreshälfte 2006 in den Verkauf kommen.

Kreativer Protest

Wenn Parteien die Wahlwer­bung der Kon­tra­hen­ten kopieren oder auss­chlacht­en, so mag das den ein oder anderen Bürg­er über die nicht vorhan­de­nen Inhalte hin­wegtäuschen, mag so manch­es Ablenkungs­man­över funk­tion­ieren. Wenn aber der Bürg­er selb­st zur Tat schre­it­et und Wahlwer­bung verän­dert, dann kann das schon­mal eine Ausstel­lung füllen. So wie die Fotografien von FC Gund­lach, auf denen er zer­störte, bemalte, ver­fremdete Wahlplakate aus 30 Jahren Bun­destagswahlkampf fest­ge­hal­ten hat und die noch bis zum 29. Sep­tem­ber im Hüh­n­er­posten am Ham­burg­er Haupt­bahn­hof zu sehen sind. Adbust­ing heißt die Proze­dur im heuti­gen Sprachge­brauch, die sich inzwis­chen zu ein­er Art Sub­kul­tur entwick­elt hat. Ganze Teams arbeit­en die Umgestal­tun­gen aus, nicht das ein­fache Zer­stören, son­dern das Iro­nisieren ist vor­rangiges Ziel der Adbuster. Und so sind die Poli­tik­er auch nur das momen­tane, weil dankbare Lieblingsziel der Adbuster, die son­st auch vor kom­merzieller Wer­bung nicht zurückschreck­en. Gefährlich bleibt dieses »Hob­by« nach wie vor, stellt es doch keine bloße Sachbeschädi­gung dar, son­dern im Falle der Wahlwer­bung gar eine poli­tisch motivierte Straftat, die den Staatss­chutz auf den Plan rufen kön­nte. Suber­sives Deutsch­land, so kurz vor der Wahl.

Google sucht weiter

Wie Heise meldet, hat Google seinen — längst über­fäl­li­gen — Blog-Such­di­enst blogsearch.google.com (inzwis­chen wieder offline) als Beta in Betrieb genom­men. Zusät­zlich zum bekan­nten Stan­dard bietet Google alle Ergeb­nisse auch im RSS-For­­mat an. Bish­er wur­den nur Post­ings ab Juni 2005 index­iert, im Laufe der Zeit sollen jedoch auch ältere Ein­träge aufgenom­men wer­den. Spätestens seit Google vor zwei Jahren mit Pyra Labs den Betreiber des Blog-Dien­stes blogger.com über­nom­men hat, dürfte eine solche Suche auch im Eigen­in­ter­esse von gewiss­er Bedeu­tung sein.