Wort & Tat
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Ich weiß, was ich letzten Sommer getan habe

Am 8. Juli 2010 etwa, dem Tag nach der so bit­teren 0:1‑Niederlage gegen Spanien, habe ich etwas über Aut­ofäh­nchen mit Halb­mast­funk­tion getwit­tert. Auf Face­book war an diesem Tag Funkstille, genau­so wie am Tag davor und am Tag danach. Sauber aufge­fädelt wie an ein­er Schnur liegen sie vor mir, meine Tweets, Posts und Fotos — »Mem­olane«, nach Angaben der Mach­er (die übri­gens in Kopen­hagen sitzen gegrün­det wur­den und in San Fran­cis­co sitzen) eine »time machine for the web«, hat heute wieder einige sein­er Beta-Invites ver­schickt. Und nach dem ersten Blick bleibt mir nicht viel als Begeis­terung, wenn auch mit einem Schuss Zurück­hal­tung. Das Konzept kön­nte aufge­hen, dabei ist es eigentlich recht simpel.

Mem­olane funk­tion­iert als per­sön­lich­er Aggre­ga­tor sozialer Net­zw­erke (derzeit bindet es Face­book, Twit­ter, Flickr, Picasa, Last.fm, Foursquare, Trip­it, YouTube und RSS-Feeds ein) und bastelt aus all diesen Inhal­ten rück­wirk­end eine intu­itiv bedi­en­bare, schlichte Time­line, ein Archiv der sozialen Aktiv­ität. Und mit dem lässt sich bequem (und für die Menge der bis­lang aggregierten Dat­en erstaunlich flüs­sig) in der eige­nen, virtuellen Ver­gan­gen­heit stöbern.

Das alleine wäre schon eine nette, wenn auch reich­lich selb­st­be­zo­gene Spiel­wiese. Doch dahin­ter ver­steckt sich mit den soge­nan­nten »Sto­ries« noch eine weit­ere und weit­er greifende Ebene: Mit deren Hil­fe kön­nen Kon­tak­te (die auch bei Mem­olane geknüpft wer­den kön­nen) Fotos, Videos, Tweets, Posts und vieles mehr zu ein­er gemein­samen Geschichte verknüpfen, die entwed­er öffentlich (wie etwa im Fall der WM-Nieder­lage) oder pri­vat (wie etwa im Falle eines Urlaubs) angelegt wer­den kann, je nach Ereignis.

Schon jet­zt, in der Beta-Phase, bekommt man nach weni­gen Momenten ein recht klares Bild davon, was Mem­olane ein­mal wer­den kön­nte — auch wenn etwa der Import der Twit­ter-Dat­en bei mir nicht ganz bis an die Anfänge zurück­zure­ichen scheint und ich mich frage, wie flüs­sig das Sys­tem mit zunehmender Daten­last bleiben kann. Doch alleine als Möglichkeit, schnell und unkom­pliziert einen Überblick über die eige­nen, ver­gan­genen Aktiv­itäten zu bekom­men, ist überzeu­gend und optisch gut gelöst. Wenn dann vielle­icht der ein oder andere Dienst wie beispiel­sweise Vimeo oder loca.li noch einge­bun­den wird, dürfte Mem­olane Zukun­ft haben. Spaß aber macht es heute schon.

Zum Woch­enende kam ger­ade noch ein Geschenk aus Kopen­hagen San Fran­cis­co: 100 Invites für alle Trotzen­dorff-Leser, die Mem­olane gerne aus­pro­bieren möcht­en. Das Prozedere: Hier anmelden und als Invite-Code «trotzen­dorff» eingeben. Viel Spaß!

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Hello – my name is Florian. I'm a runner and blazing trails for Spot the Dot — an NGO to raise awareness of melanoma and other types of skin cancer. Beyond that, I get lost in the small things that make life beautiful: the diversity of specialty coffee, the stubborn silence of bike rides, and the flashes of creativity in fashion and design. Professionally, I’m an organizational psychologist and communication practitioner, working where people, culture, and language shape how change actually lands. When I’m not doing that, you’ll find me behind the bar at Benson Coffee in Cologne — quality-driven, proudly nerdy.

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  1. sabrinadrums says

    RT @trotzendorff: Schönes Geschenk aus Kopen­hagen: @memolane haben 100 Invites für meine Blog-Leser zur Ver­fü­gung gestellt: http://bit.l

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