Wort & Tat
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Gefallene Engel

Bei »Germany’s Next Topmodel« gehört das Fremdschämen ja irgendwie zum guten Ton. Wenn junge, oft recht ansehnliche Mädchen über den Laufsteg staksten und sich von Bruce »Handtasche« Darnell ob ihrer Grobmotorik zusammenfalten ließen, schmunzelten bis zu sechs Millionen Zuschauer daheim auf dem Sofa. Und dass ein Stolperer sogar zu Weltruhm führen kann, zeigte sich erst zum Jahreswechsel wieder bei »Dinner for One«. Allerdings stolpert Freddie Frinton auch erstaunlich präzise, bei Models hingegen scheint die Formel zu gelten: Anmut plus Absatzhöhe geteilt durch Einschaltquote mal Heidifaktor gleich Bums. Oder: Je graziler ein Mädchen läuft, desto unbeholfener legt es sich lang. Ein klassischer Fall von Schadenfreude? »Es ist die Lust an fremdem Unglück — und viel mehr als nur eine kleine, gerade noch akzeptierte Bösartigkeit«, schrieb Katrin Wilkens in der Zeit über dieses Gefühl. »Schadenfreude ist die kleine Schwester der Niedertracht, sie ist verwandt mit dem Neid und wird gespeist von dem Minderwertigkeitsgefühl.« Na was ein Glück, Neid und Minderwertigkeitsgefühl gegenüber Models kann ich bei mir ausschließen. Daher schmunzel ich jetzt noch ein wenig weiter — einige von den Damen nehmen es schließlich auch mit Humor — und freue mich auf Donnerstag, auf Staffel 4.

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